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Heizung modernisieren: Investition langfristig betrachten

Sie überlegen, ihre Heizung auszutauschen und das Haus zu sanieren? Richtig teuer? Ja, aber rechnen Sie das mal über 20 Jahre aus. Und dabei den Wertzuwachs nicht vergessen.

Von dpa

12.02.2026

Investition heute, Ersparnis morgen: Wer Heizung und Haus clever modernisiert, kann langfristig richtig sparen.picture alliance/dpa/dpa-tmn

Investition heute, Ersparnis morgen: Wer Heizung und Haus clever modernisiert, kann langfristig richtig sparen.picture alliance/dpa/dpa-tmn

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Die Modernisierung der alten Gas- oder Ölheizung ist teuer. Besonders zusammen mit der energetischen Sanierung des Hauses. Schaut man aber nicht nur auf die reinen Anschaffungskosten, tut es vielleicht weniger weh. Denn mit Blick auf die Zukunft kann sich der Austausch lohnen. 

Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online hat Beispielrechnungen für sechs typische Szenarien erstellt. Mit Blick auf Laufzeit, Finanzierungskosten, Förderungen, Energiekosten und Wertzuwachs der Immobilie. 

Deutliche Unterschiede bei Energiekosten

Das Beispielhaus für die Rechnung: Ein unsaniertes Einfamilienhaus, Baujahr 1983, 130 Quadratmeter Wohnfläche. Das Gebäude wird nach 20 Jahren ohne energetische Maßnahmen einer kompletten Modernisierung unterzogen, also inklusive Gebäudehülle, Heizsystem und Photovoltaik.

Die Experten haben anhand von Durchschnittswerten und Energieprognosen sechs Szenarien berechnet. Sie kommen zu dem Schluss, dass sich über 20 Jahre betrachtet deutliche Unterschiede zeigen. So liegen die Energiekosten laut co2online nach einer kompletten Gebäudesanierung im Schnitt:

  • für eine Ölheizung bei rund 41.000 Euro (rund 67.000 unsaniert)
  • für eine Gasheizung bei rund 28.000 Euro (rund 55.500 unsaniert)
  • für eine Luft-Wärmepumpe bei rund 17.000 Euro (rund 31.300 unsaniert)
  • für eine Erd-Wärmepumpe bei rund 13.000 Euro (rund 23.500 unsaniert)
  • für Fernwärme bei rund 21.000 Euro (rund 49.000 unsaniert)
  • für Holzpellets bei rund 16.000 Euro (rund 32.000 unsaniert)

Zählt man zu den nach Sanierung niedrigeren Energiekosten die vermuteten Investitionskosten für eine komplette Sanierung inklusive Zinsen, abzüglich der Förderung, ergeben sich folgende Werte:

  • Ölheizung: 40.720 Euro + 144.000 Euro = 184.720 Euro
  • Gasheizung: 28.465 Euro + 141.600 Euro = 170.065 Euro
  • Luft-Wärmepumpe: 17.415 Euro + 141.600 Euro = 159.015 Euro
  • Erd-Wärmepumpe: 13.060 Euro + 144.000 Euro = 157.060 Euro
  • Fernwärme: 20.825 Euro + 136.800 Euro = 157.625 Euro
  • Holzpellets: 16.010 Euro + 144.000 Euro = 160.010 Euro

Bis zu 90.000 Euro Vorteil möglich?

Werden bei den einzelnen Modellfällen dann zusätzlich die vermuteten Instandhaltungskosten und die angenommene durchschnittliche Wertsteigerung des Gebäudes berücksichtigt, ergibt sich laut co2online in der Gesamtrechnung ein ökonomischer Vorteil in Höhe von:

  • für Luft-Wasser-Wärmepumpen von rund 39.000 Euro
  • für Erd-Wärmepumpen von rund 48.000 Euro 

Die anderen Energieträger führen hingegen in der Beispielrechnung zu Mehrkosten - auch bedingt dadurch, dass die Experten hier einen geringeren Wertzuwachs voraussetzen. Bleiben: 

  • bei Gasheizungen Mehrkosten von rund 31.000 Euro
  • bei Ölheizungen rund 43.000 Euro
  • bei Fernwärme rund 16.000 Euro
  • bei Holzpellets von 13.610 Euro 

Die Erkenntnis: Die Investitionskosten für Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien sind zwar höher, durch staatliche Förderung und geringere laufende Kosten liegen die Gesamtkosten aus Investition und Energie jedoch niedriger als bei Gas- oder Ölheizungen. 

Vergleicht man die Zahlen der Gas- und Ölheizungen einerseits mit den Werten der Wärmepumpen andererseits ergibt sich laut co2online über 20 Jahre dann insgesamt ein Vorteil von rund 70.000 Euro bis etwa 90.000 Euro zugunsten der Wärmepumpen.

Allerdings weisen die Experten darauf hin, dass die Zahlen durch tatsächliche Entwicklungen abweichen können, etwa durch regionale Unterschiede, individuelles Nutzerverhalten und veränderte politische Rahmenbedingungen.

Eigene Berechnungen anstellen

Bei den Berechnungen für die sechs Modellfälle handelt es sich also nur um eine grobe Orientierung. Die komplette Berechnung mit all ihren Annahmen können Eigentümer auf der Internetseite der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online nachvollziehen - ein guter Einstieg für eigene Überlegungen. 

Wenn Eigentümer über einen Heizungstausch sowie eine komplette Sanierung nachdenken, sollten sie mit Hilfe eines Energieberaters eigene Berechnungen anstellen. Zudem können sie für eine erste individuelle Einschätzung als Basis für die Gespräche mit Beratern und Handwerkern den Modernisierungs-Check von co2online nutzen.

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