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Berlin will Olympia-Bewerbung zurückziehen

Wenige Tage vor der DOSB-Entscheidung wollen die Olympia-Planer der Hauptstadt ihre Bewerbung zurückziehen. Berlin wurden kaum noch Chancen ausgerechnet.

Von dpa

23.09.2026

Der Berliner Bewerbung waren zuletzt kaum noch Chancen ausgerechnet worden. (Archivbild)Jens Kalaene/dpa

Der Berliner Bewerbung waren zuletzt kaum noch Chancen ausgerechnet worden. (Archivbild)Jens Kalaene/dpa

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Kurz vor der Entscheidung über den deutschen Olympia-Kandidaten wollen die Planer in Berlin ihre zunehmend aussichtslose Bewerbung offiziell zurückziehen. Das geht aus Informationen der Deutschen Presse-Agentur hervor. Zuvor hatten der rbb und der „Tagesspiegel“ berichtet. Der Senat bezog dazu zunächst keine Stellung, lud aber zu einer Pressekonferenz am Donnerstag (10.00 Uhr) ein.

Vorausgegangen war eine Sitzung mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) und Berlins Olympia-Beauftragtem Kaweh Niroomand. Auch die „Bild“-Zeitung hatte berichtet. Berlin gilt vor der Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Samstag hinter München und Köln-Rhein-Ruhr nur noch als krasser Außenseiter. 

Die Metropole wollte sich mit dem Konzept „Berlin+“ gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben.

Wegner (l), Niroomand (M) und Spranger hatten die Bewerbung vorangetrieben. (Archivbild)Annette Riedl/dpa

Wegner (l), Niroomand (M) und Spranger hatten die Bewerbung vorangetrieben. (Archivbild)Annette Riedl/dpa

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Berliner Wahlgewinner klar gegen Bewerbung

In den letzten Tagen hatte es aber mehrere heftige Rückschläge für die Berliner Bewerbung gegeben. Bei der Abgeordnetenhauswahl wurde der schwarz-rote Senat, der die Pläne vorangetrieben hatte, abgewählt. Wahlsiegerin Elif Eralp (Linke), die neue Regierende Bürgermeisterin werden könnte, ist Olympia-Gegnerin und hatte bereits den Bewerbungsprozess samt Kosten kritisiert. 

Die 45-Jährige sagte dann einen Tag nach der Wahl, dass sich die „Entscheidung erledigt“ habe. Sie meinte, die Berliner hätten bei der Wahl auch gegen Olympia gestimmt. Auch die Grünen, die voraussichtlich Teil einer Regierung werden, lehnen die Pläne ab. Beide Parteien argumentieren, dass Berlin das Geld an anderen Stellen dringender brauche.

Eralp blieb auch nach der Wahl bei ihrer Absage an die Berliner Bewerbung. Sebastian Gollnow/dpa

Eralp blieb auch nach der Wahl bei ihrer Absage an die Berliner Bewerbung. Sebastian Gollnow/dpa

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Eralps Aussagen sorgten unter den Olympia-Befürwortern für großen Ärger. Niroomand warf der Politikerin vor, dass sie „innerhalb von 45 Sekunden die ganze Bewerbung vom Tisch gewischt hat, dadurch eine enorme Verunsicherung unter die Verbände gebracht hat, damit auch absolut unsere Chancen richtig verringert hat“. 

Auch ein Gesprächsangebot habe sie abgelehnt. Dass die DOSB-Entscheidung so kurz nach der Wahl angesetzt wurde, war schon vorher als Nachteil für Berlin angesehen worden. Das sei „eine große Hypothek“, sagte Niroomand.

Zuschlag für Berlin wäre mit Risiko behaftet gewesen

Auch die Prüfer des DOSB stellten den Berliner Bemühungen am Dienstag ein schlechteres Zeugnis als der Konkurrenz aus. München erhielt vom DOSB 87 von 100 möglichen Punkten, Köln-Rhein-Ruhr bekam 85 - beide erhielten damit die Bewertung „sehr gut“. Berlin erreichte 74,6 Zähler, das reicht für die Note „gut“. 

Anders als in München und Nordrhein-Westfalen verzichtete die Hauptstadt auf einen Bürgerentscheid. Zwar votierte das Abgeordnetenhaus mehrheitlich für eine Bewerbung - allerdings noch unter der schwarz-roten Koalition. 

Dazu wollten die Olympia-Gegner in der Hauptstadt ein Volksbegehren gegen die Bewerbung herbeiführen. Alle diese Punkte machen einen Zuschlag für Berlin zu einem großen Risiko, auch wenn die Stadt etwa bei der internationalen Strahlkraft vor den beiden Rivalen lag.

Evers und Hanning kritisieren Eralp

Berlins Finanzsenator Stefan Evers, der als Spitzenkandidat der CDU bei der Wahl hinter der Linken landete, kritisierte Eralp. „Obwohl Elif Eralp noch gar nicht regiert, wäre der Schaden für Berlin schon jetzt immens: Durch die Olympia-Absage würden der Stadt Milliarden-Zuschüsse für Sport und Infrastruktur verloren gehen – Geld, das in marode Schwimmbäder, in Amateurvereine und barrierefreie Sporthallen fließen würde“, sagte er. Auch in vielen anderen Bereichen würde Berlin aus seiner Sicht von den Spielen profitieren. „Unsere Stadt hat das nicht verdient.“

Füchse-Manager Bob Hanning sprach sich beim Nachrichtenportal „t-online.de“ schon kurz vor den ersten Berichten für einen Rückzug aus. „Wir haben eine Verantwortung für Olympia und wenn ich die Entscheidung treffen würde, würde ich die beiden anderen Kandidaten gegeneinander antreten lassen. Ich kann nach den Aussagen Frau Eralps keinem Verband mit gutem Gewissen empfehlen, Berlin zu wählen.“ Auch er kritisierte die Politikerin scharf. „Die ist noch gar nicht Regierende. Und dann ein solches Statement zu machen, ist unterirdisch. Das ist rotzfrech“, sagte Hanning.

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