„Männer gegen Gewalt“: Hunderte demonstrieren am Vatertag
„Neue Männer braucht das Land“: Dieser Spruch auf einem Plakat verdeutlicht, wofür sich mehrere Hundert Menschen bei einer Demo in Berlin einsetzen. Was wollen sie erreichen?
Hunderte Menschen haben bei der Demonstration „Männer gegen Gewalt“ am Brandenburger Tor in Berlin mitgemacht.Fabian Sommer/dpa
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Rund 800 Menschen haben sich am Vatertag in Berlin nach Polizeiangaben an der Demonstration „Männer gegen Gewalt“ beteiligt. An der Aktion am Brandenburger Tor gegen geschlechterspezifische und sexualisierte Gewalt nahmen vor allem Männer teil.
Auf Transparenten stand „Neue Männer braucht das Land“, „More feelings, less violence“ („Mehr Gefühle, weniger Gewalt“) und „Stoppt Täterschutz“. Auch der Grünen-Bundesvorsitzende Felix Banaszak nahm an der Veranstaltung teil. In Hamburg fand eine ähnliche Demonstration statt.
Die Initiative „Männer gegen Gewalt“, die die Kundgebungen organisierte, will Männer stärker mobilisieren, bei sexistischem oder übergriffigem Verhalten aktiv einzuschreiten. „Gewalt gegen Frauen und queere Menschen ist fast immer männliche Gewalt“, hieß es von der Initiative.
Initiative: Männer gegen Gewalt zu wenig sichtbar
Bisher seien Männer in der öffentlichen Debatte und im Protest gegen sexualisierte Gewalt häufig zu wenig sichtbar. Die Initiative fordert unter anderem mehr Geld für Frauenhäuser, Prävention und Betroffenenhilfe, spezialisierte Kammern in Gerichten und die Umsetzung von „Nur Ja heißt Ja“ im Sexualstrafrecht. Im deutschen Strafrecht gilt seit rund zehn Jahren der sogenannte „Nein heißt Nein“-Grundsatz: Jede sexuelle Handlung gegen den erkennbaren Willen einer Person steht unter Strafe.
Die Diskussion über digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen hatte mit Bekanntwerden der Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen Ende März neue Fahrt aufgenommen. Er soll Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Inhalte verbreitet haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
Auch Fernandes rief zu der Demo in Berlin auf und erklärte bei Instagram: „Männer, wo seid ihr? Ich hör euch nicht!“ Grünen-Chef Banaszak und der Bundessprecher der Grünen Jugend, Luis Bobga, riefen ebenfalls zur Teilnahme auf. „Gewalt gegen Frauen ist kein Problem, das Frauen allein lösen können. Es ist ein Problem, das wir Männer lösen müssen“, sagte Banaszak bei Instagram.
Männer müssen mehr Verantwortung übernehmen - das war eine der Botschaften der Demo. Fabian Sommer/dpa
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