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WHO: Fast 600 Verdachts- und mehr als 130 Ebola-Todesfälle

Nach dem Ebola-Ausbruch in Afrika steigen die Zahlen der Infizierten und Toten weiter. Zwei US-Amerikaner wurden in Kliniken nach Berlin und Prag gebracht.

Von dpa

21.05.2026

Angehörige sehen zu, wie an Ebola verstorbene Menschen aus einem Gesundheitszentrum in Rwampara, Kongo, gebracht werden.Moses Sawasawa/AP/dpa

Angehörige sehen zu, wie an Ebola verstorbene Menschen aus einem Gesundheitszentrum in Rwampara, Kongo, gebracht werden.Moses Sawasawa/AP/dpa

© Moses Sawasawa/AP/dpa

Die Ebola-Epidemie weitet sich aus: Im Kongo und in Uganda gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 600 Verdachtsfälle und mehr als 130 vermutete Todesfälle, vor allem in der Demokratischen Republik Kongo. Einige Dutzend Fälle wurden bislang im Labor bestätigt. Die WHO geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, weil nicht alle Krankheitsfälle gemeldet werden.

Mitarbeiter des Roten Kreuzes tragen in Schutzanzügen den Sarg einer an Ebola verstorbenen Person aus einem Gesundheitszentrum in Rwampara.Moses Sawasawa/AP/dpa

Mitarbeiter des Roten Kreuzes tragen in Schutzanzügen den Sarg einer an Ebola verstorbenen Person aus einem Gesundheitszentrum in Rwampara.Moses Sawasawa/AP/dpa

© Moses Sawasawa/AP/dpa

Nachdem ein mit Ebola infizierter US-amerikanischer Arzt zur Behandlung in die Berliner Charité gebracht worden war, trafen in der vergangenen Nacht auch seine Ehefrau und vier Kinder dort ein. Sie wurden in der Sonderisolierstation des Universitätsklinikums aufgenommen, wie das Bundesgesundheitsministerium in der Nacht mitteilte. Hintergrund war ein entsprechendes Hilfeersuchen der US-Behörden.

US-Patient in der Charité in „stabilem Zustand“

Der Mann, ein Arzt, hatte sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus angesteckt. Auch seine Familienmitglieder hatten sich den Angaben zufolge dort aufgehalten. Sie gelten als Kontaktpersonen des Infizierten. Sie seien zuletzt symptomfrei gewesen und negativ getestet worden, hieß es seitens des Ministeriums. 

Der Mann war bereits am frühen Mittwochmorgen in der geschützten Isolierstation der Charité aufgenommen worden. Dort ist seine Versorgung mittlerweile angelaufen. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC befindet er sich in einem „stabilen Zustand“.

Die Sonderisolierstation der Charité liegt im Virchow-Klinikum. (Archivbild vom 19. Mai) Fabian Sommer/dpa

Die Sonderisolierstation der Charité liegt im Virchow-Klinikum. (Archivbild vom 19. Mai) Fabian Sommer/dpa

© Fabian Sommer/dpa

Wie zuvor bereits der Vater erreichten die Mutter und die Kinder Berlin mit einem Spezialflugzeug. Zur Charité erfolgte der Transport mit einem speziell ausgestatteten Fahrzeug. Eskortiert wurde es von zahlreichen Motorrädern und Autos der Polizei sowie Feuerwehrfahrzeugen und Krankenwagen. Kurz vor 01.00 Uhr erreichte der Konvoi das Krankenhaus. Das Bundesgesundheitsministerium machte auf Anfrage vorerst keine Angaben zu dem Patienten und seiner Familie.

Arzt mit Kontakt zu einem Ebola-Patienten in Prag

Die Sonderisolierstation der Charité auf dem Campus Virchow-Klinikum ist eine geschlossene und geschützte Einheit, die getrennt vom regulären Klinikbetrieb ist, so dass kein Kontakt zu anderen Patientinnen und Patienten entstehen kann. Weder für die Bevölkerung noch für Patientinnen und Patienten der Charité bestehe daher Gefahr, betonte das Bundesgesundheitsministerium.

In Prag traf in der Nacht ein US-Amerikaner ein, der in Uganda mit einem Ebola-Patienten in Kontakt gekommen war. Wie das Universitätsklinikum Bulovka weiter mitteilte, wurde der Patient in der Nacht zu Donnerstag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen vom internationalen Flughafen auf eine Sonderisolierstation der Klinik gebracht. Dort werde er für die gesamte Inkubationszeit von üblicherweise bis zu drei Wochen beobachtet.

Ein US-amerikanischer Arzt, der Kontakt zu Ebola-Infizierten in Uganda hatte, ist in einem Krankenhaus in Prag angekommen.Petr David Josek/AP/dpa

Ein US-amerikanischer Arzt, der Kontakt zu Ebola-Infizierten in Uganda hatte, ist in einem Krankenhaus in Prag angekommen.Petr David Josek/AP/dpa

© Petr David Josek/AP/dpa

Er zeige keine Symptome, hieß es. Für die Öffentlichkeit und den normalen Betrieb des Krankenhauses bestehe kein Risiko.

Ausbruch im Ostkongo

Der Ebola-Ausbruch begann laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC im Kongo in der nordöstlichen Provinz Ituri, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Es handelt sich um den insgesamt 17. registrierten Ebola-Ausbruch im Kongo seit 1976. Der Ausbruch des seltenen Bundibugyo-Typs des Ebolavirus, für die es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt, macht die Lage besonders schwer einzudämmen. 

Ebolafieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einer Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben.

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