Panorama

Wintersturm „Elli“ hat den Nordwesten fest im Griff

Glatte Straßen, ausgefallene Züge und Busse sowie geschlossene Schulen prägen den Tag in Niedersachsen und Bremen. Schnee und starker Wind führen zu erheblichen Einschränkungen.

Von dpa

09.01.2026

Viel Schnee und eisiger Wind sorgen in Niedersachsen und Bremen für Herausforderungen. Hauke-Christian Dittrich/dpa

Viel Schnee und eisiger Wind sorgen in Niedersachsen und Bremen für Herausforderungen. Hauke-Christian Dittrich/dpa

© Hauke-Christian Dittrich/dpa

Wer heute in Niedersachsen und Bremen unterwegs sein musste, brauchte Geduld und Vorsicht. Sturmtief „Elli“ sorgte vielerorts für glatte Straßen, Ausfälle bei Bus und Bahn sowie geschlossene Schulen. Viele Menschen blieben vorsorglich zu Hause. Ein Überblick:

Bahnverkehr weitgehend gestoppt

Der Zugverkehr kam in großen Teilen Norddeutschlands zeitweise nahezu zum Erliegen. Die Deutsche Bahn stellte den Fernverkehr im Norden vorübergehend ein, um Fahrgäste, Mitarbeiter und Fahrzeuge zu schützen. Am Samstagmorgen soll der Fernverkehr wieder schrittweise aufgenommen werden, hieß es.

Auch zahlreiche Regionalzüge fielen aus oder waren nur stark eingeschränkt unterwegs, vielerorts standen Züge still.

Im Norden hatten laut Bahn insbesondere Schneeverwehungen für erhebliche Beeinträchtigungen gesorgt. Moritz Frankenberg/dpa

Im Norden hatten laut Bahn insbesondere Schneeverwehungen für erhebliche Beeinträchtigungen gesorgt. Moritz Frankenberg/dpa

© Moritz Frankenberg/dpa

Unfälle und gesperrte Straßen

Auf den Straßen kam es in vielen Regionen Niedersachsens und in Bremen zu witterungsbedingten Unfällen. Lastwagen gerieten ins Rutschen, drehten sich oder blockierten Fahrbahnen, meist blieb es bei Sachschäden. Mehrere Straßen waren in Teilen Niedersachsens wegen starker Schneeverwehungen nicht mehr befahrbar. Polizeien riefen dazu auf, Fahrten möglichst zu vermeiden.

Räumdienste waren im Dauereinsatz, konnten die Verkehrswege bei anhaltendem Schneefall und starkem Wind aber nicht überall freihalten. In einzelnen Kommunen wurde Streusalz knapp, andernorts stellten Städte Streugut für die Bevölkerung zur Verfügung.

Busse stehen, Müll bleibt liegen

Der öffentliche Nahverkehr war stark eingeschränkt. In mehreren Städten wurde der Busverkehr ganz oder teilweise eingestellt, zahlreiche Haltestellen wurden nicht mehr angefahren. Auch die Müllabfuhr kam vielerorts zum Stillstand, einige Wertstoffhöfe blieben geschlossen.

Glatte Straßen und starkes Schneetreiben haben vielerorts auch die Müllabfuhr gestoppt.Sina Schuldt/dpa

Glatte Straßen und starkes Schneetreiben haben vielerorts auch die Müllabfuhr gestoppt.Sina Schuldt/dpa

© Sina Schuldt/dpa

Schulen und öffentliche Einrichtungen geschlossen

Wegen der Witterung fiel der reguläre Schulunterricht in Niedersachsen und Bremen aus. Viele Schulen boten Distanzunterricht an, für jüngere Kinder wurde eine Notbetreuung eingerichtet. An Hochschulen entschieden die Lehrenden meist individuell über Präsenz-, Digitalbetrieb oder Ausfall.

Auch Sporthallen, Hallenbäder, Parks und Friedhöfe wurden regional geschlossen – häufig aus Sicherheitsgründen wegen hoher Schneelasten und der Gefahr herabfallender Äste.

Kliniken vorbereitet

Einige Krankenhäuser bereiteten sich auf mögliche Glätteunfälle vor. In den Notaufnahmen blieb es nach Angaben mehrerer Kliniken zunächst vergleichsweise ruhig.

Kein Fußball

In der Fußball-Bundesliga fällt an diesem Samstag das Spiel zwischen Werder Bremen und 1899 Hoffenheim aus. Die Partie kann wegen des starken Schneefalls nicht stattfinden. Ein Nachholtermin wird nach Angeben der Deutschen Fußball Liga „zeitnah“ bekanntgegeben. Zuvor war bereits das Spiel zwischen dem FC St. Pauli und RB Leipzig abgesagt worden.

Das Wetter bringt den Spielplan in der Fußball-Bundesliga durcheinander. Auch im Weserstadion kann nicht gespielt werden.Focke Strangmann/dpa

Das Wetter bringt den Spielplan in der Fußball-Bundesliga durcheinander. Auch im Weserstadion kann nicht gespielt werden.Focke Strangmann/dpa

© Focke Strangmann/dpa

Inseln abgeschnitten

Der Fährverkehr zu den Ostfriesischen Inseln wurde weitgehend eingestellt, mehrere Inseln waren zeitweise nicht per Schiff erreichbar. Auf den Inseln selbst blieben viele Menschen zu Hause. Der Flugverkehr lief eingeschränkt weiter, es kam zu Ausfällen und Verspätungen.

Wetterdienst warnt vor Unwetter

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte anlässlich des Sturmtiefs „Elli“ eine amtliche Unwetterwarnung vor starken Schneeverwehungen ausgegeben. Die Warnung betraf Stand Freitagnachmittag noch Nordniedersachsen und ganz Bremen. Es bestehe Gefahr für Leib und Leben, teilte der DWD mit. Der Aufenthalt im Freien solle vermieden werden.

Solch heftiges Winterwetter gibt es in Niedersachsen und Bremen selten.Julian Stratenschulte/dpa

Solch heftiges Winterwetter gibt es in Niedersachsen und Bremen selten.Julian Stratenschulte/dpa

© Julian Stratenschulte/dpa

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