Schlauch, Rutsche, Kinderwagen - alles Hitzefallen für Kids
Kopfschmerzen, Hitzekrämpfe, sogar Verbrennungen: Warum Spielplatz, Garten und sogar Kinderwagen bei Hitze zur Gefahr werden können – und welche Warnzeichen Eltern kennen sollten, erklären Mediziner.
Gefahr für Kinder: Auch Spielgeräte wie Metallrutschen können sich bei direkter Sonneneinstrahlung stark aufheizen.picture alliance / dpa Themendienst
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Um Kinder bei unerträglicher Hitze zu schützen, denken besorgte Eltern meist an Sonnencreme, Schatten und ausreichendes Trinken. Doch es gibt Orte, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen, sich aber als gefährliche Hitzefallen entpuppen - etwa im Garten, auf dem Spielplatz oder im Kinderwagen.
Verbrühungsgefahr im eigenen Garten
Für kleine Racker bringt es meist einen Riesenspaß, an heißen Tagen mit dem Schlauch abgespritzt zu werden und mit den Wasserstrahlen um die Wette zu hüpfen. Was wie eine harmlose Abkühlung wirkt, kann aber schlimm enden.
Denn Wasser, das längere Zeit in einem Gartenschlauch in der Sonne steht, kann sich stark aufheizen. „In frei liegenden Gartenschläuchen können Wassertemperaturen von bis zu 50 Grad entstehen. Für empfindliche Kinderhaut kann das bereits gefährlich werden“, sagt Till Dresbach, leitender Oberarzt der Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin am Uniklinikum Bonn.
Sein Rat: Eltern sollten deshalb das erste Wasser grundsätzlich ablaufen lassen und die Temperatur vorab mit der Hand prüfen.
Metallrutschen, Fallschutzmatten und Co.: Die Gefahr auf dem Spielplatz
Auch Spielplätze können sich bei direkter Sonneneinstrahlung stark aufheizen. Eltern ist oft durchaus bewusst, dass Metallrutschen richtig heiß werden können. „Weniger bekannt ist, dass auch Kunststoff, Gummi oder dunkle Fallschutzmatten Temperaturen erreichen können, die für Kinderhaut problematisch sind“, so Dresbach.
Sein Rat: Eltern sollten Spielgeräte und Oberflächen vor der Nutzung mit der Hand prüfen. Kinderhaut ist deutlich empfindlicher als die Haut Erwachsener. Deshalb gelte: Was für die Hand eines Erwachsenen bereits unangenehm heiß ist, kann für Kinder schmerzhaft oder sogar gefährlich werden.
Kinderwagen können zur Hitzefalle werden
Wenn die Sonne brennt, sieht man oft, wie Eltern mit Tüchern und Decken den Kinderwagen abdecken, um Kinder vor den Strahlen zu schützen. Dabei entsteht allerdings ein unbeabsichtigtes Risiko. Denn dadurch kann die Luftzirkulation eingeschränkt werden, sodass sich Hitze im Wageninneren staut. „Ein Tuch über dem Kinderwagen spendet zwar Schatten, kann aber gleichzeitig die Luftzirkulation einschränken und einen Hitzestau begünstigen“, erklärt Dresbach.
Sein Rat: Kinderwagen sollten deshalb möglichst im Schatten stehen und ausreichend belüftet werden. Wichtig ist zudem, Kinder regelmäßig zu kontrollieren. Ein heißer oder feuchter Nacken kann auf eine beginnende Überhitzung hinweisen.
Kinder im Auto zurücklassen? Niemals
Besonders gefährlich sind abgestellte Fahrzeuge. „Schon wenige Minuten können ausreichen, damit sich ein Auto gefährlich aufheizt“, warnt Dresbach. „Kinder dürfen deshalb niemals allein im Fahrzeug zurückgelassen werden - auch nicht bei geöffnetem Fenster.“
Typische Anzeichen von Hitzebelastung bei Kindern
Hitze kann Kinder generell belasten und verschiedene Beschwerden und Erkrankungen auslösen. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder aufmerksam beobachten und typische Warnsignale im Blick behalten. Welche das sind, zählt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte auf:
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Müdigkeit und Konzentrationsstörungen
- Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen
- Hitzekrämpfe (schmerzhafte Muskelkrämpfe)
- Hitzschlag - ein medizinischer Notfall
- Verschlechterung des Zustands bei Kindern mit seltenen schweren chronischen Erkrankungen wie Niereninsuffizienz sowie häufigen chronischen Erkrankungen wie Asthma, Allergien und ADHS.