Mit Charme und Schwächen: Fiat 500 (seit 2007)
Cabrio, Allrad oder Sportflitzer: Der Fiat 500 bietet Vielfalt – doch bei der Hauptuntersuchung gibt’s oft böse Überraschungen. Welche Modelle als Pannenkönige gelten.
Knuffiger Kamerad oder unzuverlässiger Unhold? Wie schneidet der Fiat 500 bei Gebrauchtwagen-Experten ab und worauf sollten Käufer achten?Alberto Alquati/Fiat/dpa-tmn
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Für Fiat ist der 500 ein voller Erfolg: In seinem Segment der Auto-Minis zählt er zu den meistverkauften Modellen. Laut ADAC hat sich der Cinquecento weltweit bislang über 1,5 Millionen verkauft.
Viele Kunden dürfte das italienische Image ansprechen, dass der aktuelle 500 als Erbe von Vorgängern wie dem 500 Topolino („Mäuschen“, von 1936 bis 1955) und der „Knutschkugel“ Nuova 500 (1957 bis 1975) verkörpert. Ernüchterung jedoch bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU): Dort zeigt der 500 viele Schwächen.
- Modellhistorie: 2007 trat der 500 (Typ 312) das Erbe des bis in die 1970er-Jahre gebauten Nuova 500 an. Neuartiges gab’s im Jahr 2010 unter der Haube: Fiat setzte erstmals Zweizylinder-Turbo ein, die TwinAir-Motoren. Umgestaltete Rückleuchten, überarbeitete Motoren, ein Cockpit im neuen Look sowie Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht brachte die Modellpflege von 2015.
Fünf Jahre später war Premiere für den Cityhopper als Elektroauto (hier nicht weiter berücksichtigt). Seit Mitte 2024 wird der 500 nicht mehr produziert – zumindest nicht mehr als reiner Verbrenner. Als Hybrid- und E-Version ist das Modell weiterhin verfügbar.
- Karosserie und Varianten: Die technische Basis teilt sich der Fiat 500 mit dem Panda. Standard in puncto Aufbau ist der Dreitürer mit Schrägheck. Aber auch als 500C mit großem Faltdach, als 500L mit bis zu sieben Sitzen (Einführung 2012) und als 500X mit Allrad (Einführung 2014) wurde das Modell gebaut.
Auch bei den Antrieben ist die Auswahl groß: Diesel, Benzin oder Gas kann der 500 zum Fortkommen verbrennen. Die Zusatzbezeichnung Abarth tragen die Sportmodelle mit mehr PS. Stärkste Variante ist der Abarth 695 Biposto mit 140 kW/190 PS.
- Abmessungen (je nach Karosserie und Antrieb, laut ADAC): 3,55 m bis 4,27 m x 1,63 m bis 1,80 m x 1,49 m bis 1,68 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 165 l bis 1.480 l.
- Stärken: Fahrwerkseitig gibt es an den Antriebswellen nichts zu bemängeln, die Lenkung ist ebenfalls im grünen Bereich, und Rost kommt kaum vor, so der „Auto Bild TÜV-Report 2026“. Das gilt auch für Mängel an den Blinkern. Die Bremsleitungen und - schläuche erweisen sich bei der HU als haltbar.
- Schwächen: leider eine lange Liste. Schon zum ersten Prüftermin fährt der 500 überhöhte Beanstandungsquoten ein: wegen ausgeschlagener Gelenke an den Achsaufhängungen, Fehler bei Abblendlicht, Front- und Rücklicht sowie Ölverlust.
Beim zweiten Check gibt es zu oft Probleme mit der Funktion von Fuß- und Handbremse, auch die Abgasrohre sind laut Report „ein kritisches Thema“. Bei der dritten HU zeigen die Bremsscheiben überhöhten Verschleiß. Ältere Fahrzeuge fallen öfter durch die Abgasuntersuchung (AU).
- Pannenverhalten: Das Urteil, das der ADAC über den italienischen Wagen fällt, ist ziemlich gemischt: Noch am besten schneiden in der Pannenstatistik des Clubs Exemplare der Erstzulassungsjahre ab 2019 ab: „zuverlässig“. „Unzuverlässig“ bis „sehr unzuverlässig“ sind demnach Modelle von 2013 bis 2015. Solche von 2008 bis 2012 sowie 2016 bis 2018 stuft der ADAC als „mittelmäßig“ ein.
Zu den Pannenschwerpunkten zählen: die Fahrzeugelektrik allgemein bei Autos von 2008 bis 2010 sowie 2012, der Kabelbaum (2008 bis 2011), die Starterbatterie (2010 bis 2018) sowie Kraftstoffpumpe und Zündspule (beides 2008).
- Motoren: Benziner (Zwei-, Drei- und Vierzylinder mit Front- und Allradantrieb): 63 kW/85 PS bis 140 kW/190 PS; Diesel (Vierzylinder mit Front- und Allradantrieb): 55 kW/75 PS bis 110 kW/150 PS; LPG (Vierzylinder mit Frontantrieb): 51 kW/69 PS; Mild-Hybrid-Benziner: 51 kW/70 PS); Erdgas (Zweizylinder mit Frontantrieb; nur 500L): 63 kW/85 PS.
Händler-Verkaufswert nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) mit statistisch erwartbaren Kilometern - drei Preisbeispiele:
- 500 0.9 TwinAir Cult (6/2014); 63 kW/85 PS (Zweizylinder); 125.000 Kilometer; 6.031 Euro.
- 500 Cabrio 1.0 Mild Hybrid Basis (6/2022); 51 kW/69 PS (Dreizylinder); 47.000 Kilometer; 10.871 Euro.
- 500X 1.6 MultiJet Attractive 4x2 (6/2016); 88 kW/120 PS (Vierzylinder); 130.000 Kilometer; 8.863 Euro.