Panorama

(K)ein Gefühl der Sicherheit: Kinder-Smartwatches

Kinder-Smartwatches sollen Eltern Sicherheit geben, verarbeiten aber viele sensible Daten - ein Risiko. Eine BSI-Studie deckt Schwächen auf. Worauf Eltern vor dem Kauf achten sollten.

Von dpa

19.10.2026

Kinder-Smartwatches sollen Eltern beruhigen – doch Ortung und andere Funktionen sollten nur aktiviert werden, wenn sie wirklich gebraucht werden.Nico Tapia/dpa-tmn

Kinder-Smartwatches sollen Eltern beruhigen – doch Ortung und andere Funktionen sollten nur aktiviert werden, wenn sie wirklich gebraucht werden.Nico Tapia/dpa-tmn

© Nico Tapia/dpa-tmn

Sie gelten als altersgerechte Alternative zum Smartphone: Beim Telefonieren und Nachrichtenschreiben mit Kinder-Smartwatches gehen die Kleinen erste Schritte in der digitalen Welt, während sich ihre Eltern etwa durch Ortungsfunktionen Sicherheit versprechen. 

Allerdings verarbeiten die vernetzten Uhren mit Standort- und Kommunikationsdaten des Kindes teils hochsensible Daten und können so selbst zum Sicherheitsrisiko werden, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). 

Vor dem Smartwatch-Kauf gilt: Fragen stellen!

Eltern sollten deshalb nicht erst bei der Einrichtung und der alltäglichen Nutzung einer Kinder-Smartwatch auf die notwendige IT-Sicherheit achten, sondern auch schon vor dem Kauf. Die Behörde rät Erziehungsberechtigten deshalb, sich während des Auswahlprozesses mit folgenden Fragen zu beschäftigen:

  • Wie lange sichert der Hersteller Sicherheitsupdates zu? Erhält eine Smartwatch keine Updates mehr, sollte sie nicht länger genutzt werden.
  • Welche Funktionen und Sensoren bietet das Gerät - und welche Daten werden dabei verarbeitet?
  • Wie lässt sich der Zugriff auf Benutzerkonten absichern? Im Idealfall steht dafür eine Zwei-Faktor-Authentisierung zur Verfügung. Zwingend ist ein starkes, sicheres Passwort.
  • Wie kann das Gerät vor Zugriffen von außen geschützt werden? Eine Tastensperre verhindert etwa im Fall von Verlust oder Diebstahl, dass Daten ohne weiteres eingesehen werden können.
  • Kann festgelegt werden, wer das Kind anrufen und ihm Nachrichten schicken kann? Eine solche Funktion verhindert, dass Fremde über die Smartwatch Kontakt aufnehmen.
  • Sind Funktionen wie Ortung, Bewegungsmuster, Kamera und andere Dienste einzeln deaktivierbar? Solche Funktionen sollten, wenn überhaupt, nur bei Bedarf aktiviert werden.
  • Gibt es Erfahrungen mit der Smartwatch, etwa Berichte aus vertrauenswürdigen Quellen, von Experten, Fachmedien, Verbraucherschutzverbänden oder unabhängigen Prüfinstituten?

IT-Sicherheits-Studie: Drei Smartwatches unter der Lupe

In der Untersuchung „IT-Sicherheit auf dem digitalen Verbrauchermarkt: Fokus Kinder-Smartwatches“ hatte das BSI drei Kinder-Smartwatches aus unterschiedlichen Preissegmenten samt zugehöriger Begleit-Apps untersucht. Im Fokus standen dabei die Absicherung der persönlichen Daten und der Kommunikation sowie technische Schwachstellen in den untersuchten Systemen.

Deutliche Mängel bei allen drei untersuchten Uhren

Der Bericht bemängelt dabei folgende Punkte:

  • Bei keinem der drei untersuchten Produkte war den Angaben zufolge eine sichere Standardkonfiguration vollständig umgesetzt.
  • Zwei der drei untersuchten Geräte übermittelten Daten teilweise unverschlüsselt. Dadurch können sensible Informationen bei der Übertragung grundsätzlich einem erhöhten Risiko ausgesetzt sein.
  • Alle drei wiesen Defizite bei der sicheren Außerbetriebnahme auf: Insbesondere das Löschen personenbezogener Daten und das Zurücksetzen auf einen sicheren Werkzustand sollten zuverlässig möglich sein.
  • Nur bei einem der untersuchten Produkte gab der Hersteller
    an, wie lange Sicherheitsupdates bereitgestellt werden.
Das könnte Sie auch interessieren