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Manipulierter Tacho?: Diese Indizien sind Warnzeichen

Toller Gebrauchter, noch schönerer Tachostand? Wie lassen sich Hinweise auf Tachomanipulation finden? Das ist heutzutage nicht mehr leicht. Doch der ADAC nennt Indizien und gibt Tipps.

Von dpa

19.02.2026

Manipulierte Tachostände sind keine Seltenheit: Bis zu ein Drittel der Gebrauchtwagen könnten nach Polizeizahlen betroffen sein.Oliver Berg/dpa/dpa-tmn

Manipulierte Tachostände sind keine Seltenheit: Bis zu ein Drittel der Gebrauchtwagen könnten nach Polizeizahlen betroffen sein.Oliver Berg/dpa/dpa-tmn

© Oliver Berg/dpa/dpa-tmn

Wer einen Gebrauchtwagen kaufen will, achtet auf viele Dinge. Natürlich auch auf die Laufleistung - ein wichtiger Faktor auch für den Kaufpreis. Doch der Tachostand könnte in vielen Fällen manipuliert sein.

Natürlich ist das verboten und kann bestraft werden. Gut, aber die Sache hat einen Haken: Der Nachweis sei schwierig und die Manipulation „viel zu einfach“. So verweist der ADAC Hessen-Thüringen auf handliche Geräte, die man dafür verwenden kann. Mit deren Software könnte man viele Autos „binnen Sekunden“ auf den gewünschten Tachostand bringen. Was kann man dagegen tun? Nicht viel, aber es gibt Anzeichen für möglichen Betrug.

Auf diese Punkte achten – sie könnten Indizien sein:

  • Unstimmigkeiten bei Reparatur-Rechnungen, AU- und HU-Berichten sowie Ölwechsel-Aufklebern bzw. -Anhängern. So sollten die Kilometerstände in den Rechnungen und Prüfberichten entsprechend der voranschreitenden Zeit immer fortlaufend sein. „Gehen aus den vorhandenen Unterlagen Lücken hervor beziehungsweise fallen besonders niedrige Fahrleistungen in Zeitabschnitten auf, sollte hier genauer nachgeschaut werden“, so Maike Willeitner vom Hessen-Thüringen.

    Der ADAC nennt online ein Beispiel: Ein Ölwechsel ist bei einem bestimmten Auto spätestens nach 40.000 Kilometern fällig - und es hat angeblich erst 100.000 Kilometer auf der Uhr. Wenn dann der nächste Ölwechsel „fällig bei 180.000 Kilometern“ eingetragen wäre, stimme etwas nicht.
     
  • Was sagt der Vorbesitzer? Bei Kauf bei Gebrauchtwagenhändlern kann man den Kontakt zum Vorbesitzer suchen und nach dem letzten bekannten Kilometerstand fragen. Die Kontaktaufnahme oder der Kontaktaustausch sollte aber nur mit Zustimmung des Vorbesitzers erfolgen.

    Allerdings kann hier schon eine Händlereinkaufsrechnung - mit geschwärztem Einkaufspreis und unkenntlichen personenbezogenen Daten - Aufschluss auf die tatsächliche Laufleistung geben, so Maike Willeitner.

    Grundsätzlich lässt sich die Adresse des Vorbesitzers etwa in der Zulassungsbescheinigung Teil II („Fahrzeugbrief“) finden. Manchmal steht sie auch in anderen Unterlagen wie etwa in einem Serviceheft.
     
  • Passt der Verschleiß - etwa bei Sitzen, Lenkrad oder Schalthebel - zur Tachoanzeige? Allerdings spielt dabei auch die Vorgeschichte eine Rolle. Denn so kann ein Auto, das auf Verschleiß fördernden Kurzstreckenfahrten unterwegs war, durchaus mehr strapaziert sein - trotz weniger Kilometer auf dem Tacho. Wiederum kann ein Wagen, der viele Kilometer fuhr, die aber vor allem schonend bewegt auf Langstrecken zurücklegte, weniger Spuren aufweisen.
     
  • Gezielt nach dem Tachostand fragen: Beim Kauf nicht auf Verkäuferangaben wie „Kilometerstand abgelesen“ oder „laut Tacho“ vertrauen, sondern auf die Angabe der „tatsächlichen Laufleistung“ bestehen, formuliert es der Autoclub.
     
  • In einer Werkstatt den Fehler- und Wartungsintervall-Speicher auslesen lassen. Die dort lesbaren Fehlereinträgen werden teilweise mit Kilometerständen protokolliert - Sie dürfen freilich nicht höher sein als der im Kombiinstrument angezeigte Gesamtkilometerstand, so der Club online.

Der ADAC Hessen-Thüringen verweist auf Schätzungen der Polizei. Demnach soll ein manipulierter Tachostand bei fast einem Drittel aller Gebrauchtwagen auftreten. Im Durchschnitt führe das pro Auto zu einer illegalen Wertsteigerung von circa 3.000 Euro.

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