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Wie in Österreich: So werden Marillenknödel eine runde Sache

Außen schön knusprig, innen fluffig und herrlich fruchtig: Das ist Dessert-Genuss aus Österreich in Form von Marillenknödeln. 7 häufige Fehler beim Selbermachen - und wie sie sich vermeiden lassen.

Von Sabine Meuter, dpa

08.07.2026

Klassiker der Alpenküche: Im Knödelteig wird auch jede Aprikose zur Marille.Dieter Heinemann/Westend61/dpa-tmn

Klassiker der Alpenküche: Im Knödelteig wird auch jede Aprikose zur Marille.Dieter Heinemann/Westend61/dpa-tmn

© Dieter Heinemann/Westend61/dpa-tmn

Warm serviert, mit knusprigen Bröseln und einer ordentlichen Prise Puderzucker obenauf und innen mit einer Aprikose befüllt - oder eben Marille, wie man die Sommerfrucht in Österreich, Bayern und Südtirol nennt: Marillenknödel können ein echter kulinarischer Seelentröster sein. Der Dessertklassiker gilt als eine der berühmtesten Mehlspeisen Österreichs.

Dabei sind die süßen Kugeln ursprünglich eine Spezialität aus einer anderen Region: Es waren Köchinnen aus Böhmen, die im 18. und 19. Jahrhundert nach Wien kamen und die Österreicherinnen und Österreicher mit süßen Knödeln beglückten. Daraus entwickelte sich eine (kulinarische) Liebe, die über Jahrhunderte hinweg bis zum heutigen Tag blieb. 

Und Marillenknödel schmecken nicht nur Menschen in der Alpenrepublik, sondern auch vielen anderen, die sie mal probiert haben. So eine süße Portion alpenländisches Feeling lässt sich auch nach Hause holen - zumal die gelb-rötliche Steinfrucht nur immer ein kurzes Sommerintermezzo im Juli und August gibt. Lust, es auszuprobieren? 

Drei verschiedene Teig-Optionen für Marillenknödel

Wer das böhmisch-österreichische Schmankerl zu Hause selbst zubereiten möchte, muss sich erst einmal für eine Teigart entscheiden. „Marillenknödel lassen sich sowohl mit Quark-Öl-Teig, also einem Topfenteig, als auch mit Kartoffel- oder Brandteig zubereiten“, sagt Susann Kreihe, Rezept- und Kochbuchautorin im Bayerischen Augsburg. Für Anfängerinnen und Anfänger eignet sich ihr zufolge gut der Quark-Öl-Teig, da dieser Teig unkompliziert und schnell hergestellt ist.

Gelingsicher ist aus Sicht der Konditormeisterin Beate Wöllstein auch der Kartoffelteig unter Verwendung von mehligen Kartoffeln.

Häufige Probleme - und ihre Lösung

Welche 7 Fehler häufig beim Zubereiten von Marillenknödeln auftreten können und wie sie sich vermeiden lassen.

Wie verhindere ich, ...

… dass die Knödel im Wasser zerfallen?

Die Knödel nicht im kochenden, sondern im siedenden Wasser für circa zehn bis zwölf Minuten sieden lassen. „Bei zu starker Hitze können sie zerfallen“, sagt Wöllstein, die in München Inhaberin der Backschule „Wöllsteins Desserthaus“ ist.

Kreihe empfiehlt, immer erst einen Probeknödel ins siedende Wasser zu tun. Sollte er sich auflösen, dann ist womöglich der Teig zu locker. „Einfach noch etwas Speisestärke in die Masse einarbeiten, damit der Teig fester wird“, so Kreihe.

… dass der Teig überall klebt?

„Der Teig klebt nur, wenn nicht genügend Mehl in den Teig verarbeitet wurde“, sagt Wöllstein. In dem Fall am besten den Teig von außen noch einmal kurz in Mehl rollen. „Das verhindert, dass der Teig an Tisch und Händen festklebt“, so Wöllstein.

Ein Tipp von Kreihe: „Nicht vergessen, auch die Hände ein wenig zu bemehlen.“

… dass die Knödel hart oder zäh werden?

„Dann steckt zu viel Mehl in den Knödeln“, sagt Kreihe. Sie rät dazu, Mehl vorsichtig zu dosieren und den Teig zudem keinesfalls zu lange zu kneten.

… dass die Marillen/Aprikosen zu sauer sind?

„Einfach ein Stück Würfelzucker in die Frucht legen – und zwar an der Stelle, an der sich zuvor der Kern befand“, so Wöllstein. Das gibt Extra-Süße. „Die Aprikosen kann man auch noch zusätzlich mit Puderzucker bestäuben“, sagt Kreihe.

… dass die Knödel innen nicht gar werden?

„Dazu könnte es nur kommen, wenn das Wasser, in dem die Knödel sieden, zu kalt ist oder die Knödel zu dick sind“, so Wöllstein. Sie rät, den Teig auf einer Backmatte mit etwas Mehl zu einer vier Zentimeter dicken Rolle zu formen.

Von der Rolle dann Stücke abschneiden und diese auf der bemehlten Backmatte auf einem Zentimeter platt drücken. „Dann eine Aprikose auf ein Teigstück legen, den Teig gleichmäßig um die Frucht hüllen, die Seiten mit den Fingern zusammendrücken und zu einer Kugel formen“, erklärt Wöllstein.

… dass die Brösel nicht gut schmecken?

Wichtig ist laut der Konditormeisterin, frische Semmelbrösel zu verwenden und sie mit Butter – nicht mit Margarine – goldgelb anzurösten. „Man sollte sie bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren anrösten.“

Auch eine Prise Zimt kann das Aroma der Semmelbrösel verfeinern, so Susann Kreihe. Ihr Extra-Tipp: „Je nach Geschmack auch etwas Zitronen- oder Orangenabrieb hinzugeben.“

… dass die Knödel platzen?

Das Risiko, dass die Knödel platzen, besteht nur, wenn der Teig zu dünn die Marille umhüllt und somit der Teig zu dünn ausgerollt wurde, so Beate Wöllstein. Daher unbedingt auf die richtige Dicke des Teigs achten. Als Richtschnur gilt ein Zentimeter.

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