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Belastende Mutterrolle: Perfektionsdrang über Bord werfen

Charlotte Casiraghi spricht offen über die Herausforderung Mutterschaft. Warum der Druck, alles gleichzeitig perfekt zu machen, viele Frauen betrifft – und was im Alltag wirklich entlastet.

Von dpa

30.01.2026

Mutterschaft bedeutet oft emotionale Zerrissenheit: Familie, Beruf und Selbstfürsorge müssen in Balance gebracht werden.Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Mutterschaft bedeutet oft emotionale Zerrissenheit: Familie, Beruf und Selbstfürsorge müssen in Balance gebracht werden.Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

© Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Mutterschaft ist eine Herausforderung - zumindest empfinden das viele Frauen so, vor allem, wenn sie mehrere Rollen gleichzeitig erfüllen. Davon ist man nicht ausgenommen, wenn man Mitglied der monegassischen Fürstenfamilie ist.

Im Zuge ihrer Buchveröffentlichung („La Fêlure“) Ende Januar hat Charlotte Casiraghi - Tochter von Prinzessin Caroline von Hannover - in einem Interview mit der spanischen „Elle“ (Ausgabe Februar 2026) darüber gesprochen, dass es eine enorme emotionale und körperliche Belastung sei, Kinder zu haben.

Frauen würden sich hin- und hergerissen, beobachtet oder sogar schuldig fühlen, wenn sie lange arbeiten oder Freiraum fordern, zitiert das Portal „Bunte.de“ die 39-jährige Mutter zweier Söhne.

Diese emotionale Zerrissenheit zwischen Familie, Beruf und eigenen Bedürfnissen und die damit einhergehende Belastung kennen sicher viele (berufstätige) Mütter aus ihrem Alltag. Was hilft?

Schluss mit Perfektionismus: Mut zum Unperfektsein hilft

Evelyn Wurster, systemische Coachin und Organisationsberaterin, rät sich einen Gasherd mit vier Flammen vorzustellen. Die vier Flammen stehen sinnbildlich für Beruf, Familie, Freunde und Selbstfürsorge. „Alle werden von einer Gasflasche gespeist“, so Wurster. „Drehe ich eine Flamme voll auf, bleibt für die anderen weniger Gas übrig. Drehe ich alle gleichzeitig voll auf, ist die Gasflasche wahnsinnig schnell leer.“

Die Konsequenz: Eltern - insbesondere Mütter - müssen eine Balance finden. Steht in manchen Phasen die Familie im Vordergrund, läuft die Karriere-Flamme eben kleiner. „Das ist völlig in Ordnung, denn später kann ich sie wieder höher drehen“, so die Coachin. 

Ihr wichtigster Rat: „Mut zum Unperfektsein“. Gerade junge Mütter würden sich oft selbst unter Druck setzen, alles gleichzeitig perfekt machen zu wollen, so Wurster.

Delegieren statt alles alleine stemmen 

Viele Mütter müssen sich dafür auch eingestehen, dass sie nicht immer alles alleine schaffen können und müssen. Vielmehr geht es darum, Verantwortung innerhalb der Familie möglichst gerecht zu teilen - und Aufgaben auch mal loszulassen. 

Hier ist etwa der Vater der Kinder gefragt, aber auch Freunde, Bekannte oder die Großeltern - sofern sie noch fit und bereit dazu sind - können Entlastung für Mütter schaffen.

Positive Nebeneffekte für die Großeltern

Das Delegieren innerhalb des erweiterten Familienkreises, etwa an die Großeltern, hat auch einen erstaunlichen Nebeneffekt: Denn Babysitten hält das Gehirn jung. Laut einer aktuellen Studie, die in „Psychology and Aging“ erschienen ist, sind Großeltern, die regelmäßig auf ihre Enkel aufpassen gegenüber nicht betreuenden Großeltern, länger fit. 

Sowohl betreuende Großmütter als auch Großväter ab 50 Jahren zeigten im Vergleich zur Kontrollgruppe eine höhere sprachliche Flüssigkeit und ein besseres episodisches Gedächtnis. Bei betreuenden Omas wurde zudem ein geringerer kognitiver Abbau, also ihrer geistigen Fähigkeiten, im Zeitverlauf gemessen. Bei Großvätern allerdings nicht.

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