Panorama

Muss ich den Urlaub für das ganze Jahr festlegen?

Wenn der Chef die Urlaubswünsche für das ganze Jahr haben möchte, fängt das große Grübeln an. Denn nicht immer ist alles schon durchgeplant. Darf er das überhaupt verlangen?

Von dpa

11.05.2026

Den Urlaub für das ganze Jahr vorplanen? Was für Arbeitgeber wünschenswert ist, kann Arbeitnehmer unter Druck setzen. picture alliance/dpa/dpa-tmn

Den Urlaub für das ganze Jahr vorplanen? Was für Arbeitgeber wünschenswert ist, kann Arbeitnehmer unter Druck setzen. picture alliance/dpa/dpa-tmn

© picture alliance/dpa/dpa-tmn

Spontan ans Meer oder über das verlängerte Wochenende in den Skiurlaub? Vielen Arbeitgebern ist an einer langfristigen Urlaubsplanung gelegen. Aber: Wer seinen Urlaub für das gesamte Jahr schon verplant hat, hat kaum Spielraum für kurzentschlossene Aktionen. Muss ich mich dem Wunsch des Chefs dennoch beugen?

„Arbeitgeber können Arbeitnehmer nicht zwingen, den Urlaub für das ganze Jahr festzulegen“, sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht. Grundsätzlich gilt, dass Arbeitgeber die Urlaubsplanung für das komplette Jahr erbitten dürfen, Angestellte aber nicht dazu verpflichtet sind, sich dann schon für die gesamte Zeit festzulegen. 

Aber der Arbeitgeber kann bestimmte Urlaubstage vorgeben. So kann er etwa bei Betriebsferien vorschreiben, dass dort ein Teil der zur Verfügung stehenden Urlaubstage verwendet werden muss.

Der Anspruch auf Urlaub gilt auch bei spontanen Anfragen

Auch wenn Urlaubswünsche nicht direkt für das ganze Jahr eingereicht werden, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt, müssen Arbeitgeber die Wünsche berücksichtigen. Das gilt ebenso bei kurzfristigeren Urlaubsanträgen: Der Arbeitgeber kann die Urlaubstage nur ablehnen, wenn es betriebliche Gründe gibt, die dagegen sprechen, oder sie aufgrund des Urlaubs anderer Mitarbeitender nicht gewährt werden können, so Oberthür.

Zur Person: Nathalie Oberthür ist Fachanwältin für Arbeitsrecht und Vorsitzende des Ausschusses Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV).

Dr. Nathalie Oberthür ist Fachanwältin für Arbeitsrecht.Bine Bellmann/dpa-tmn/dpa

Dr. Nathalie Oberthür ist Fachanwältin für Arbeitsrecht.Bine Bellmann/dpa-tmn/dpa

© Bine Bellmann/dpa-tmn/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Panorama

zur Merkliste

Balkonkraftwerk registrieren: So einfach geht das

So ein Balkonkraftwerk ist meist schnell installiert. Aber wie sieht das eigentlich mit der Registrierung aus? Das ist doch richtig kompliziert, oder? Wir zeigen, wie es geht.

Panorama

zur Merkliste

Trotz Gerüchten im Netz: Bluetooth-Kopfhörer unbedenklich

Kabellose Kopfhörer gehören für viele beim Sport oder im Alltag dazu. In sozialen Netzwerken wird behauptet, die Übertragung durch Bluetooth mache krank. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es nicht.

Panorama

zur Merkliste

Einsam auftanken? Wann sozialer Rückzug schaden kann

Allein sein, sich berieseln lassen, abschalten: Was ab und an mal gesund und hilfreich ist, kann auf Dauer schaden. Wann sozialer Rückzug zum Problem wird und wie wir wieder in Kontakt kommen.