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Parteiloser Vorpommern-Landrat Kerth für Öffnung zur AfD

Die AfD liegt in Umfragen im Nordosten mit 36 Prozent vorn. Landrat Stefan Kerth spricht sich im Gegensatz zu den meisten Parteien im Land für eine Zusammenarbeit mit der Rechtsaußenpartei aus. Warum?

Von dpa

25.08.2026

Stefan Kerth (parteilos), Landrat des Landkreis Vorpommern-Rügen, lehnt ein AfD-Parteiverbot ab. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

Stefan Kerth (parteilos), Landrat des Landkreis Vorpommern-Rügen, lehnt ein AfD-Parteiverbot ab. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

Der Landrat des Landkreises Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth (parteilos), hat sich wenige Wochen vor der Landtagswahl im Nordosten für eine Öffnung zur AfD ausgesprochen. „Eine Offenheit gegenüber Koalitionen mit der AfD würde nach meiner Überzeugung auch zu einem neuen Realismus im linken politischen Lager führen“, sagte der ehemalige Sozialdemokrat der „FAZ“. „In Dänemark räumt die Sozialdemokratie genau die Themen ab, die hier der AfD überlassen werden.“ Die Diskussion um die Brandmauer verschleiere das „eigentliche Thema“.

Mit Blick auf die Verfassungsschutz-Einstufung der Partei in fünf anderen Bundesländern als gesichert rechtsextremistisch wurde er gefragt, ob seine Offenheit daher gefährlich werden könne. „In der AfD gibt es Rechtsextreme und ganz normale Leute“, antwortete Kerth. Mit der Bezeichnung „rechtsextrem“ würden im Osten 40 Prozent der Wähler delegitimiert. „Wer ein Parteiverbot fordert, muss über die Menschen reden, die diese Partei wählen. Keiner wählt die AfD aus Zufall.“

Am 20. September wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Jüngste Umfragen sehen die AfD bei 36 Prozent vor der SPD mit 29 Prozent.

Kritik an Bundesregierung

Kerth bezeichnete die Migration als „das Thema, das den Menschen zeigt, dass im Land nichts verstanden wurde“. Es sei „der Tacho, der anzeigt, wie abgehoben und lebensfremd Politik sein kann“. Dabei richtete er seine Kritik vor allem an Bundessozialministerin Bärbel Bas: „Wenn Frau Bas sagt, es gebe keine Einwanderung ins Sozialsystem, dann sagen sich die Leute: Die haben doch alle einen an der Klatsche. Die Migrationspolitik ist der Indikator für den Grad des Wahnsinns – und der steht nach wie vor auf Rot.“

Kerth war 2023 aus der SPD ausgetreten und hatte schon damals unter anderem die Asylpolitik der Sozialdemokraten kritisiert. Sein Landkreis ist einer der flächenmäßig größten in Deutschland.

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