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Sparoption an der Tankstelle: Viele Benziner vertragen E10

Wer Super E10 tankt, kann oft einige Cent pro Liter sparen. Doch wie prüfen Autofahrer, ob ihr Benziner geeignet ist? Tipps und Hinweise zur richtigen Vorgehensweise.

Von dpa

04.03.2026

Umweltaspekt im Fokus: Der Bioethanol-Anteil in E10 soll den CO₂-Ausstoß im Vergleich zu reinem Benzin reduzieren, und ist in der Regel günstiger als das höherwertige Super Plus.Christin Klose/dpa-tmn

Umweltaspekt im Fokus: Der Bioethanol-Anteil in E10 soll den CO₂-Ausstoß im Vergleich zu reinem Benzin reduzieren, und ist in der Regel günstiger als das höherwertige Super Plus.Christin Klose/dpa-tmn

© Christin Klose/dpa-tmn

Die Spritpreise kennen aktuell scheinbar nur eine Richtung: nach oben. Ein paar Cent pro Liter sparen – das klingt verlockend? Nun, zumindest für Benziner könnte es einen Tipp dafür geben. Wer nicht ohnehin schon Super E10 tankt, könnte herausfinden, ob das eigene Auto das verträgt. Rund sechs Cent pro Liter ist E10 aktuell meist günstiger als Super E5.

Was ist E10 eigentlich?

Der Sprit ist seit rund 15 Jahren auf dem Markt. Durch einen doppelt so hohen Ethanolanteil sollen Treibhausgase reduziert werden. Die meisten modernen Autos eignen sich für das Superbenzin E10 mit höherem Ethanolanteil. So würden alle Benzin-Fahrzeuge, die ab 2012 in Deutschland erstmals zum Verkauf angeboten werden, E10 vertragen, so der Club mit Verweis auf die Deutsche Automobil Treuhand (DAT).

Gewissheit darüber finden Autobesitzer laut ADAC in der Bedienungsanleitung des Autos, oder auf der Innenseite des Tankdeckels. Teilweise geben aber auch die Internetseiten der Fahrzeughersteller und -importeure Auskunft darüber – ein bisschen Suche vorausgesetzt. Der Autoclub verweist auch auf eine im Netz kostenlos abrufbare Liste der DAT.

Bleiben immer noch Zweifel, etwa wenn das Erstzulassungsdatum nah an den Grenzen des genannten Baujahres liegt, sollte man den Kontakt zum Händler oder Hersteller suchen.

Ein Mehrverbrauch - theoretisch ja, aber...

Der niedrigere Energiegehalt von Ethanol führt trotz besserem Brennwert zu einem theoretischen Mehrverbrauch von etwa einem Prozent, so der ADAC. Und auch Stichproben des Autoclubs haben Mehrverbräuche von plus 1,7 Prozent - aber auch Minderverbräuche von minus 2,21 Prozent - festgestellt.

Der Autoclub führt verschiedenen Motor- und Regelungstechniken ins Feld, die einheitliche Angaben über den Spritverbrauch nicht zuließen. Aber die größten Verbrauchsunterschiede im Alltag haben ihre Ursachen in unterschiedlichen Fahrweisen und in äußeren Einflüssen wie etwa dem Verkehrsfluss. So lautet das Fazit: Bei gleicher Fahrweise lohnt sich das Tanken von E10 finanziell.

Das Auto verträgt kein E10 - was könnte passieren?

Ist das Auto aber nicht für E10 freigegeben, können die höheren Anteile an Bioethanol korrosiv auf Aluminium wirken oder zu Versprödungen der Elastomer-Dichtungen im Kraftstoff-System führen, so der ADAC. Das wiederum kann für Undichtigkeiten im Kraftstoffsystem sorgen. Diese Probleme seien allerdings die große Ausnahme.

Wer dennoch aus Versehen falsch tankt, sollte die Herstellerangaben befolgen, so der ADAC und der Tüv Süd. Oft könne es bereits ausreichen, den Tank sofort mit einer Sorte mit weniger Ethanol aufzufüllen, um das Mischungsverhältnis weniger kritisch zu machen. Hier ist fachlicher Rat sinnvoll.

Hat man aber fälschlicherweise mit E10 voll aufgefüllt, könnte im Einzelfall schlimmstenfalls – je nach Vorgabe des Autoherstellers – ein Abpumpen erforderlich werden, um Folgeschäden zu verhindern. Auch hier ist fachlicher Rat sinnvoll.

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