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„Männer gegen Gewalt“: Hunderte demonstrieren am Vatertag

„Neue Männer braucht das Land“: Dieser Spruch auf einem Plakat verdeutlicht, wofür sich mehrere Hundert Menschen bei Demonstrationen in Berlin und Hamburg einsetzen. Was wollen sie erreichen?

14.05.2026

Hunderte Menschen haben bei der Demonstration „Männer gegen Gewalt“ am Brandenburger Tor in Berlin mitgemacht.Fabian Sommer/dpa

Hunderte Menschen haben bei der Demonstration „Männer gegen Gewalt“ am Brandenburger Tor in Berlin mitgemacht.Fabian Sommer/dpa

© Fabian Sommer/dpa

Protest statt Bollerwagen: Jeweils mehrere Hundert Menschen haben zum Vatertag in Berlin und Hamburg gegen sexualisierte Gewalt an Frauen protestiert - auf Initiative von Männern. Auf Transparenten stand „Neue Männer braucht das Land“, „More feelings, less violence“ („Mehr Gefühle, weniger Gewalt“) und „Stoppt Täterschutz“. Auch Frauen und Kinder waren dabei.

Rund 800 Menschen kamen nach Polizeiangaben zur Demonstration „Männer gegen Gewalt“ ans Brandenburger Tor, die Initiative sprach von 3.500 Menschen. Auch der Grünen-Bundesvorsitzende Felix Banaszak nahm teil. Die Initiative „Männer gegen Gewalt“, die die Kundgebung organisierte, will Männer stärker mobilisieren, bei sexistischem oder übergriffigem Verhalten aktiv einzuschreiten. „Gewalt gegen Frauen und queere Menschen ist fast immer männliche Gewalt“, hieß es.

In Hamburg kamen zahlreiche Menschen auf dem Heiligengeistfeld zusammen, um dem Vatertag eine andere Bedeutung zu geben. Die Hamburger Gruppierung „Come On Boys“ hatte dazu aufgerufen. „Es fängt mit uns an. Es ist unsere Aufgabe. Es ist unsere Verantwortung“, sagte ein Sprecher in der Hansestadt. Auch viele Frauen und Kinder waren bei der Kundgebung dabei.

Initiative: Männer gegen Gewalt zu wenig sichtbar 

Bisher seien Männer in der öffentlichen Debatte und im Protest gegen sexualisierte Gewalt häufig zu wenig sichtbar, hieß es. Die Initiative „Männer gegen Gewalt“ fordert unter anderem mehr Geld für Frauenhäuser, Prävention und Betroffenenhilfe, spezialisierte Kammern in Gerichten und die Umsetzung von „Nur Ja heißt Ja“ im Sexualstrafrecht. Im deutschen Strafrecht gilt seit rund zehn Jahren der sogenannte „Nein heißt Nein“-Grundsatz: Jede sexuelle Handlung gegen den erkennbaren Willen einer Person steht unter Strafe.

Die Diskussion über digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen hatte mit Bekanntwerden der Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen Ende März neue Fahrt aufgenommen. Er soll Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Inhalte verbreitet haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Auch Collien Fernandes rief auf

Auch Fernandes rief zu der Demo in Berlin auf und erklärte bei Instagram: „Männer, wo seid ihr? Ich hör euch nicht!“ Grünen-Chef Banaszak und der Bundessprecher der Grünen Jugend, Luis Bobga, riefen ebenfalls zur Teilnahme auf. „Gewalt gegen Frauen ist kein Problem, das Frauen allein lösen können. Es ist ein Problem, das wir Männer lösen müssen“, sagte Banaszak bei Instagram.

Männer müssen mehr Verantwortung übernehmen - das war eine der Botschaften der Demo. Fabian Sommer/dpa

Männer müssen mehr Verantwortung übernehmen - das war eine der Botschaften der Demo. Fabian Sommer/dpa

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Auch in Hamburg demonstrierten Männer gegen Frauen-Gewalt.Lilli Förter/dpa

Auch in Hamburg demonstrierten Männer gegen Frauen-Gewalt.Lilli Förter/dpa

© Lilli Förter/dpa