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Vergleich: Nur wenige Banken geben EZB-Zinserhöhungen weiter

Trotz gestiegener EZB-Zinsen bleibt der Extra-Gewinn oft bei den Banken hängen. Das Vergleichsportal Biallo hat untersucht, welche Anbieter den jüngsten Zinsschritt mitgegangen sind.

Von dpa

03.07.2026

Nach der jüngsten Zinserhöhung der EZB haben lediglich 12 von 800 untersuchten Banken und Sparkassen ihre Tagesgeldzinsen merklich angehoben Boris Roessler/dpa

Nach der jüngsten Zinserhöhung der EZB haben lediglich 12 von 800 untersuchten Banken und Sparkassen ihre Tagesgeldzinsen merklich angehoben Boris Roessler/dpa

© Boris Roessler/dpa

Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagenzins anhebt, erhalten Geschäftsbanken mehr Zinserträge für dort geparktes Vermögen. Wäre doch fair, wenn Banken und Sparkassen diese Zinsanhebungen in gleicher Weise an ihre Kundinnen und Kunden weiterreichen, von denen das angelegte Geld stammt. Das Vergleichsportal Biallo hat nach der jüngsten Zinserhöhung der EZB Mitte Juni um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent mal untersucht, bei wie vielen der Anbieter das tatsächlich der Fall ist. Das Ergebnis: ernüchternd.

Von den 168 überregionalen Banken, 339 Genossenschaftsbanken und 293 Sparkassen haben lediglich 12 Anbieter ihre Tagesgeldzinsen in den zwei Wochen nach der EZB-Zinsanhebung um mindestens 0,20 Prozentpunkte erhöht - darunter keine Sparkasse oder Volksbank. Biallo will daran ablesen, wie verlässlich nicht nur Zinssenkungen der EZB, sondern auch deren Zinssteigerungen Kundinnen und Kunden erreichen. Das kann ihnen lästiges Zinshopping von einem zum anderen Anbieter ersparen, um den besten Zinssatz zu bekommen.

Überregionale Banken bieten oft höheren Zins

Unter den 12 Anbietern, die die EZB-Zinsanhebung weitgehend weitergegeben haben, gibt es derzeit für einen Anlagebetrag von 10.000 Euro bei der Ascory Bank den besten Standard-Zinssatz von 2,50 Prozent pro Jahr. Auf Platz zwei folgen die Bigbank und Revolut mit 2,25 Prozent, gefolgt von Cosmos Direkt mit 2,20 Prozent.

Überregionale Banken kommen der Biallo-Auswertung zufolge nach der Zinsanhebung im Schnitt auf einen Zinssatz von 1,36 Prozent pro Jahr. Volks- und Raiffeisenbanken liegen im Schnitt bei 0,49 Prozent, Sparkassen bei 0,44 Prozent.

Der Vergleich bei der Eröffnung eines Tagesgeldkontos kann sich also lohnen. Wer 10.000 Euro zum Zinssatz von 0,44 Prozent anlegt, kann sich am Jahresende über einen Zinsertrag von 44 Euro freuen. Beträgt der Zinssatz jedoch ein Jahr lang 2,5 Prozent, winken 250 Euro, also über 200 Euro mehr. Ein Zinssatz unterhalb der Inflationsrate, die im Juni bei 2,3 Prozent lag, führt dazu, dass das Geld im Laufe der Zeit weniger wert wird. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich vom selben Geldbetrag dann am Jahresende weniger leisten.

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