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E-Bike fahren: Fünf Probleme und fünf Lösungen

Nicht nur Einsteiger machen Fehler: wie auch erfahrene Pedelec-Fahrer beim Überholen, Bremsen oder auf langen Routen oft Risiken eingehen – und wie es für Einsteiger und Fortgeschrittene besser geht.

Von dpa

02.02.2026

Auch auf vertrauten Wegen sollten Pedelec-Fahrer das Tempo konsequent an Verkehr, Wetter undSichtverhältnisse anpassen.picture alliance / dpa Themendienst

Auch auf vertrauten Wegen sollten Pedelec-Fahrer das Tempo konsequent an Verkehr, Wetter und Sichtverhältnisse anpassen.picture alliance / dpa Themendienst

© picture alliance / dpa Themendienst

Elektrofahrräder sind weiterhin beliebt. Als bis 25 km/h beim Treten unterstützende Pedelecs gelten sie rein rechtlich als normale Fahrräder. Doch so ganz „normal“ sind die umgangssprachlich auch E-Bike genannten Gefährte mit E-Motor-Unterstützung freilich nicht. Vor allem nicht für Einsteiger. Doch auch Fortgeschrittene können noch einiges verkehrt machen. Welche fünf Fehler und Probleme bei beiden Gruppen aufkommen können und wie es besser geht:

Für Anfängerinnen und Anfänger: 

  • Zu schnelle Beschleunigung: Wie kraftvoll der E-Motor reagiert, und wie schnell ein Pedelec beschleunigen kann - das würden viele Anfänger unterschätzen, so der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR). Wer beim Anfahren sofort viel Druck auf die Pedale gebe, wird vom plötzlichen Vortrieb überrascht und verliert leicht die Kontrolle.

    Lösung: Erst mit einer niedrigen Unterstützungsstufe starten. Und zwar bestenfalls auf sicherem, verkehrsarmem Gelände. „Beschleunigen Sie bewusst langsam und steigern Sie Tempo und Motorleistung erst, wenn Sie sich mit dem Fahrverhalten vertraut fühlen“, rät der DVR.
     
  • Nicht angepasste Geschwindigkeit: Oft sind noch unerfahrene E-Biker viel schneller unterwegs, als es ihre Fahrpraxis erlaubt. Die Krux: Der Der elektrische Antrieb kann ein „Gefühl von Leichtigkeit und Kontrolle“ vermitteln. Denn die Beschleunigung erfolgt mühelos und ohne große körperliche Anstrengung. Dadurch werde die tatsächliche Geschwindigkeit oft unterschätzt.

    Lösung: Das Tempo immer bewusst und konsequent an die Umgebung, Verkehrsdichte und eigene Erfahrung anpassen. Denn wer Tempo rausnimmt, erhöht die Reaktionszeit und kann so das Unfallrisiko „erheblich“ senken.
     
  • Unsicheres Bremsen: Pedelecs sind in der Regel schwerer als Fahrräder ohne Motorunterstützung. Das kann die Bremswege verlängern. Bei Anfängen beobachtet der DVR oft, dass sie häufig zu spät verzögern oder nur eine Bremse ziehen. Das verlängert den Bremsweg, speziell dann, wenn überraschenden Hindernisse auftauchen.

    Lösung: Wer bremst, sollte besser Vorder- und Hinterradbremse gleichzeitig nutzen - und das frühzeitig und dosiert. Vor allem auf nassen oder rutschigen Wegen sollten E-Biker die Bremskraft besonders vorsichtig aufbauen.
     
  • Zu schnell in die Kurve: Das Fahren durch Kurven 
    Kurvenfahrten fühlen sich auf einem Pedelec anders an: Gewicht, Trägheit und Motorunterstützung wirken zusammen. Oft machen gerade Anfängerinnen und Anfänger falsch: sie gehen zu schnell in die Kurven und richten den Blick nicht in den Kurvenverlauf, sondern geradeaus.
     
    Lösung: Tempo schon vor der Kurve rausnehmen und den Blick auf die Kurveninnenseite richten. Dabei ruhig und gleichmäßig lenken - möglichst auf Bremsen in der Kurve in der Kurve verzichten. Vorher schon auf passendes Tempo runterbremsen.
     
