Klare Kante zur Linken - CDU-Mann Müller kritisiert Gysi
Der CDU-Politiker Sepp Müller setzt im Rennen um den CDU-Landesvorsitz in Sachsen-Anhalt auf Distanz zur Linken. An seiner Seite warnt der Historiker Hubertus Knabe vor einer Verharmlosung der DDR.
Müller sagte, seine Partei, die CDU, liege in Trümmern.Michael Kappeler/dpa
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Unions-Fraktionsvize Sepp Müller hat seine ablehnende Haltung gegenüber der Linken bekräftigt. Für ihn sei klar, dass „mit dieser Partei und vor allem mit diesen Personen für uns heutzutage keine Zusammenarbeit möglich ist“, sagte der CDU-Politiker bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Historiker Hubertus Knabe in Wittenberg. „Dafür stehe ich, dafür arbeite ich.“
Müller kritisierte etwa Linken-Urgestein Gregor Gysi, der einst Vorsitzender der SED war. Gysi trage weiterhin Schuld an denjenigen, die unter der SED-Diktatur in der DDR gelitten hätten. Es sei wichtig, daran zu erinnern, „dass wir zwei Diktaturen auf deutschem Boden hatten“. Das Thema bewege die Menschen, „weil schönreden von Diktaturen führt irgendwann wieder zu Diktaturen“, so Müller.
Müller will CDU-Landeschef in Sachsen-Anhalt werden
In Sachsen-Anhalt soll der CDU-Landesvorstand im Spätherbst neu gewählt werden. Müller will Landesvorsitzender werden und hat seine Kandidatur auch mit einem klaren Abgrenzungskurs zur Linken verbunden. Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Veranstaltung sagte Müller, dass das Feedback auf seine Bewerbung um den Landesvorsitz aus der CDU sehr gut sei.
Müller hatte bei der konstituierenden Sitzung des Bundestags 2025, die Alterspräsident Gysi leitete, demonstrativ Knabes Buch „Die Täter sind unter uns“ während Gysis Rede nach oben gehalten. In Wittenberg verwies Knabe darauf, dass aus der SED die PDS und aus dieser letztlich die Linke wurde. „Die Partei tut ja so, als hätte sie damit nichts zu tun“, sagte Knabe.
Historiker: „Die Diktaturpartei machte einfach weiter“
Bei der Wiedervereinigung sei mit der DDR ein ganzer Staat der Bundesrepublik beigetreten, so der Historiker. „Die Diktaturpartei machte einfach weiter“, sagte Knabe. Die SED-Mitgliederkartei habe Gysi damals vernichten lassen, Milieus alter Funktionäre hätten sich konservieren können.
Frühere Funktionäre der SED hätten auch später noch von der DDR geschwärmt. „Und das kann man bis heute im Parteiprogramm der Linken auch nachlesen“, sagte Knabe und forderte eine fortwährende Beschäftigung mit der DDR-Zeit. Man müsse daraus Lehren für die Zukunft ziehen, so der Historiker.