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Niedrige Wasserstände - was man zur Trockenheit wissen muss

Darf ich meinen Pool noch füllen? Muss ich beim Gießen sparen? Und werden Lebensmittel jetzt teurer? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Trockenheit in Baden-Württemberg.

Von Aleksandra Bakmaz und Julian Weber, dpa

07.07.2026

Noch ist kein Regen in Sicht. (Archivbild) Thomas Warnack/dpa

Noch ist kein Regen in Sicht. (Archivbild) Thomas Warnack/dpa

© Thomas Warnack/dpa

Die Trockenheit macht sich in Baden-Württemberg immer stärker bemerkbar: Flüsse und Seen führen Niedrigwasser, das Grundwasser sinkt und vielerorts gelten schon Einschränkungen. Was man jetzt wissen muss.

Wie außergewöhnlich ist die aktuelle Trockenheit?

Nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) fiel im Juni mit rund 55 Litern pro Quadratmeter nur gut die Hälfte der für diesen Monat üblichen Niederschlagsmenge. Bereits der Mai war deutlich zu trocken. Seit Jahresbeginn kamen in Baden-Württemberg insgesamt nur rund drei Viertel der sonst bis Anfang Juli üblichen Niederschläge zusammen. 

Wie ernst ist die Lage in Baden-Württemberg?

Niedrigwasser hat sich inzwischen auf weite Teile des Landes ausgeweitet. Laut LUBW weisen 34 Prozent der Messstellen extrem niedrige und weitere 43 Prozent sehr niedrige Wasserstände auf. 

„Ohne flächendeckende, langanhaltende Niederschläge müssen wir damit rechnen, dass sich die Situation in den kommenden Wochen weiter verschärft“, erklärte LUBW-Präsident Ulrich Maurer.

Sind auch Bodensee und Donau betroffen?

Der Bodensee liegt derzeit 76 Zentimeter unter seinem für Anfang Juli üblichen Wasserstand. Nach Angaben der LUBW wurde an einem 5. Juli seit Beginn der Messungen nur einmal ein niedrigerer Wert registriert. Auch die Donau führt so wenig Wasser wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Dort wurde Anfang Juli ein neuer historischer Tiefstwert beim Abfluss gemessen. 

An der Donau ist das Niedrigwasser deutlich zu sehen. (Archivbild)Felix Kästle/dpa

An der Donau ist das Niedrigwasser deutlich zu sehen. (Archivbild)Felix Kästle/dpa

© Felix Kästle/dpa

Das Niedrigwasser hat auch schon Folgen für die Schifffahrt: Auf dem Bodensee kann die Landestelle Mannenbach auf der Schweizer Seite gegenüber der Insel Reichenau nicht angefahren werden. Wegen der Wasserverhältnisse kann laut Stadt Ulm die Fähre auf der Donau nicht in Betrieb gehen. Der Durchfluss sei zu gering. 

Welche Regionen leiden am stärksten?

Laut LUBW ist der Südosten Baden-Württembergs besonders betroffen. „Das Niederschlagsdefizit ist in diesem Jahr dort am größten“, erklärte eine Sprecherin. Vergleiche man die aktuelle Situation der vergangenen sechs Monate mit einem langjährigen Referenzzeitraum, zeige sich in dieser Region eine extreme Trockenheit.

Was ist mit dem Grundwasser?

Auch die Grundwasservorräte sind niedriger als noch vor einem Jahr. Nach Angaben der LUBW überwiegen inzwischen landesweit unterdurchschnittliche Grundwasserstände, jede dritte Messstelle liegt sogar unter dem Normalbereich. Besonders betroffen sind der Südosten Baden-Württembergs und zunehmend auch das Neckarbecken. Weil die oberen Bodenschichten durch Hitze und Verdunstung stark ausgetrocknet sind, dürfte sich das Grundwasser ohne längere Regenperioden in den kommenden Wochen weiter verschlechtern.

Kann das Trinkwasser knapp werden?

Derzeit müssen sich Verbraucher in Baden-Württemberg keine Sorgen um ihre Trinkwasserversorgung machen. Das Wasser reicht nach Angaben der Versorger aus. 

Muss ich beim Gießen sparen? 

Experten raten dazu, sparsam mit Wasser umzugehen. Pflanzen sollten möglichst morgens oder abends gegossen werden, wenn weniger Wasser verdunstet. Sinnvoll ist es außerdem, Regenwasser zu nutzen und lieber seltener, aber dafür gründlich zu gießen.

Wer aktuell einen grünen Garten haben will, braucht viel Wasser. (Archivbild) Bernd Weißbrod/dpa

Wer aktuell einen grünen Garten haben will, braucht viel Wasser. (Archivbild) Bernd Weißbrod/dpa

© Bernd Weißbrod/dpa

Darf ich meinen Pool noch füllen?

Ein landesweites Verbot gibt es nicht. Allerdings können Städte und Gemeinden Einschränkungen erlassen, wenn das Wasser knapp wird. Wer einen Pool füllen möchte, sollte sich deshalb vorab über die Regelungen vor Ort informieren.

Wo gelten Verbote wegen der Trockenheit?
In mehreren Landkreisen ist das Abpumpen von Wasser aus Flüssen, Bächen und Seen bereits untersagt, darunter im Bodenseekreis, im Landkreis Biberach und im Landkreis Böblingen. Weitere Landkreise können bei anhaltender Trockenheit nachziehen oder bestehende Verbote verlängern. Welche Regeln gelten, geben die zuständigen Landratsämter bekannt.

Werden Lebensmittel jetzt teurer?

Baden-Württembergs Agrarministerin Marion Gentges (CDU) hatte in der vergangenen Woche steigende Lebensmittelpreise wegen der anhaltenden Trockenheit nicht ausgeschlossen. „Wenn Ernteerträge zurückgehen, dann hat das Auswirkungen für jede und jeden von uns“, sagte sie in Stuttgart. Werden hier produzierte Lebensmittel knapper, könnten auch die Preise steigen.

Die Trockenheit belastet auch die Vegetation. (Archivbild)Marijan Murat/dpa

Die Trockenheit belastet auch die Vegetation. (Archivbild)Marijan Murat/dpa

© Marijan Murat/dpa

Warum helfen Gewitter gegen die Trockenheit oft kaum?

Kurze, heftige Schauer bringen den Böden meist nur wenig. Das Wasser fließt häufig oberflächlich ab, statt tief einzusickern. Für Flüsse, Grundwasser und die Natur sind langanhaltende Landregen deutlich wichtiger. „Der Anteil des Niederschlags, der im Boden, im Wurzelraum und schließlich ins Grundwasser einsickert, ist deutlich größer“, so die LUBW-Sprecherin. 

Das liege daran, dass der Boden bei geringeren Niederschlagsintensitäten mehr Zeit habe, Wasser zu speichern und es langsam in tiefere Schichten weiterzuleiten.

Ist die Trockenheit bald vorbei?

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ist in den kommenden Tagen kein Landregen in Sicht. Kleinere Schauer seien dagegen immer wieder möglich, sagte ein Meteorologe. „Es bleibt erst einmal trocken.“

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