Sommerferien: Warum Langeweile Kindern guttun kann
Kreativität statt Dauerscrollen: Warum Langeweile in den Sommerferien Kindern helfen kann, eigene Ideen zu entwickeln – und wie Eltern analoge Abenteuer anstoßen.
Langeweile als Chance: In den Ferien kann Langeweile der Ausgangspunkt für Kreativität und Selbstreflexion bei Kindern sein.Florian Schuh/dpa-tmn
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In sechs langen Wochen Sommerferien kommt bei Schulkindern durchaus auch mal Langeweile auf. Und die wird in Familien nicht selten mit Medienzeit gefüllt - egal, ob am Tablet, Computer oder Smartphone. Oft passiert das ganz automatisch, weil es sich so eingespielt hat oder für alle Beteiligten im Moment bequem ist.
Florian Buschmann, Experte für Medienkompetenz und Berater zum Thema Mediensucht, rät Familien, in den Ferien bewusst Freiräume zuzulassen und Tage nicht komplett durchzutakten. Die schulfreie Zeit könne so eine gute Gelegenheit sein, den Umgang mit Medien in der Familie neu zu betrachten und Kinder darin zu stärken, eigene Beschäftigungen zu finden.
„Langeweile ist nichts Negatives, sondern oft der Anfang von etwas Neuem“, so Buschmann. Wenn Kinder nicht permanent von außen beschäftigt werden, würden oft eigene Ideen entstehen.
Kleine Impulse helfen bei Startschwierigkeiten
Es kann sich also lohnen, Kinder ihre Langeweile einfach mal bewusst erleben zu lassen. „Wer döst, trödelt oder gedankenverloren vor sich hinwerkelt, schaltet in einen Zustand, den die Forschung mit Kreativität, Problemlösung und Selbstreflexion verbindet. Kurz gesagt: Im Leerlauf entsteht oft das Eigene“, sagt der Psychologe.
Von jetzt auf gleich wird das vermutlich nicht ohne Proteste über die Bühne gehen. Buschmann rät Eltern, ein paar passende Impulse bereitzuhalten, an denen sich ein Kind orientieren kann, wenn es anfangs noch einen kleinen Anstoß braucht. Auf lange Sicht kann sich so nach und nach die kindliche Fähigkeit verbessern, freie Zeit auch selbst zu gestalten.
Eltern können dazu reflektieren, welches Bedürfnis ihr Kind sonst über digitale Medien erfüllt. Das kann zum Beispiel der Wunsch nach Action und Bewegung sein, nach Erfolgserlebnissen, nach Gemeinschaft oder Rückzug. Das lässt sich dann auf analoge Alternativen übertragen. Action gibt es etwa im Kletterwald oder im Skatepark, Erfolgserlebnisse bei einer Sporteinheit, Gemeinschaft bei einer Verabredung mit Freunden und Rückzug mit einem spannenden Buch in der Kuschelhöhle.