Panorama

Relativ betrachtet gut: Der Mitsubishi Space Star beim Tüv

Anders als der Name es nahelegen mag, ist das Modell kein Raumwunder. Dafür aber ein günstiger Wagen, der im Alter irgendwie besser wird - trotz seiner Macken.

Von Stefan Weißenborn, dpa

06.03.2026

Solide wie Fachwerk? Wie sich der Mitsubishi Space Star als Gebrauchter schlägt, erläutern Tüv-Experten und der ADAC.Mitsubishi/dpa-tmn

Solide wie Fachwerk? Wie sich der Mitsubishi Space Star als Gebrauchter schlägt, erläutern Tüv-Experten und der ADAC.Mitsubishi/dpa-tmn

© Mitsubishi/dpa-tmn

Abverkauf für knapp 12.000 Euro: Als der Space Star vor knapp zwei Jahren eingestellt wurde, war er in der Basisversion eines der günstigsten neuen Pkw-Modelle am Markt.

Und als Gebrauchter, als der er nun ausschließlich zu bekommen ist, bleibt das Japan-Modell ein im Vergleich zu anderen Second-Hand-Flitzern erschwingliches Auto. Mit Blick auf die Kfz-Hauptuntersuchung (HU) zeigt sich eine interessante Bilanz des Kleinwagens.

  • Modellhistorie: Die betrachtete Neuauflage der ersten Space Star-Generation (1999 bis 2006) kam im Jahr 2013 heraus und wurde 2016 und 2020 geliftet. Die technische Renovierung hielt sich jeweils in Grenzen, äußerlich wurde das Kleinwagenmodell auf die je aktuelle Designsprache im Portfolio getrimmt und trat zuletzt dank verbreitertem Heck etwas robuster auf. 2024 wurde der Space Star aus dem Programm genommen.
     
  • Karosserie und Varianten: Der Space Star ist ein Schrägheckauto mit fünf Türen – typisch für einen Kleinwagen, der auch hinten den Einstieg für die Insassen bequem machen will. Varianten gibt es beim Aufbau nicht, wie viele japanische Modelle wurde der Space Star aber wahlweise mit einem stufenlosen CVT-Getriebe bestückt. Als Diesel wurde er nicht angeboten.
     
  • Abmessungen (laut ADAC): 3,71 m bis 3,85 m x 1,67 m x 1,51 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 235 l bis 912 l.
     
  • Stärken: Der Space lässt sich gut manövrieren, wenn auch nicht sehr agil bewegen. Dafür ist er genügsam im Spritdurst und kommt je nach Motorisierung mit unter sechs Litern Sprit auf 100 Kilometer aus.

    Antriebswellen schneiden bei der HU durchweg gut ab, Lenkung und Lenkgelenke ebenfalls, so der Report. Oft besser als die Vergleichswerte in der Fahrzeugklasse sind auch Blinker und vordere Beleuchtung. Die Abgasuntersuchung (AU) stellt in der Regel kein Problem dar.
     
  • Schwächen: Viel Kunststoff und locker interpretierte Spaltmaße - sonderlich hochwertig wirkt das Modell nicht. Beim ersten HU-Termin im Fahrzeugalter von drei Jahren fällt die Funktion von Feststell- und Fußbremse negativ aus dem Rahmen – ein Problem, das sich im Vergleich zum Durchschnitt mit dem Alter deutlich relativiert. „So gesehen wird der Space Star im Alter besser“, schreibt der Report.

    Lenkgelenke und Fahrwerk leisten sich beim fünften Check erhöhte Beanstandungsquoten. Über alle Jahre sind verstelltes Abblendlicht und defekte Rückleuchten ein Problem.
     
  • Pannenverhalten: Mit Blick auf die ADAC-Pannenstatistik zeigen ältere Modelle von 2014 bis 2016 „mittlere bis geringe Zuverlässigkeit“, während der Club für jüngere Modelle „hohe Zuverlässigkeit“ vermerkt. Als Pannenschwerpunkte gelten demnach Transponder bei Exemplaren mit Erstzulassungsjahr 2015 und die Zündkerze (2013 bis 2020).
     
  • Motoren: Benziner (Dreizylinder, Frontantrieb): 52 kW/71 PS und 59 kW/80 PS.

Händler-Verkaufswert nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) mit statistisch erwartbaren Kilometern - drei Preisbeispiele:

  • Space Star Active (6/2019); 52 kW/71 PS (Dreizylinder); 76.000 Kilometer; 6.750 Euro.
  • Space Star Diamant Edition+ (6/2016); 59 kW/80 PS (Dreizylinder + CVT-Getriebe); 105.000 Kilometer; 6.320 Euro.
  • Space Star Spirit+ Black (6/2021; 2. Facelift); 52 kW/71 PS (Dreizylinder); 55.000 Kilometer; 11.263 Euro.
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