dpa

Kölns Coach Wagner erlebt emotionale „Achterbahn“ beim Debüt

René Wagner durchläuft beim ersten Auftritt als Trainer des 1. FC Köln ein Auf und Ab der Gefühle. Das Comeback in Frankfurt gibt dem FC Hoffnung im Abstiegskampf - und stärkt den Glauben in Wagner.

Von Christian Johner und David Langenbein, dpa

06.04.2026

René Wagner holte bei seinem Debüt als Chefcoach des 1. FC Köln ein Remis.Uwe Anspach/dpa

René Wagner holte bei seinem Debüt als Chefcoach des 1. FC Köln ein Remis.Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Bei seiner aufregenden und am Ende auch geglückten Premiere wurde Kölns neuer Trainer René Wagner mit voller Wucht von den Emotionen gepackt. „Ja, ich glaube, es war eine Achterbahn, ein bisschen auch für mich, für die Truppe, für alle“, sagte der sonst eher reserviert wirkende Wagner nach dem 2:2 bei Eintracht Frankfurt. Der hart erkämpfte Punktgewinn könnte im spannenden Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga noch ganz wichtig werden. „Wir haben noch sechs Spiele jetzt, sechs Finals für uns“, läutete der polnische Nationalspieler Jakub Kaminski den Saisonendspurt ein.

Mit Wagner will der 1. FC Köln den direkten Wiederabstieg verhindern. Der 37-Jährige wirkte bei seinem ersten Spiel als Chefcoach im deutschen Profifußball wie ein Gegenentwurf zu seinem Vorgänger Lukas Kwasniok. Ohne die großen Experimente auf dem Platz, ohne die großen Töne auf der Pressekonferenz nach dem Spiel - aber vielleicht mit dem richtigen Erfolgsrezept? Die Mannschaft jedenfalls scheint trotz des nun achten sieglosen Spiels in Serie an Wagner zu glauben.

„Nahbar“ und „feurig“

„Ich glaube, er ist sehr nahbar. Er hat die richtigen Worte einfach gefunden für uns in der Situation, die mit Sicherheit nicht einfach ist. Ich glaube grundsätzlich, dass er da einfach die Fäden schon ganz gut in der Hand hat“, sagte Torwart Marvin Schwäbe lobend über seinen Trainer. „Gut, mit Motivation, feurig und gut auf den Punkt gebracht“ sei die Kabinenansprache Wagners vor seinem Debüt gewesen, erzählte der Schlussmann.

Im Spiel selbst versuchte Wagner, vor allem Besonnenheit auszustrahlen - auch nach dem zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand, von dem sich aber weder der Coach noch dessen Spieler beeindrucken ließen. Der gebürtige Dresdner sprach seiner Mannschaft ein „Riesenkompliment“ für das Comeback aus. 

Ein „besonderer Tag“ für Wagner und die Mannschaft

„Ich glaube einfach, dass das für mich ein besonderer Tag war. Ich glaube, für die Mannschaft war es ein besonderer Tag, dass wir uns bewiesen haben, dass wir in so Spielen auch noch zurückkommen können. Und es sollte uns viel, viel Kraft geben für die nächsten Spiele. Und da werden wir dranbleiben“, sagte Wagner. Er habe versucht, bei seiner Aufgabe zu bleiben. „Ich tue der Mannschaft keinen Gefallen, wenn ich draußen zu viel Emotionen habe“, betonte er.

Der frühere Assistent von Kwasniok bewies bei seinem Debüt ein glückliches Händchen bei seinen Einwechslungen. Denn am 2:2 in der 83. Minute waren die kurz zuvor ins Spiel gekommenen Luca Waldschmidt, Marius Bülter und Alessio Castro-Montes, der das Tor erzielte, allesamt beteiligt. Davor hatte Kaminski für den Anschluss gesorgt. Bangen muss der FC aber um Shootingstar Saïd El Mala, der in der Schlussphase humpelnd den Platz verwies. Offen ist, ob und wie lange der Offensivspieler ausfallen wird.

Kopf-an-Kopf zwischen Köln und St. Pauli?

Auch ohne El Mala bewiesen die Kölner in Frankfurt nicht nur Moral, sondern verteidigten als 15. den Vorsprung von zwei Zählern auf den Relegationsplatz, den der FC St. Pauli belegt. Die Hamburger gaben beim 1. FC Union Berlin eine 1:0-Führung aus der Hand und mussten sich mit einem 1:1 begnügen. „Klar hätten wir gerne auf Köln aufgeschlossen, aber es war einfach wichtig, dass wir punkten, was mitnehmen und das haben wir heute getan“, sagte St. Paulis Verteidiger Hauke Wahl.

Grund zur Sorge gibt es aber auch bei den Kiez-Kickern noch nicht. „Natürlich guckt man auf die Ergebnisse. Aber wir sind entspannt, wir haben alles in der eigenen Hand, immer noch“, betonte Wahl.

Immerhin vergrößerte St. Pauli den Abstand auf den ersten direkten Abstiegsrang, auf dem der VfL Wolfsburg liegt, um einen weiteren Zähler auf vier Punkte. Schlusslicht 1. FC Heidenheim mit neun Punkten Rückstand auf die Hamburger könnte schon in zwei Wochen nach dem 30. Spieltag als Absteiger feststehen.

Jakub Kaminski leitete mit seinem Treffer das Comeback der Kölner in Frankfurt ein.Uwe Anspach/dpa

Jakub Kaminski leitete mit seinem Treffer das Comeback der Kölner in Frankfurt ein.Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Kölns René Wagner konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft in Frankfurt zufrieden sein.Uwe Anspach/dpa

Kölns René Wagner konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft in Frankfurt zufrieden sein.Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Karte