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Handel-Arbeitgeber legen Tarifrunde in vier Ländern auf Eis

Tarifverhandlungen laufen normalerweise nach etablierten Ritualen. Im Einzelhandel entscheiden sich die Arbeitgeber für eine aus dem Rahmen fallende Verschärfung.

Von dpa

13.07.2026

Ein Warnstreik Anfang Juli in Dortmund. Bundesweit hat es in den vergangenen Wochen viele Warnstreiks im Handel gegeben. (Archiv) Federico Gambarini/dpa

Ein Warnstreik Anfang Juli in Dortmund. Bundesweit hat es in den vergangenen Wochen viele Warnstreiks im Handel gegeben. (Archiv) Federico Gambarini/dpa

© Federico Gambarini/dpa

In der diesjährigen Tarifrunde im Einzelhandel haben die Arbeitgeber die Verhandlungen in vier Bundesländern vorerst auf Eis gelegt. Die anstehenden Gesprächsrunden in Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Berlin-Brandenburg sind abgesagt, wie der Handelsverband Bayern mitteilte. Die Arbeitgeber werfen dem Verdi-Bundesvorstand vor, eine Einigung in Baden-Württemberg unterlaufen zu haben - Verdi hatte in der „Lebensmittelzeitung“ bereits widersprochen. Bundesweit gab es in den vergangenen Wochen zahlreiche Warnstreiks.

„Keine Grundlage für zielführende Verhandlungen“

Die jüngsten Entwicklungen zeigten, dass in anderen Tarifgebieten vor Ort ausgehandelte Kompromisse am Verdi-Bundesvorstand scheitern, kritisierte die bayerische HBE-Tarifgeschäftsführerin Melanie Eykmann. „Unter diesen Voraussetzungen sehen wir derzeit keine Grundlage für zielführende Verhandlungen in Bayern“, sagte Verbandssprecher Bernd Ohlmann. 

Verdi fordert Lohnerhöhung weit über Inflation

Verdi fordert - je nach Bundesland beziehungsweise Tarifgebiet etwas unterschiedlich - Lohnerhöhungen von sieben Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber hatten in mehreren Ländern 3,5 Prozent Lohnerhöhung bei einer Laufzeit von zwei Jahren angeboten. 

In der „Lebensmittelzeitung“ hatte der Verdi-Bundesvorstand darauf verwiesen, dass sich die Tarifkommissionen der Gewerkschaft in den einzelnen Ländern ebenso absprechen wie bei den Arbeitgebern, und der in Baden-Württemberg bislang erreichte Stand den anderen Tarifgebieten nicht genügte.