Nicht spurenlos: Der VW Passat (B8) beim TÜV
Volkswagens Mittelklasse ist was für Profis: Als beliebter Dienstwagen frisst er die Kilometer nur so. Dafür hält er sich bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) eigentlich ganz gut.
Er läuft und läuft und läuft: Der Passat ist als Modell schon seit Jahrzehnten im Programm - klassisch auch seine Gebrauchtqualitäten?Ingo Barenschee/Volkswagen AG/dpa-tmn
© Ingo Barenschee/Volkswagen AG/dpa-tmn
Der Passat ist ein Karrieretyp und Veteran: Keine Modellreihe bei VW ist älter als der 1973 eingeführte Mittelklassewagen, der ein seinem Segment zu einem der weltweit meistverkauften werden sollte. Kaum ein Auto ist als Dienstwagen so beliebt.
Für Interessenten an einem Gebrauchten bedeutet das: Bei der HU-Bilanz müssen sie aufgrund der oft sehr hohen Laufleistung mit dem ein oder anderen Tiefschlag rechnen. Aber: „Endet nach fünf Jahren die Außendienst-Tortur, stabilisieren sich auch die Durchfallquoten“ - so berichtet es der „Auto Bild TÜV-Report 2026“.
- Modellhistorie: 2014 kam die achte Generation (B8) des Modellreihenklassikers Passat in den Handel. Das Facelift zum Modelljahr 2021 brachte Retuschen am Außendesign, neues serienmäßiges LED-Frontlicht und LED-Matrixscheinwerfer als Option, neue Ausstattungsmerkmale wie kabelloses Apple Carplay.
Die Motoren wurden teils überarbeitet, so bekamen auch die restlichen Ottomotoren einen Partikelfilter und die Diesel verbesserte SCR-Katalysatoren. 2023 wurde der B8 vom Nachfolger B9 abgelöst.
- Karosserie und Varianten: Meistgesehen ist der Variant genannte Kombi. Die Stufenhecklimousine verkaufte sich schlechter und wurde 2021 aus dem Programm genommen. Vom Kombi gibt es eine Alltrack-Version mit mehr Bodenfreiheit. GTE heißt der Plug-in-Hybrid. Die starken Motoren haben serienmäßig Allrad an Bord.
- Abmessungen (laut ADAC): 3G: 4,77 m bis 4,78 m x 1,83 m x 1,46 m bis 1,51 m (LxBxH); Kofferraumvolumen Limousine: 586 l bis 1.152 l (GTE: 402 l bis 968 l); Kofferraumvolumen Kombi: 650 l bis 1.780 l (GTE: 483 l bis 1.613 l; Alltrack: 639 l bis 1.769 l).
- Stärken: Beim Fahrwerk bleiben Antriebswellen und Lenkung laut TÜV-Report unauffällig, ein Befund, der auch für das ganze Kapitel der Beleuchtungskomponenten gilt. Die Bremsleitungen sind demnach mängelfrei. Die Bremsschläuche machen – was sich beim Vorgänger schon andeutet - erst in gesetztem Alter ansatzweise Probleme.
- Schwächen: Tribut an die Kilometerschrubberei sind die Bremsscheiben, die in allen Jahrgängen für überdurchschnittlich hohe Beanstandungsquoten bei der HU sorgen. Auch die Funktion der Fußbremse wird leicht überdurchschnittlich oft bekrittelt.
Ab der zweiten Pflichtuntersuchung häuft sich die Kritik an Federn und Dämpfern; mit Federbrüchen gar bekommt es der Passat nach sieben Jahren zur dritten HU zu tun. Nur leicht über dem Durchschnittsniveau liegt der Ölverlust - allerdings schon in jungen Jahren.
- Pannenverhalten: In der ADAC-Pannenstatistik lässt der Passat nichts auf sich kommen: Exemplare mit dem Erstzulassungsjahr ab 2014 schneiden darin zuverlässig ab, solche von 2015 sogar sehr zuverlässig. Einziger Pannenschwerpunkt ist die Abgasrückführung bei Autos von 2018.
- Motoren: Benziner (Vierzylinder, Front- und Allradantrieb): 92 kW/125 PS bis 206 kW/280 PS; Diesel (Vierzylinder, Front- und Allradantrieb): 88 kW/120 PS bis 176 kW/240 PS; Plug-in-Hybrid (Vierzylinder-Otto + E-Motor, Frontantrieb): 160 kW/218 PS.
Händler-Verkaufswert nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) mit statistisch erwartbaren Kilometern - drei Preisbeispiele:
- Passat Variant1.6 TDI Trendline BlueMotion (6/2018); 88 kW/120 PS (Vierzylinder); 162.000 Kilometer; 10.355 Euro.
- Passat Limousine 1.4 TSI GTE Plug-in-Hybrid (6/2018); 160 kW/218 PS (Vierzylinder + E-Motor); 114.000 Kilometer; 16.100 Euro.
- Passat Variant Alltrack 2.0 TDI 4Motion BMT/Start-Stopp (6/2016); 176 kW/239 PS (Vierzylinder); 192.000 Kilometer; 14.106 Euro.