Panorama

„Elli“ bringt Schneechaos - Fernverkehr soll wieder laufen

Wintersturm „Elli“ hat Teile Deutschlands in Weiß gehüllt, es gab Unfälle und der Zugverkehr in Norden ruht größtenteils. Doch Entspannung ist in Sicht - auch bei der Bahn.

Von dpa

09.01.2026

Nichts geht mehr im Großraum Hannover: Der Zugverkehr musste eingestellt werden.Moritz Frankenberg/dpa

Nichts geht mehr im Großraum Hannover: Der Zugverkehr musste eingestellt werden.Moritz Frankenberg/dpa

© Moritz Frankenberg/dpa

Die guten Nachrichten zuerst: Wintersturm Elli hat zwar für Schneechaos und einige Unfälle gesorgt, aber die schlimmsten Befürchtungen sind bislang nicht eingetroffen. Und die Meteorologen erwarten nach Auflösung des Sturms im Verlauf des Wochenendes sogar winterliches Bilderbuchwetter. Der Überblick: 

Bahn will Fernverkehr im Norden wieder aufnehmen

Besonders betroffen sind Zugreisende: Seit Freitagmorgen ist der gesamte Schienenverkehr im Großraum Hannover eingestellt und der Fernverkehr im Norden Deutschlands ruht. Betroffen sind unter anderem diese Strecken:

  • Hamburg - Berlin
  • Hannover - Berlin
  • Hannover - Ruhrgebiet
  • Ruhrgebiet - Hamburg
  • Berlin - Kassel
  • Norddeich/Emden - Hannover / Ruhrgebiet

In vielen Gebieten in Nord- und Ostdeutschland ist auch der Regionalverkehr im Tagesverlauf mindestens zeitweise eingestellt worden.

Unterschlupf für gestrandete Reisende: In einigen Bahnhöfen hat die Bahn Züge als Aufenthaltsmöglichkeit zur Verfügung gestellt. Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Unterschlupf für gestrandete Reisende: In einigen Bahnhöfen hat die Bahn Züge als Aufenthaltsmöglichkeit zur Verfügung gestellt. Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

„Es sind vor allem die heftigen Schneeverwehungen, die uns zu schaffen machen“, sagte Bahnsprecher Achim Stauß. Am Abend und in der Nacht sollen Fahrzeuge zu ihren Einsatzorten gebracht und Strecken - wenn möglich - so geräumt werden, dass sie wieder sicher befahrbar sind.

Die Deutsche Bahn will den Fernverkehr am Samstagmorgen wieder schrittweise aufnehmen. Trotzdem sei bundesweit noch mit Einschränkungen und Zugausfällen zu rechnen, hieß es. Die Bahn bittet alle Reisenden, sich vor Fahrtantritt in der App DB Navigator und auf der Internetseite der Bahn über die aktuelle Verkehrslage zu informieren.

Viele Unfälle – aber keine Ausnahmesituation

Viele Straßen waren von Schneefall und Glatteis betroffen. Es gab zahlreiche Unfälle, in Bayern starben drei Menschen. Auf vielen Autobahnen kam es im Tagesverlauf zu kilometerlangen Staus durch festgefahrene und querstehende Lastwagen.

Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos im bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Jason Tschepljakow/dpa

Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos im bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Jason Tschepljakow/dpa

© Jason Tschepljakow/dpa

In Schleswig-Holstein aber berichtet die Polizei von einem eher ruhigen Verkehrsgeschehen auf den Straßen. Ein Hamburger Polizeisprecher teilte mit, die Lage sei ruhiger als erwartet, was daran liege, dass viele Menschen zu Hause geblieben seien.

Im besonders betroffenen Niedersachsen und Bremen kam es zu zahlreichen Unfällen, aber meist blieb es bei Blechschäden. Auch gab es laut Angaben mehrerer Kliniken in der Region keine besonderen oder unbeherrschbaren Auswirkungen. In den Kliniken des Bremer Verbunds Gesundheit Nord war es beispielsweise am Vormittag in den Notaufnahmen „eher ruhig“, wie eine Sprecherin sagte. 

