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Experte warnt: Obst besser nicht mit Natron waschen

Reicht Wasser oder braucht es gegen mögliche Pestizide Natron zum Waschen von Obst? Experten sagen, warum einfache Methoden meist genügen – und wann Bio-Obst die bessere Wahl ist.

Von dpa

28.06.2026

Kaltes Wasser reicht: Obst mit Natronlauge zu waschen bringt nichts und kostet nur Geld. Auch der Geschmack kann darunter leiden.picture alliance/dpa

Kaltes Wasser reicht: Obst mit Natronlauge zu waschen bringt nichts und kostet nur Geld. Auch der Geschmack kann darunter leiden.picture alliance/dpa

© picture alliance/dpa

Obst mit Natron und Wasser waschen? Das raten viele Influencer derzeit in den sozialen Netzwerken. Mit der Natronlauge sollen Erdbeeren und anderes Obst besonders sauber werden. Pestizidrückstände sollen nur so wirklich verschwinden können. Doch Experten sagen, dass das absolut nicht nötig sei. 

„Das ist der größte Blödsinn“, sagt Ulrich Mayr vom Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB) bei Ravensburg. „Das bringt überhaupt nichts und kostet nur Geld.“ Kaltes Wasser reiche vollkommen aus. 

Unter Natronwäsche kann der Geschmack leiden

Mit Natronlauge gewaschene Erdbeeren würde er persönlich auch nie essen, sagte der Experte. Weil die sich dann voll mit Wasser saugen, könne nicht nur der Geschmack sehr leiden. „Natron ist auch sehr basisch, die Lauge kann zudem sehr aggressiv sein.“ 

Auch die Verbraucherzentrale hat den Natronlaugen-Lifehack, der im Netz kursiert, unter die Lupe genommen und herausgefunden, dass es tatsächlich wissenschaftliche Untersuchungen dazu gibt. So hätten US-Forscher Äpfel 15 Minuten lang in eine Natronlösung gelegt. „Dabei konnten bestimmte Pestizide auf der Oberfläche, zum Beispiel Thiabendazol oder Phosmet, weitgehend entfernt werden. Mit Ultraschall verstärkte sich der Effekt sogar noch“, fassen die Verbraucherschützer das Ergebnis zusammen.

Nicht alle Pestizide lassen sich durch Natronlauge lösen

Die Sache hat allerdings mehr als einen Schönheitsfehler. Die Verbraucherschützer schränken ein: „Nicht alle Pestizide lassen sich mit Wasser oder Natron lösen. Einige Wirkstoffe sind fettlöslich und lagern sich in die Wachsschicht von Obst wie Äpfeln ein.“ Andere, sogenannte systemische Pestizide, würden sogar tief ins Fruchtfleisch eindringen. Rückstände davon blieben auch nach gründlichem Waschen bestehen. 

„Natron kann also helfen, aber es entfernt nie alle Rückstände“, so das Fazit der Verbraucherzentrale. Ihr Tipp: Wer Pestizide weitgehend vermeiden will, fährt mit Bio-Obst und -Gemüse besser. Aber auch ansonsten reicht normales Abspülen meist aus. Dazu Obst und Gemüse unter fließendem Wasser reinigen, festere Sorten kräftig abreiben, am besten mit einem Mikrofasertuch oder einer Bürste. Weiches Obst dafür länger abspülen. 

Ein längeres Wasserbad hingegen sei nicht sinnvoll. Wasserlösliche Nährstoffe wie Vitamin C können dabei verloren gehen, weil sie im Wasser landen.

Was die Pestizidmengen betrifft, gibt auch das Bundesinstitut für Risikowertung (BfR) Entwarnung: Die Mengen in Deutschland seien unbedenklich. Für jedes Pflanzenschutzmittel gäbe es gesetzlich festgelegte Höchstmengen, deren Grenzwerte in der Regel auch eingehalten werden.

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