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Waldbränden vorbeugen: Umweltverbände fordern Vernässung

Umweltverbände fordern nach den Bränden im Hohen Venn und im Hürtgenwald mehr Vernässung: Intakte, nasse Moore und naturnahe Wälder böten nicht nur Schutz vor Feuer.

Von dpa

18.08.2026

Rauchschwaden ziehen über den großen Waldbrand im Hohen Venn hinweg.Kevin Schößler/dpa

Rauchschwaden ziehen über den großen Waldbrand im Hohen Venn hinweg.Kevin Schößler/dpa

© Kevin Schößler/dpa

Angesichts der schweren Wald- und Moorbrände im Hürtgenwald und im Hohen Venn drängen die beiden großen Umweltschutzverbände Nabu und BUND auf eine Rückkehr zu nasseren Landschaften. 

Die schnelle Wiedervernässung trocken gelegter Moore, Wälder und Auen sei ein wichtiger Schutz nicht nur gegen Brände, sondern auch gegen Dürre, Hitze und Starkregen, teilten beide Verbände mit. Die Ereignisse machten deutlich, wie wichtig widerstandsfähige Landschaften angesichts der Klimakrise seien. 

„In intakten Mooren kann der Torf nicht brennen, in naturnahen Waldökosystemen ist die Brandgefahr geringer als in Aufforstungen“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. Bis ins 20. Jahrhundert hinein seien in NRW und angrenzenden Ländern Moore für die Land- und Forstwirtschaft trocken gelegt worden. 

Auch im Hohen Venn sei erst ein kleiner Teil der Hochmoorlandschaft renaturiert worden. Dies sei angesichts zunehmender Trockenperioden ein Problem: „Denn entwässerte und ausgetrocknete Moorbereiche sind besonders anfällig für Brände.“ Die Wiedervernässung sei nicht nur für den Brandschutz relevant, sondern auch für den Hochwasserschutz. 

Intakte, nasse Moore seien zudem natürliche Wasserspeicher für Dürreperioden, teilte der Nabu (Naturschutzbund) mit. „Der Brand im Hohen Venn führt uns gerade drastisch vor Augen, wie verletzlich Landschaften in Zeiten von Hitze und Trockenheit sind“, sagte Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger. 

Umgang mit Wasser grundlegend ändern

„Wir müssen unseren Umgang mit Wasser grundlegend verändern. Über Jahrzehnte haben wir Wasser möglichst schnell aus der Landschaft herausgeführt. Heute brauchen wir Landschaften, die Wasser wie ein Schwamm aufnehmen und es in Trockenperioden wieder abgeben können. Moore sind dafür unverzichtbar.“ Ein nasses Moor brenne nicht so leicht und helfe zugleich, Wasser in der Landschaft zu halten.

Landwirte müssten für den Erhalt eines naturnahen Wasserhaushalts angemessen honoriert werden. „Gleichzeitig brauchen wir politische Verbindlichkeit und ausreichende Mittel für die Wiederherstellung unserer Moore.“

Holzindustrie für regelmäßige Durchforstung

Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) sprach sich für einen beschleunigten Umbau zu klimastabilen Wäldern und für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung aus. So ließen sich Wälder und Siedlungen besser schützen.

Die verheerenden Waldbrände in Frankreich hätten sich in unbewirtschafteten Gebieten besonders stark ausgebreitet. Ungepflegte Wälder mit Dichtstand oder hohem Totholzanteil, wie sie auch in Deutschland immer öfter entstünden, könnten dem Feuer Nahrung geben und die Brandbekämpfung erschweren, so HDH-Präsident Carsten Merforth.

Waldpflege und regelmäßige Durchforstung trage dazu bei, Brandrisiken zu reduzieren. Abgestorbenes Holz sollte entnommen werden, damit es die Brandlast nicht erhöht oder im Ernstfall den Zugang für Feuerwehr und Rettungskräfte nicht erschwert.

Waldbrände gefährdeten unsere Siedlungen und verursachten hohe Kosten für Brandbekämpfung, Wiederbewaldung und die Beseitigung von Schäden. Eine vorausschauende Waldbrandprävention sei deshalb auch volkswirtschaftlich sinnvoll.

Kiefernwälder extrem brandgefährdet

Das Thünen-Institut für Waldökosysteme hatte darauf hingewiesen, dass Kiefernwälder extrem stark brennen, Eichen das Feuer dagegen bremsen. Das Pflanzen von Laubbäumen in einen Nadelwald könne die Feuerintensität deutlich senken. 

In den vergangenen 30 Jahren sei die Waldbrandgefahr durch den Klimawandel immer weiter gestiegen. Daher seien reine Kiefernbestände extrem brandgefährdet. Als Sperre für Brände könnten auch Brachflächen dienen. Ein solcher Schutzstreifen müsse wegen des Funkenflugs etwa 100 bis 300 Meter breit sein.

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