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Waldinvestment oder Klimafonds? Nachhaltig Geld anlegen

Wer seine Geldanlage nachhaltig gestalten will, findet zahlreiche Finanzprodukte, darunter auch etwa Waldinvestments oder Klimafonds. Was Anleger dabei beachten sollten.

Von Isabelle Modler, dpa

18.06.2026

Wie bei anderen Finanzprodukten auch, sollte man das Risiko prüfen, bevor man sein Geld in Umwelt- oder Klimaschutzprojekte investiert.Jens Büttner/dpa/dpa-tmn

Wie bei anderen Finanzprodukten auch, sollte man das Risiko prüfen, bevor man sein Geld in Umwelt- oder Klimaschutzprojekte investiert.Jens Büttner/dpa/dpa-tmn

© Jens Büttner/dpa/dpa-tmn

Mit dem Thema Nachhaltigkeit müssen sich eigentlich alle Anleger beschäftigen. Denn seit August 2022 sind Anlageberater dazu verpflichtet, ihre Kunden nach ihren Nachhaltigkeitspräferenzen zu fragen. 

„Aus Gesprächen mit Verbrauchern geht aber hervor, dass sie von Bank- oder Anlageberatern selten explizit danach gefragt werden“, sagt Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Umso wichtiger, dass sich Anleger, denen ökologische und soziale Kriterien wichtig sind, selbst klarmachen: Was bedeutet Nachhaltigkeit für mich?

Kriterien festlegen

Bei der Suche nach nachhaltigen Finanzprodukten gibt es verschiedene Herangehensweisen - etwa die Kriterien: 

  • Was soll bei meiner Geldanlage auf keinen Fall rein? 
  • Was soll bei meiner Geldanlage auf jeden Fall rein?

So kann man bewusst Finanzprodukte ausschließen, die etwa in Streuminen, Kinderarbeit oder Atomstrom investieren. Und man kann nach Finanzprodukten suchen, bei denen man mit seinem Geld etwa soziale Projekte, Biobauern oder Windkraftparks unterstützt. 

Zudem gibt es den „Best-in-Class“-Ansatz. Dabei werden besonders nachhaltige Unternehmen einer Branche ausgewählt, erklärt der Naturschutzbund Deutschland.

Vorsicht bei Waldinvestments

Zunächst sollten sich Anleger aber überlegen, welches Finanzprodukt zu ihrer Risikobereitschaft und ihren Anlagezielen passt. Im Internet stoßen Anleger bei ihrer Suche nach nachhaltigen Geldanlagen mitunter auch auf Beteiligungen, etwa an Windparks oder Waldprojekte. 

„Geht es um den Vermögensaufbau, ist das Verlustrisiko bei solchen Investments viel zu hoch - zumal unvorhersehbare Komponenten wie Wetter und das Wachstum des Waldes hinzukommen können“, sagt Sandra Klug und rät daher von solchen Direktinvestments ab. 

Zumal der Umweltaspekt nicht immer erwiesen sei. Bei einer Aufforstung könne es sich laut Klug etwa auch um eine Monokultur handeln. Und im Fall einer Insolvenz gilt: „Die Wahrscheinlichkeit, dass man sein Geld dann zurückerhält, ist sehr gering“, so die Abteilungsleiterin im Bereich Geld und Versicherungen. Ähnlich sieht es bei vielen Crowdfunding-Projekten aus. Dieses Risiko sollte Anlegern bewusst sein.

Gängige Anlageregeln im Blick behalten

Auch bei nachhaltigen Finanzprodukten sollte man gängige Anlageregeln nicht vergessen. Ein Klassiker: „Es gibt keine hohe Rendite, ohne hohes Risiko - auch wenn Anbieter mit anderen Aussagen werben“, so Sandra Klug. Das helfe dabei, dass man auf falsche Versprechen nicht reinfällt.

Wichtig ist zudem, nicht alles auf eine Karte zu setzen. „Viele Leute setzen nachhaltige Geldanlagen mit erneuerbaren Energien gleich. Dahinter stecken dann etwa Aktienfonds, die sich nur auf diese Branche fokussieren - doch das ist viel zu riskant als Basisanlage“, sagt Karin Baur von der Stiftung Warentest.