Die Winterdienste waren etwa in Niedersachsen im Dauereinsatz. Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Winterdienste waren etwa in Niedersachsen im Dauereinsatz. Hauke-Christian Dittrich/dpa

© Hauke-Christian Dittrich/dpa

Wetterdienst: Sturm ist kein „Jahrhundert-Event“

Die schlimmsten Erwartungen der Meteorologen hat Sturmtief „Elli“ nicht mit sich gebracht. „Ich würde es nicht als ein Jahrhundert-Event einordnen. Das ist es auf gar keinen Fall“, hatte Meteorologe David Menzel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Freitagmorgen gesagt. „Es ist ein winterlicher Sturm und - wenn man das große Ganze betrachtet - nichts sonderlich Außergewöhnliches.“

Immerhin herrschen nun perfekte Verhältnisse für alle, die Spaß am Schnee haben. Christian Charisius/dpa

Immerhin herrschen nun perfekte Verhältnisse für alle, die Spaß am Schnee haben. Christian Charisius/dpa

© Christian Charisius/dpa

Am Wochenende soll sich „Elli“ langsam auflösen. „Im Norden und Osten kehrt, abgesehen von vereinzelten Schneeschauern, Ruhe ein“, so der Meteorologe Menzel. Schnee wird dann aber im Süden fallen. Vor allem in den Staulagen der Mittelgebirge und im Allgäu schneit es laut DWD dann teils heftig, mehr als 30 Zentimeter Neuschnee sind drin. Auch in tieferen Lagen können zehn Zentimeter zusammenkommen.

Meteorologen erwarten Bilderbuch-Wetter

Positive Temperaturen werden am Samstag nur noch südlich des Mains gemessen, aber auch dort fallen die Temperaturen im Tagesverlauf in den Frostbereich. „In der Nacht wird es knackig kalt.“ Wo Schnee liegt, rechnet der DWD mit minus zehn Grad. Am Sonntag erwartet der Wetterdienst „einen Wintertag wie aus dem Bilderbuch“.

Skivergnügen in Thüringen - am Samstag sind dort wieder alle Skigebiete geöffnet. Michael Reichel/dpa

Skivergnügen in Thüringen - am Samstag sind dort wieder alle Skigebiete geöffnet. Michael Reichel/dpa

© Michael Reichel/dpa

Die Bedingungen für viel Winterspaß sind vielerorts nun ja auch gegeben: Etwa in Sachsens Skigebieten sind viele Pisten, Lifte und Loipen geöffnet, auch in Thüringen sollen die wegen Sturms geschlossenen Pisten wieder befahrbar sein. „Wir haben traumhafte Bedingungen“, sagte Jörg Wilke, Sprecher des Skigebiets im hessischen Willingen. 

Und im sonst eher schneearmen Hamburg gibt es derzeit an der Alster eine kleine Winterausstellung: Auf der Krugkoppelbrücke und der Fernsichtbrücke haben Passanten eine ganze Parade von Schneemännern aufgereiht. Dutzende weiße Figuren stehen dort nebeneinander – in ganz unterschiedlichen Größen. 

Eine ungewöhnliche Ausstellung: Zahlreiche kleine und winzige Schneefiguren stehen auf einer Mauer der Krugkoppelbrücke an der Alster im Hamburg.Christian Charisius/dpa

Eine ungewöhnliche Ausstellung: Zahlreiche kleine und winzige Schneefiguren stehen auf einer Mauer der Krugkoppelbrücke an der Alster im Hamburg.Christian Charisius/dpa

© Christian Charisius/dpa

Doch am Montag dreht sich die Lage wieder. „Zum Start in die neue Woche droht dann aus Westen neues Ungemach in Form von gefrierendem Regen“, sagt der DWD voraus. „Im Anschluss deutet sich dann eine Milderung an, wobei abgewartet werden muss, wie weit diese nach Nordosten vorankommt.“

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