Im Zweifel die kürzere Bergtour: Herbstwandern seriös planen
Herbstzeit ist Tourenzeit. Doch auf und zwischen den Gipfeln meldet sich bereits der Winter. Schneefälle sind jederzeit möglich. Deshalb gilt: Touren sorgfältig planen und Ausrüstung anpassen.
Herbstwandern in den Bergen: Witterung und Wegbeschaffenheit können sich in kurzer Zeit stark verändern und die Anforderungen deutlich erhöhen.picture alliance/dpa
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Im Herbst finden Bergbegeisterte oft noch gute Tourenbedingungen vor. Gleichzeitig können Wetter und Wegverhältnisse innerhalb kurzer Zeit deutlich anspruchsvoller werden.
Deshalb sollten Wanderer ihre Routen stets den aktuellen Verhältnissen und Temperaturen anpassen sowie Wetter- und Bergberichte genau im Blick haben, rät der Deutsche Alpenverein (DAV).
Besondere Aufmerksamkeit erfordert auch die Zeitumstellung in der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober. Nach dem Wechsel auf die Winterzeit beginnt die Abenddämmerung dann auch in den Bergen deutlich früher.
Früher starten, mehr Zeit einplanen, im Zweifel kürzertreten
Die Konsequenz für Wanderer: Früh starten, ausreichend Zeitreserven einplanen und im Zweifel die kürzere Tour wählen, um nicht in die Dunkelheit und Kälte nach Sonnenuntergang zu geraten. Zur Standardausrüstung gehören trotzdem in jedem Fall Stirnlampe samt geladenem Ersatzakku (Powerbank) und warme Kleidung.
Bei der Planung lohnt es sich, auf Höhenlage und Exposition zu achten: Touren auf der Sonnenseite sind im Herbst angenehmer. Auf schattigeren Nordseiten und in höheren Lagen kann dagegen schon Schnee liegen.
Die aktuellen Verhältnisse sind unbedingt vor jeder Tour zu checken. Der DAV bietet online das aktuelle Bergwetter sowie einen ausführlicheren Bergbericht und gibt folgende Ausrüstungs- und Sicherheitstipps:
Ausrüstung
- Mehrschichtige Bekleidung: Mit dem Zwiebelprinzip und einer besonders warmen Schicht (Fleece oder Isolationsjacke) und Regenschutz kann man gut auf unterschiedliche Temperaturen, Wind und Wetter reagieren.
- Immer dabei ab Herbst: Handschuhe, Mütze, Stirnlampe und Ersatzakku (Powerbank).
- Feste Bergschuhe mit griffiger Sohle: In schattigen Bereichen und Waldstücken sind Wege wegen Laub oder Bodenfeuchtigkeit oft nass und rutschig. Stabile hohe Schuhe verringern die Gefahr des Umknickens und erleichtern das Treten von Stufen in Schneefeldern. Je nach Tour sogar Grödel, Steigeisen, Stöcke oder einen Pickel einpacken.
- Basics nicht vergessen: Sonnenschutz, Erste-Hilfe-Set, Biwaksack/Rettungsdecke und Proviant sollten immer dabei sein.
Sicherheit
- Hüttenöffnungszeiten prüfen: Hütten im Hochgebirge sind bereits geschlossen. Hütten in mittleren Höhenlagen haben teilweise noch geöffnet. Genaue Öffnungszeiten können wetterabhängig variieren, im Zweifel besser vorher auf den Hütten anrufen.
- Tour abkürzen oder umkehren: Ist die eigene Tourenplanung nicht einzuhalten, ist es immer besser, die Tour abbrechen und umzukehren, als in die Dunkelheit zu geraten.
- Rücksicht auf Wildtiere: Der Herbst ist eine sensible Phase für viele Arten, weil sie sich auf den Winter vorbereiten müssen. Deshalb besonders viel Rücksicht nehmen und es vermeiden, in der Dämmerung unterwegs zu sein.