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Krach zur Durchsuchung: „Handy vom Ohr genommen“

Morgens stehen Ermittler an der Türe: Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Krach schildert eine Wohnungsdurchsuchung bei ihm. Und er berichtet von einer besonderen Spende.

Von dpa

09.09.2026

Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach steht wegen Ermittlungen gegen ihn unter Druck.   Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach steht wegen Ermittlungen gegen ihn unter Druck. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat Einzelheiten zu der Durchsuchungsaktion in seiner Wohnung mitgeteilt. Morgens hätten die Ermittler geklingelt. „Ich bin aus meiner Wohnungstür rausgegangen, bin unten zur Haustür“, schilderte er am Rande eines Wahlkampftermins. 

„Ich hatte gerade die Innensenatorin am Telefon, weil wir über den Hauptstadtfinanzierungsvertrag gesprochen haben, und in der Sekunde nahm mir jemand das Handy vom Ohr.“ Drei, vier Leute seien auf ihn zugestürmt: „Das macht was mit einem.“

Handy weg

Das Handy sei beschlagnahmt worden, so Krach. Was darüber hinaus womöglich noch mitgenommen worden sei, das wisse er noch nicht, so Krach. Er habe dann zu einer Podiumsdiskussion von Spitzenkandidaten gehen müssen. Die Beamten seien in seiner Wohnung geblieben. 

„Ich bin erstaunt und ich muss auch mal persönlich sagen, ich habe kleine Kinder zu Hause, die haben das heute Morgen alles mitbekommen“, sagte Krach. „Das macht etwas mit einem Vierjährigen, mit einem Zwölfjährigen, auch meine Frau war zu Hause.“ Und weiter: „Ich bin in die Politik gegangen, weil ich gerne Politik mache, und ich muss sagen, das, was ich da heute Morgen erlebt habe, das ist schon etwas gewöhnungsbedürftig.“

Krach glaubt an Korruptionsvorwurf

Krach nahm auch zu den Hintergründen der Ermittlungen Stellung, über die Staatsanwaltschaft Hannover zuvor informiert hatte, ohne Details zu nennen. „Ich gehe davon aus, dass es Korruption ist“, sagte er. Genaueres habe ihm die Staatsanwaltschaft Hannover nicht mitgeteilt. 

Die Vorwürfe stehen nach seinen Angaben im Zusammenhang mit dem Verkauf eines Standorts des Klinikums der Region Hannover. Krach war als Regionspräsident Aufsichtsratsvorsitzender dieses Klinikums. „Ich habe vorgeschlagen, dass wir dort ein regionales Gesundheitszentrum etablieren, das haben wir dann auch gemacht.“ Es habe ein Vergabeverfahren gegeben. 

„Keine Spende angenommen“

Einem Bieter sei der Zuschlag erteilt werden, einem anderen nicht. „Es scheint jetzt im Raum zu stehen, dass ich mich in irgendeiner Form habe beeinflussen lassen. Diese Unterstellung möchte ich definitiv als haltlos zurückweisen“, betonte Krach. „Ich habe in keinster Weise irgendeine Summe von diesem Bieter, weder privat, noch als SPD-Landesvorsitzender, jemals angenommen.“ 

Krach sagte weiter: „Es gab eine Spende, die wir innerhalb von 24 Stunden zurücküberwiesen haben, weil ich sofort gesagt habe, dass ich diese Spende definitiv nicht annehmen kann.“ Es habe sich nach seiner Erinnerung um 9.500 Euro gehandelt - die Spende sei vom damals unterlegenen Bieter gekommen.

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