Panorama

Achtung: Diese beliebten Pflanzen sind für Kinder giftig

Gerade eben hingen Blatt, Blüte oder Beere noch an der Pflanze, nun kaut das Kind darauf herum. Auf welche beliebten Zimmer- und Gartenpflanzen Familien mit kleinen Kindern besser verzichten.

Von dpa

27.07.2026

Wer ein kleines Kind mit Entdeckungslust hat, sollte genau prüfen, welche Pflanzen im Garten einziehen.picture alliance/dpa/dpa-tmn

Wer ein kleines Kind mit Entdeckungslust hat, sollte genau prüfen, welche Pflanzen im Garten einziehen.picture alliance/dpa/dpa-tmn

© picture alliance/dpa/dpa-tmn

Kinder genießen die Pracht von Pflanzen manchmal anders als Erwachsene. Und zwar, indem sie die Gewächse anfassen - und sich gerne mal einen abgepflückten Teil davon in den Mund schieben. 

In den meisten Fällen ist das Verschlucken von Pflanzenteilen zwar harmlos, wie es von der Aktion Das Sichere Haus (DSH) heißt. Aber eben nicht immer. Denn in so mancher beliebten Garten- oder Zimmerpflanze stecken giftige Bestandteile, die mehr oder weniger starke Beschwerden hervorrufen können. Kleine Kinder sind dabei aufgrund ihres geringen Körpergewichts besonders gefährdet. 

Diese Zimmerpflanzen können für Kinder kritisch werden

Drei Beispiele für beliebte Zimmerpflanzen, die giftige Stoffe enthalten: 

  • Fensterblatt, auch als Monstera bekannt: Kommt ein Kind in Kontakt mit dem Pflanzensaft, kann es zu Hautreizungen kommen. Gelangt er an Schleimhäute, etwa im Mund, sind Schwellungen möglich. Und nascht das Kind von der Pflanze, kann es von Erbrechen und Durchfall geplagt werden, in seltenen Fällen auch von Krämpfen. 
  • Efeutute: Auch hier drohen beim Kontakt mit Haut und Schleimhäuten Schwellungen, es können sich auch Bläschen bilden. Gelangt der Pflanzensaft ins Auge, können Reizungen die Folge sein. Ein Verschlucken kann neben Erbrechen, Übelkeit und Durchfall auch Symptome wie Schwindel, Herzrasen und Ohnmacht auslösen. 
  • Dieffenbachie: Sie gilt der Aktion DSH zufolge als sehr giftig. Ihre Besonderheit: Bei Druck oder heftiger Bewegung können scharfe Kristalle aus der Pflanze hervorschießen, die schwere Entzündungen auf Haut, Schleimhäuten und im Auge auslösen können. Ein Verschlucken von Pflanzenteilen kann dem Kind Atemnot bescheren, wenn der Mund-Rachen-Raum anschwillt. 

Auch „Knallerbsen“ können Übelkeit auslösen

Auch im Garten können sich für Kinder giftige Pflanzen befinden. Etwa die bei Kindern durchaus beliebten „Knallerbsen“, die sich von der Schneebeere abpflücken lassen. Die weißen Beeren sind laut der Aktion DSH zwar nur schwach giftig, können bei Verzehr aber dennoch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen. Vernascht das Kind größere Mengen, kann es verwirrt wirken. 

Bei Kindern beliebt, aber nicht ungefährlich: Die „Knallerbsen“ der Schneebeere können zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen.Andrea Warnecke/dpa-tmn

Bei Kindern beliebt, aber nicht ungefährlich: Die „Knallerbsen“ der Schneebeere können zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen.Andrea Warnecke/dpa-tmn

© Andrea Warnecke/dpa-tmn

Auch der Gemeine Efeu kann zu Magen-Darm-Beschwerden führen, wenn das Kind Teile davon verputzt. 

Und dann gibt es noch die Pflanzen, die so giftig sind, dass ein Verzehr - auch für Erwachsene - schnell lebensgefährlich wird: der Blaue Eisenhut oder die Engelstrompete. So schön beide auch aussehen: Sind neugierige Kinder im Garten unterwegs, sollten sie dort auf keinen Fall wachsen. 

Was Eltern vor dem Pflanzenkauf checken sollten

Sollen neue Pflanzen in die Wohnung oder in den Garten einziehen, prüfen Eltern am besten, ob sie für Kinder giftig sind. Die Aktion DSH bietet online eine Giftpflanzendatenbank an - und auch eine Positivliste mit Pflanzen, die Eltern sich ruhigen Gewissens im Garten pflanzen können. Dazu zählen Rosen, Lavendel und Margeriten. 

Im Notfall: Ruhe bewahren und Giftnotruf wählen

Das Kind hat von einer Pflanze mit giftigen Bestandteilen genascht? Dann gilt für Eltern: Einmal tief durchatmen, Ruhe bewahren - und dann eventuell vorhandene Pflanzenreste aus dem Mund des Kindes angeln. Eltern können ihrem Kind nun ein oder zwei Gläser Wasser oder Tee zu trinken geben, wie das BfR rät. Die schädlichen Stoffe im Körper des Kindes werden dadurch verdünnt. 

Für eine Risikoeinschätzung und um das weitere Vorgehen zu besprechen, rufen Eltern nun am besten beim zuständigen Giftinformationszentrum an. Eine Übersicht über Giftnotrufe ist online zu finden. 

Am besten haben Eltern beim Anruf Antworten auf folgende Fragen parat, die das BfR aufzählt: 

  • Um welche Pflanze geht es?
  • Welche Teile der Pflanze hat das Kind gegessen?
  • Wie viel hat das Kind gegessen?
  • Wie lange ist es her, dass das Kind die Pflanzenteile gegessen hat?
  • Wie alt und schwer ist das Kind?

Zeigt das Kind starke Vergiftungssymptome wie Bewusstlosigkeit oder Atemnot, ist das ein Fall für den Notruf 112.

Der Pflanzensaft der Monstera kann Hautreizungen auslösen und bei Verzehr zu Erbrechen, Durchfall oder Krämpfen führen.picture alliance/dpa/dpa-tmn

Der Pflanzensaft der Monstera kann Hautreizungen auslösen und bei Verzehr zu Erbrechen, Durchfall oder Krämpfen führen.picture alliance/dpa/dpa-tmn

© picture alliance/dpa/dpa-tmn

Das könnte Sie auch interessieren