„Wir raten stattdessen, auf Fonds zu setzen, die weltweit investieren und somit das Risiko möglichst breit streuen.“ Da haben Anleger etwa die Wahl zwischen Fonds, die auf strenge Nachhaltigkeitskriterien setzen, oder die weniger streng sind, aber etwa gezielt in Unternehmen investieren, die sich im Wandel zu mehr Klimafreundlichkeit befinden - sogenannte Transition Fonds.

Nachhaltige Fonds erkennen

Nachhaltige Fonds kann man an Abkürzungen wie „ESG“ oder „SRI“ erkennen - es geht um Environmental, Social, Governance oder Socially Responsible Investment, also übersetzt um umwelt- und sozialverträgliche Investitionen und um soziale Verantwortung. Oft stecken im Fonds-Namen auch Wörter wie „grün“ oder „nachhaltig“. Das Problem: „Welche Kriterien genau dahinterstecken, lässt sich am Namen nicht erkennen“, sagt Sandra Klug. 

„Auch viele Siegel sagen nichts über die Wirtschaftlichkeit oder den Impact der Finanzprodukte - also ihre Wirkung - mit Blick auf die Nachhaltigkeit aus“, so die Verbraucherschützerin. Oft seien die Kriterien der einzelnen Siegel untereinander auch nicht vergleichbar und die Angaben nur schwer nachprüfbar. 

Unabhängige Bewertungen finden

„Wer sich nicht die Mühe machen will, alle Nachhaltigkeitskriterien selbst zu überprüfen, findet Bewertungen und Test mit transparenten Kriterien, etwa bei der Stiftung Warentest“, sagt Sandra Klug. 

Regelmäßig bewertet die Stiftung Fonds nach ihrem Anlageerfolg und ihrer Nachhaltigkeit. Mit einem interessanten Ergebnis: „Die Fonds, die in unseren Nachhaltigkeitstests eine Bestnote erhalten, sind durchweg aktiv gemanagte Fonds“, sagt Karin Baur.

Was Anlegern klar dabei sein sollte: Aktiv gemanagten Fonds stellen Fondsmanager zusammen. „Dieser Service verursacht Kosten, die von der Rendite abgehen. Während Indexfonds im Vergleich dazu viel günstiger sind“, erklärt Karin Baur.

„Am Ende geht es oft darum, den bestmöglichen Kompromiss zu finden“, so Klug. Dann müsse man etwa überlegen, ob man einen breit gestreuten, nachhaltigen Fonds nimmt, obwohl einzelne Firmen dabei sind, die man eigentlich ausschließen wollte. Genauso müssen Anleger bei nachhaltigen Geldanlagen - wie bei jeder Geldanlage - gut zwischen Rendite, Risiko, Liquidität abwägen.

Ganzheitlicher Ansatz

Ob es nun um Fonds, Festgeld oder um ein Girokonto geht - eines ist gleich: „Die Bank arbeitet mit meinem Geld - sie vergibt es als Kredit oder investiert damit am Kapitalmarkt“, sagt Karin Baur. „Wer Nachhaltigkeitskriterien auf allen Ebenen berücksichtigt wissen will, muss sich also auch eine nachhaltige Bank suchen.“ 

Die Verbraucherzentrale Bremen verweist dafür auf eine im Dezember 2025 veröffentlichte Untersuchung: Der „Fair Finance Guide“ vergleicht bei 17 ausgewählten Banken und Sparkassen nachhaltige Kriterien. Zudem können Vergleichsplattformen und unabhängige Berater dabei helfen, hierzu einen guten Überblick zu bekommen.

Tipp: Eine Checkliste der Verbraucherzentrale zeigt, worauf Anleger bei nachhaltigen Geldanlagen alles achten können.

Wer sein Geld nachhaltig anlegen will, findet viele Angebote.picture alliance / dpa-tmn

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