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Senatorin: Nach Vergewaltigungsvorwurf Konsequenzen ziehen

Ein Mädchen soll in einem Jugendzentrum von Teenagern vergewaltigt worden sein. Berlins Jugendsenatorin fordert schnelle Konsequenzen. Wen sie dabei im Visier hat.

Von dpa

26.03.2026

Die CDU-Politikerin Katharina Günther-Wünsch (CDU) ist seit 2023 Berlins Senatorin für Bildung, Jugend und Familie.Soeren Stache/dpa

Die CDU-Politikerin Katharina Günther-Wünsch (CDU) ist seit 2023 Berlins Senatorin für Bildung, Jugend und Familie.Soeren Stache/dpa

© Soeren Stache/dpa

Nach Vergewaltigungsvorwürfen in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln hat Bildungs- und Jugendsenatorin Katharina Günther-Wünsch rasche Konsequenzen der Verantwortlichen im Bezirk angemahnt. „Es reicht nicht, Betroffenheit zu bekunden“, sagte die CDU-Politikerin im Abgeordnetenhaus. Es gehe jetzt um „klare und spürbare Konsequenzen.“

Geklärt werden müssten die Verantwortlichkeiten im Jugendamt Neukölln und darüber hinaus. Eine Frage sei auch, wie der Bezirk eine lückenlose und unbefangene Aufarbeitung des Falls und den Schutz der Betroffenen sicherstelle.

Kritik an Bezirksbürgermeister Hikel

„Das Bezirksamt Neukölln steht hier in der klaren Pflicht“, so Günther-Wünsch. Die Personal- und Dienstverantwortung liege ausschließlich im Bezirk. „Nicht nur ich stelle mir die Frage, sondern auch viele Berlinerinnen und Berliner: Wo ist eigentlich der Bezirksbürgermeister Martin Hikel?“, sagte die Senatorin.

„Kein einziges Wort zu diesem Fall, keine Übernahme von Verantwortung“, warf sie dem SPD-Politiker vor. „Stattdessen erleben wir die Situation, dass eine Bezirksstadträtin, die selbst Gegenstand von Ermittlungen ist, an der Aufklärung mitwirken soll, und einen Bezirksbürgermeister, der nicht präsent ist.“

Vorwurf der Vergewaltigung

Der Jugendclub ist nach Angaben des Bezirks seit dem 13. März geschlossen. Dort soll eine 16-Jährige von Jugendlichen Ende 2025 vergewaltigt und später bedrängt worden sein – die Polizei erfuhr davon erst durch die Anzeige des Vaters. Diese erfolgte laut Staatsanwaltschaft am 23. Februar. Inzwischen ermitteln Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Berlin zu dem Vorfall.

Weder die Einrichtung noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks Neukölln erstatteten zunächst Anzeige. Dies sorgte für Kritik. Nach Angaben des Bezirks wurde das Jugendamt am 28. Januar über die Vorfälle informiert. Die zuständige Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke) erfuhr demnach erst am 2. März davon.

Nach bisherigen Angaben der Stadträtin entschied das Jugendamt zunächst, nur dann Strafanzeige zu stellen, wenn das Einverständnis des Opfers vorliegt. Dazu gibt es aber widersprüchliche Angaben.

Mittlerweile gibt es erste personelle Konsequenzen. Am Mittwoch hatte Nagel mitgeteilt, dass eine Person im Jugendamt auf eine andere Stelle umgesetzt worden seit. Weitere personalrechtliche Schritte werden nach Angaben der Stadträtin im Laufe des Aufklärungsprozesses geprüft.

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