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Flex-Tarife bei Urlaubsbuchungen gefragt - was bringen sie?

Wer für Tausende Euro seinen Urlaub bucht, macht das in diesen Tagen oft nicht ohne Bauchgrummeln. Zu unsicher scheint die Weltlage. Gut, wenn man flexibel absagen oder umbuchen kann.

Von dpa

20.04.2026

Flex-Tarife erlauben eine Absage oder Umbuchung ohne Angabe von Gründen bis zu einem gewissen Datum vor der Abreise – und: ohne die sonst anfallenden Stornokosten.picture alliance/dpa/dpa-tmn

Flex-Tarife erlauben eine Absage oder Umbuchung ohne Angabe von Gründen bis zu einem gewissen Datum vor der Abreise – und: ohne die sonst anfallenden Stornokosten.picture alliance/dpa/dpa-tmn

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Steigende Lebenshaltungskosten, Unsicherheit wegen Konflikten: Das lässt die Deutschen beim Buchen ihres Urlaubs vorsichtiger werden – sie möchten sich eine Hintertür offenlassen. „Wir sehen aktuell, dass mehr Menschen nach flexiblen Tarifen fragen“, berichtet die Vorsitzende des Verbands unabhängiger selbstständiger Reisebüros, Marija Linnhoff. 

In unsicheren Zeiten wünschten sich viele Reisende mehr Sicherheit und die Möglichkeit, ihre Reise bei Bedarf anzupassen, so Linnhoff. Reiseveranstalter beobachten das ebenfalls: Seit Beginn des Iran-Kriegs sei die Nachfrage nach flexiblen Buchungsoptionen gestiegen, heißt es etwa von Alltours. Laut Tui sind die Tarife vor allem bei Buchungen mit größerem Vorlauf gefragt. 

„Wer früh bucht, achtet eher auf Flexibilität. Wer kurzfristig reist, nutzt solche Optionen seltener“, bestätigt Marija Linnhoff aus der Praxis der Reisebüros.

Reise ohne Gründe absagen - die Tarife machen es möglich

Die Flex-Tarife hatten in der Zeit der Coronapandemie ihren Aufschwung, als das Reisen von großen Unsicherheiten geprägt war. Sie erlauben eine Absage oder Umbuchung ohne Angabe von Gründen bis zu einem gewissen Datum vor der Abreise – und: ohne die sonst anfallenden Stornokosten. 

Das Versprechen ist einfach: Buche und mache Dir keine Sorgen. Du kannst Dich noch umentscheiden, wenn Du kalte Füße bekommst oder Du das Geld für die Reise doch an anderer Stelle dringender benötigst.

In der Regel kostet das extra. Dass ein Anbieter wie Alltours einen Flex-Tarif kostenlos dazugibt, so wie aktuell für eine Vielzahl klassischer Pauschalreisen bei Buchungen bis Ende April, ist die Ausnahme. Bei Alltours werden ansonsten 29 Euro pro Vollzahler fällig, bei Dertour („Flexpaket“) und Tui sind es ab 59 Euro – abhängig davon, wie viel die Reise insgesamt kostet.

Was ebenfalls variiert: Bis wann die Reiseabsage möglich ist. Die Bandbreite reicht von etwa einem Monat vor Urlaubsstart bis zu etwa einer Woche vorher. Auf die Frist muss man bei der Zubuchung eines Flex-Tarifs achten.

Reiserücktrittversicherung kann Lücke schließen

Fristen von wenigen Tagen sind nicht üblich. Diese Lücke lässt sich nur mit einer Reiserücktrittversicherung zumindest teilweise schließen. Sie erstattet je nach Tarif die Stornogebühren, wenn etwa aufgrund eines Unfalls der Urlaub ganz kurzfristig platzt. Anders als ein Flex-Tarif federt diese Versicherung allerdings keine unbegründeten Reiseabsagen ab.

Was man noch beachten sollte: Nutzt man den Flex-Tarif, um seine Pauschalreise umzubuchen, können zusätzliche Kosten entstehen. „Wenn beispielsweise ein anderes Hotel, ein anderer Reisetermin oder ein anderer Flug gewählt wird und dieser teurer ist“, so Marija Linnhoff, „dann muss die Differenz zum ursprünglichen Reisepreis gezahlt werden.“

Flexibel bleiben bei Hotel, Zug und Flug

Flexible Buchungsoptionen gibt es nicht nur bei Pauschalreisen: Ob Hotelzimmer, Bahnfahrkarte oder Flugticket – wer die Möglichkeit haben will, seine Reisepläne noch kurzfristig zu ändern, sollte nach solchen Tarifen gucken. Dafür muss man aber in der Regel nicht nur mehr zahlen, man sollte auch genau lesen: Mitunter fallen trotzdem erhebliche Kosten an, wenn man absagt.

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