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Herbststurm und Sturmflut erwartet – Fähr-Ausfälle möglich

Gleich zwei Sturmtiefs ziehen über Niedersachsen hinweg. An der Küste droht eine leichte Sturmflut. Die Sturmböen wirbeln absehbar auch den Fährverkehr zum Ende der Herbstferien durcheinander.

Von dpa

23.10.2026

Gleich zwei Sturmtiefs sollen in diesen Tagen über Niedersachsen hinwegziehen. Julian Stratenschulte/dpa

Gleich zwei Sturmtiefs sollen in diesen Tagen über Niedersachsen hinwegziehen. Julian Stratenschulte/dpa

© Julian Stratenschulte/dpa

Die ersten kräftigen Herbststürme bereiten Niedersachsen und Bremen voraussichtlich ein ungemütliches Wochenende: An der Nordseeküste rechnet der Küstenschutz mit einer leichten Sturmflut. Reisenden könnte das stürmische Wetter Probleme bei der Abreise von manchen Ostfriesischen Inseln bereiten, wenn an diesem Wochenende die Herbstferien in Niedersachsen enden. Einige Reedereien kündigten bereits mögliche Einschränkungen oder gar Ausfälle im Fährverkehr an. 

Denn besonders starker Wind wird an der Nordseeküste erwartet. In der Nacht zum Sonntag und am Sonntag seien schwere Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde (Windstärke 10) zu erwarten, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Auch einzelne orkanartige Böen (Windstärke 11) seien möglich, hieß es. 

Bereits heute sollte es im Nordwesten stürmisch werden. Ein erstes Sturmtief bringt laut DWD ab dem Nachmittag stürmische Böen von NRW bis zur Nordsee. Für den Brocken im Harz hat der DWD eine Unwetterwarnung wegen orkanartiger Böen herausgegeben. In der Nacht zu Sonntag ziehe dann ein zweites Tief auf - ein Orkantief, wie eine DWD-Meteorologin mitteilte. 

Inselgäste sollen Autos am Festland umparken

Reisende müssen sich auf mögliche Einschränkungen im Fährverkehr einstellen. Die Reederei Norden-Frisia teilte mit, dass es im Inselverkehr von und nach Norderney von Samstag an und in den Folgetagen zu Verzögerungen oder Ausfällen kommen könne. Anschlüsse an den Bahnverkehr am Festland in Norddeich seien nicht gewährleistet. 

Wegen der drohenden Sturmflut wurden insbesondere Feriengäste auf der Insel Baltrum aufgerufen, ihre abgestellten Autos am Festland umzuparken. Denn von der Sturmflut betroffen ist absehbar ein Dauer-Parkplatz im Hafen des kleinen ostfriesischen Küstenortes Neßmersiel (Landkreis Aurich), dem Fährort zur Insel, wie die Reederei Baltrum-Linie mitteilte. Der Parkplatz soll wegen der Sturmflutgefahr vorsorglich geräumt werden.

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Ausfälle nach Langeoog und Wangerooge

Die Inselgemeinde Langeoog, die die Schifffahrt von und zur Insel betreibt, teilte Änderungen im Fährverkehr wegen der Wetterlage bereits mit. Für Sonntag ist ab Langeoog nur noch eine Fährabfahrt am Morgen eingeplant, von Bensersiel am Festland zur Insel fahren zwei frühe Fähren. Danach ist Schluss. „Sogar die komplette Einstellung der Fahrten sind möglich“, teilte die Inselgemeinde weiter mit. Reisende sollten sich im Internet informieren. 

Reisende könnten am Wochenende wegen des Herbststurmes Einschränkungen im Fährverkehr zu einigen Nordseeinseln erleben. (Archivbild)Volker Bartels/dpa

Reisende könnten am Wochenende wegen des Herbststurmes Einschränkungen im Fährverkehr zu einigen Nordseeinseln erleben. (Archivbild)Volker Bartels/dpa

© Volker Bartels/dpa

Auch von und nach Wangerooge gibt es am Sonntag Änderungen im Linienfahrplan, wie die Deutsche Bahn, die dort den Fährverkehr mit einer Tochtergesellschaft betreibt, im Internet mitteilte. Mehrere Fahrten fallen aus, dafür fahren Fähren teils zu anderen Zeiten. Die Fahrten mit der kleinen Schnellfähre „Wattsprinter“ sind bereits bis einschließlich Montag abgesagt.

Leichte Sturmfluten erwartet

Wegen des stürmischen Wetters besteht nach Einschätzung des Sturmflutwarndienstes des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Gefahr von zwei leichten Sturmfluten. Demnach soll das Hochwasser bei Westwind am späten Sonntagabend etwa in Emden um bis zu eindreiviertel Meter höher auflaufen als das sonst übliche mittlere Tidehochwasser. Es besteht dann die Gefahr, dass etwa Strände und Hafenflächen überflutet werden.

Eine weitere leichte Sturmflut könnte der Vorhersage zufolge an der niedersächsischen Nordseeküste am Montagmittag folgen. Experten rechnen dann mit bis zu eineinhalb Meter höheren Wasserständen.

Nach NLWKN-Angaben treten leichte Sturmfluten nach dem langjährigen Mittel statistisch bis zu zehnmal in der Saison zwischen September und April auf. In der Regel sind sie keine größere Herausforderung für die Küstenschutzbauwerke.

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