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Kellers gebrauchter Tag: Gelb-Rot bei Heidenheim-Rückkehr

Der Abwehrchef geht hoch motiviert in sein „Heimspiel“ auf der Ostalb. Das Auseinanderbrechen seiner Mannschaft und das Ende des Spiels erlebt er aber nicht auf dem Platz.

Von Gerald Fritsche, dpa

30.08.2026

Thomas Keller (Dynamo Dresden) geht nach seinem Platzverweis vom Platz.Harry Langer/dpa

Thomas Keller (Dynamo Dresden) geht nach seinem Platzverweis vom Platz.Harry Langer/dpa

© Harry Langer/dpa

So hatte sich Thomas Keller seine Rückkehr nach Heidenheim ganz sicher nicht vorgestellt. Bei der 3:5 (1:0)-Niederlage fehlte der Abwehrchef von Dynamo Dresden seinem Team nach einer Gelb-Roten Karte (69. Minute) in der wilden Schlussphase an allen Ecken und Kanten. 

Die vier Gegentore nach seinem Platzverweis aber nun nur dem Fehlen des erfahrenen Innenverteidigers anzulasten, wäre zu einfach. Denn Keller hat in dieser Saison noch nicht den Drive gefunden wie in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit. 

Vier Jahre hatte Keller auf der Ostalb gespielt, war mit Heidenheim in die Bundesliga aufgestiegen, hatte den Klassenverbleib geschafft, war im Europapokal mit der Truppe von Trainer Frank Schmidt unterwegs und hatte da sogar ein Tor erzielt. Dann kam im Januar die Leihe nach Dresden und damit verbunden ein Mega-Leistungssprung. Was folgte, war das maximale Bemühen der Sachsen, den 27-Jährigen fest zu verpflichten. Als das für eine Millionen-Ablöse gelang, waren alle glücklich - Keller selbst, Dynamo und die Fans.

Keller in dieser Saison noch nicht so souverän

Das Halbjahreshoch aber hat der Innenverteidiger noch nicht ganz in die neue Saison hinübergerettet. Keller wirkt in seinem Auftreten, vor allem aber in der Organisation der Abwehr und seiner Nebenleute, nicht so souverän. Viel mehr muss er öfter zum Foulspiel greifen, um Lücken zu schließen. In jedem der drei Meisterschaftsspiele holte er sich dafür Gelb ab, in Heidenheim dann gleich zweimal - Feldverweis. 

„Ich sehe ihn nicht im Rücken, dann falle ich, glaube ich, auf seinen Fuß oder so ein bisschen in ihn rein“, sagte Keller nach dem fünften Platzverweis seiner Karriere zu der Szene gegen Marcel Costly (30). Vielleicht war es auch ein wenig Übermotivation. 

Bekam zweimal Gelb: Thomas Keller.Harry Langer/dpa

Bekam zweimal Gelb: Thomas Keller.Harry Langer/dpa

© Harry Langer/dpa

Keller wollte es an alter Wirkungsstätte wahrscheinlich allen zeigen. Er schaltete sich mehr als sonst in Offensivaktionen ein, nahm sich Schüsse aus der zweiten Reihe, trat Freistöße. Er opferte sich auf, wurde schon vor seiner Gelb-Roten Karte von Krämpfen geplagt. Summa summarum ein gebrauchter Tag.

Ohne Keller keine Ordnung mehr in der Defensive

Vor allem auch, weil mit seinem Fehlen das Team den Kopf verlor. In der Schlussphase war gefühlt jeder Schuss ein Treffer, wie es Trainer Thomas Stamm ausdrückte. „Gegen Ende müssen wir das einfach besser verteidigen, auch mit einem Mann weniger. Das müssen wir auf jeden Fall aufarbeiten und trotzdem auch den Blick nach vorn richten“, sagte Robert Wagner, der das 2:1 der Dresdner erzielt hatte. 

Die Dynamo-Defensive war in Heidenheim gleich fünfmal nicht im Bilde.Harry Langer/dpa

Die Dynamo-Defensive war in Heidenheim gleich fünfmal nicht im Bilde.Harry Langer/dpa

© Harry Langer/dpa

Eine bis dahin ganz starke Dynamo-Leistung ging danach im Angriffswirbel der Heidenheimer unter. Vor dem Spiel gegen den VfL Bochum am Samstag (20.30 Uhr/Sky) sollte aber vor allem das Positive aus dem Heidenheim-Spiel für Selbstbewusstsein sorgen.

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