Flair mit Fehlfunktion: Der Citroën C3 bei der HU
Französische Autos sind anders als die deutsche Konkurrenz - etwa exzentrischer designt. Da macht der Citroën C3 keine Ausnahme. Nur: Die Tüv-Bilanz des Kleinwagens ist mehr schlecht als recht.
Bonjour mein Kleiner: Der Kleinwagen C3 ist für Citroën ein Verkaufsschlager - hat er schlagende Argumente auch als Gebrauchter?Citroën/dpa-tmn
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Erst die höher gezogene Panorama-Frontscheibe, dann die Airbumps genannten Luftpolster außen an den Türen: Das gewisse Extra, das französischen Autos oft unterstellt wird, löst der Citroën C3 der Erscheinungsjahre von 2009 und 2017 allein mit diesen Merkmalen ein.
Denn die deutsche Kleinwagenkonkurrenz wie VW Polo, Ford Fiesta oder Opel Corsa schreckt vor solcherlei Designwagnissen für gewöhnlich zurück. Dabei fährt sich der C3 auch französisch komfortabel und ist zudem sparsam und wendig. Doch wer sich für einen Gebrauchten interessiert, sollte auf den Jahrgang achten. Der „Auto Bild TÜV-Report 2026“ schreibt: „Mit dem Alter kommen die Malaisen, dann schreiten die TÜV-Prüfer ein.“
- Modellhistorie: Die Modellreihe C3 startete 2002, die betrachteten Auflagen zwei und drei kamen 2009 und 2017 zu den Händlern.
Modellpflegemaßnahmen führte Citroën 2013 (unter anderem neue Front und sparsamere Motoren) und 2021 (unter anderem überarbeitete Frontschürze) durch. 2024 startete der auch als E-Auto gebaute, hier aber nicht weitere beachtete Nachfolger durch.
- Karosserie und Varianten: Beide C3, die sich im Design klar voneinander abgrenzen, gibt es ausschließlich als Fünftürer. Eigenständige, hier ebenfalls nicht berücksichtigte Modelle sind der Minivan C3 Picasso, der in Europa von 2010 bis 2017 verkauft wurde, und sein Nachfolger, das SUV C3 Aircross.
- Abmessungen (laut ADAC): C3 II: 3,94 m x 1,73 m x 1,52 m (LxBxH); Kofferraumvolumen: 300 l; C3 III: 4,00 m x 1,75 m x 1,47 m (LxBxH); Kofferraumvolumen: 300 l.
- Stärken: Die Bilanz bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) von Achsaufhängungen und Lenkanlage sieht bei beiden Generationen gut aus. Auch an der Bremsfunktion und dem Zustand der Komponenten haben die Prüfer laut Report selten etwas zu meckern. Im Lichtkapitel erntet wenigstens die hintere Beleuchtung drei Jahre alter Modelle ein Lob.
- Schwächen: Das Übrige im Lichtkapitel jedoch ist dunkel: Über fast alle Jahrgänge gibt es überdurchschnittlich oft verstelltes Abblendlicht, die Fehlerquoten von Front- und Rückleuchten sowie Blinkern sind ähnlich hoch. Verschlissene Bremsscheiben sind spätestens ab der zweiten HU ein triftiges Thema, dann auch Defekte an der Abgasanlage. Nur der ältere C3 verpatzt die Abgasuntersuchung (AU) zu oft und leidet im Alter zudem unter Ölverlust.
- Pannenverhalten: Selten ist der C3 auf deutschen Straßen, zumindest sind die Zulassungszahlen so gering, dass er in vielen Jahrgängen nicht Teil der ADAC-Pannenstatistik ist.
Für Exemplare der Erstzulassungsjahre 2009 und 2010 stuft der Club den Wagen als mittelmäßig ein, Exemplare von 2018 bis 2020 weisen demnach eine „hohe Zuverlässigkeit“ auf. Als Pannenschwerpunkte nennt der ADAC die Zündkerzen bei Autos von 2018 sowie Zündspule (2009 und 2010).
- Motoren: C3 II: Benziner (Drei- und Vierzylinder, Frontantrieb): 44 kW/60 PS bis 88 kW/120 PS; Diesel (Vierzylinder, Frontantrieb): 50 kW/68 PS bis 84 kW/114 PS; C3 III: Benziner (Dreizylinder, Frontantrieb): 50 kW/68 PS bis 81 kW/110 PS; Diesel (Vierzylinder, Frontantrieb): 55 kW/75 PS bis 75 kW/102 PS.
Händler-Verkaufswert nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) mit statistisch erwartbaren Kilometern - drei Preisbeispiele:
- C3 1.0 VTi Pure Tech 68 Attraction (6/2015); 50 kW/68 PS (Dreizylinder); 114.000 Kilometer; 3.928 Euro.
- C3 1.2 PureTech 110 Shine Stop&Start (6/2022); 81 kW/110 PS (Dreizylinder); 44.000 Kilometer; 12.626 Euro.
- Citroën C3 1.6 BlueHDi 100 FAP Feel Stop&Start (6/2018); 75 kW/102 PS (Vierzylinder); 127.000 Kilometer; 7.678 Euro.