Panorama

Socken und Knete gegen Schneeklumpen unter Pferdehufen?

Socken oder Knete statt Profi-Hufbeschlag? Manche setzen bei ihren Pferden auf kreative Ideen, um Schneeklumpen unter den Hufeisen zu verhindern. Eine Expertin hat dazu eine klare Meinung.

Von dpa

10.01.2026

Auch bei Schnee können gesunde Pferde auf der Koppel sein. (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa

Auch bei Schnee können gesunde Pferde auf der Koppel sein. (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa

© Julian Stratenschulte/dpa

Pferde mit Hufeisen können im Schnee Probleme bekommen, denn darunter bilden sich schnell dicke Eisklumpen. Die Bewegungsfreiheit der Tiere ist dann enorm eingeschränkt, die Gefahr des Stolperns oder sogar von Stürzen ist groß.

Vorbeugen können Pferdebesitzerinnen und Pferdebesitzer durch spezielle Hufbeschläge. Ein Schmied nagelt dabei sogenannte Hufgrips oder Schneegrips zwischen Huf und Hufeisen. Diese verhindern, dass sich viel Schnee unter dem Huf sammelt. Doch manche Pferdemenschen nutzen auch andere Möglichkeiten, um das sogenannte Aufstollen - Schneeklumpen unter den Hufen - zu verhindern. 

Expertin sieht Socken oder Knete in den Hufen kritisch

Die einen kleben Knete oder Plastikteile in die Hufe, andere ziehen ihren Pferden Socken an und kleben diese mit Panzertape fest. In sozialen Medien kursieren zahlreiche Bilder und Videos mit Tipps und Erfahrungsberichten.

Die Tierschutzbeauftragte der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Christiane Müller, sieht solche vermeintlich kreativen Lösungen kritisch. „Wenn überhaupt funktioniert das nur über einen sehr kurzen Zeitraum“, sagt sie. Bei Glätte helfen solche Lösungen demnach auch nicht. „Frühzeitig oder kurzfristig Schneegrip vom Hufschmied einsetzen zu lassen oder die Eisen abnehmen zu lassen, ist das wirksamste und beste für die Pferde“, erklärt sie.

Pferde spielen gerne im Schnee

Der Expertin zufolge haben gesunde Pferde mit kräftigem Winterwetter keine Probleme. „Schnee wird von Pferden neugierig beschnuppert, zum Wälzen genutzt oder auch zum Anlass genommen mit Artgenossen zu spielen“, sagt die bundesweit tätige Sachverständige für Pferdehaltung, -zucht und -sport aus Westerau in Schleswig-Holstein.

„Sobald der Boden hart gefroren oder rutschig ist, passen sie ihre Bewegungsabläufe den Bodenverhältnissen an.“ Bei anhaltendem Wind verbunden mit Nässe und niedrigen Temperaturen sollten Pferde aber nur vorübergehend ohne Witterungsschutz draußen stehen.

Manche kleben Knete oder Plastikteile in die Hufe. Andere ziehen ihren Pferden Socken an und kleben diese mit Panzertape fest.Helen Hoffmann/dpa

Manche kleben Knete oder Plastikteile in die Hufe. Andere ziehen ihren Pferden Socken an und kleben diese mit Panzertape fest.Helen Hoffmann/dpa

© Helen Hoffmann/dpa

Das könnte Sie auch interessieren
Fachleute warnen vor großen Lawinen. (Archivbild)Jakob Gruber/APA/dpa
Update -

Panorama

zur Merkliste

Hohe Lawinengefahr in Alpen - mehrere Tote in Frankreich

Ein rotes Risikoband zieht sich durch die Alpen: Lawinen können schon bei geringer Belastung oder von selbst abgehen. Fachleute fordern Vorsicht abseits der Pisten. In Frankreich gibt es Unglücke.

Panorama

zur Merkliste

Geflügelpest in Goldberg – 23.000 Puten getötet

Nach dem Ausbruch der Geflügelpest in Goldberg werden rund 23.000 Puten gekeult. Welche Maßnahmen der Landkreis jetzt beschließt und was das für Geflügelhalter in der Region bedeutet.