  • Im Höllentempo bergab: Neulinge lassen sich auf den Pedelecs oft treiben - und fahren zu schnell bergab. Dabei unterschätzen einige Masse, Trägheit und längere Bremswege. Doch gerade bergab wird man schnell sehr schnell, während man für das Abbremsen deutlich mehr Zeit braucht.

    Lösung: Schon früh Schwung rausnehmen und gleichmäßig mit beiden 
    Bremsen verzögern - dabei das Körpergewicht leicht nach hinten verlagern. 

Für Fortgeschrittene

  • Auch Könner sind oft zu rasant: Je routinierter die Radler sind, desto mehr steigt auch das Tempo - und zwar laut DVR manchmal schneller, als es die Verkehrssituation zulässt. Gerade an bekannten Strecken, an Kreuzungen oder bei schlechter Sicht werde demnach die Geschwindigkeit nicht immer ausreichend reduziert. 

    Lösung: Auch auf vertrauten Wegen aufmerksam radeln und immer wieder das A und O: das Tempo konsequent an Verkehr, Wetter und
    Sichtverhältnisse anpassen.
     
  • Riskante Überholmanöver. Zuweilen sind erfahrene Pedelec-Fahrer sehr sportlich unterwegs - zu sportlich. Etwa, wenn sie zu knapp überholen oder den nötigen Sicherheitsabstand unterschätzen. Das erhöht laut DVR das Unfallrisiko und gefährdet andere auf der Straße und Fahrradwegen.

    Lösung: Nur mit genug Abstand und guter Sicht überholen. Das Manöver immer vorausschauend planen - und im Zweifel immer besser darauf verzichten. Die Geduld zahlt sich in höherer Sicherheit aus.
     
  • Falsche Nutzung der Infrastruktur. Gemeint ist beispielsweise: Das Fahren gegen die Fahrtrichtung oder Nutzung von Gehwegen, falls so etwas nicht ausdrücklich erlaubt ist. Das führt laut DVR häufig zu Konflikten – besonders mit Fußgängern oder Kraftfahrzeugen.

    Lösung: An die vorgeschriebene Fahrtrichtung halten, vorhandene Radwege korrekt benutzten und Gehwege nur dann, wenn sie ausdrücklich freigegeben sind. Auch sollte auf ausreichend Abstand zu Fußgängern und parkenden Autos geachtet werden. 
     
  • Ablenkung durch Handy. Mal eben telefonieren, die Whatsapp checken, geht auch mit einer Hand? Nein. Das Smartphone während der Fahrt in die Hand zu nehmen ist wie beim Auto verboten. Selbst erfahrene Fahrer sind aber nicht dagegen gefeit, sich am Lenker durch Handys ablenken zu lassen. Aber: Die geteilte Aufmerksamkeit verlängert Reaktionszeiten erheblich, warnt der DVR. Zwar ist das Telefonieren mit Freisprechanlage erlaubt - aber auch dann können Gespräche ablenken.

    Lösung: Nur im Stand bedient man das Smartphone sicher - und während der Fahrt lässt man die Konzentration auf Verkehr und Umgebung. 
     
  • Überlastung bei längeren Touren. Klar, schaffe ich die große Runde - mit dem Pedelec, easy! Wirklich? Aber lange Strecken, hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten oder zu wenige Pausen können zu Ermüdung führen. So lassen Konzentration und Reaktionsfähigkeit nach – das könne besonders beim Bremsen oder in Kurven schnell gefährlich werden.

    Lösung: Regelmäßige Pausen einplanen, genug trinken und Tempo sowie Streckenlänge an die eigene Fitness anpassen. Dabei ganz bewusst auf Ermüdungsanzeichen achten und rechtzeitig die Belastung reduzieren. 
Damit sich der Bremsweg nicht unnötig verlängert, nutzen Pedelec-Fahrer besser Vorder- und Hinterradbremse gleichzeitig.picture alliance/dpa/dpa-tmn

Damit sich der Bremsweg nicht unnötig verlängert, nutzen Pedelec-Fahrer besser Vorder- und Hinterradbremse gleichzeitig.picture alliance/dpa/dpa-tmn

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