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Gewalt bei Hertha-Spiel: Senatorin will schnelle Gespräche

Nach den Ausschreitungen beim Hertha-Spiel will Berlins Innensenatorin Iris Spranger mit Club und Polizei sprechen. Was sie zur Aufklärung plant und wie die Beteiligten auf die Vorfälle reagieren.

Von dpa

19.01.2026

Nach Gewaltvorfällen am Samstag im Berliner Olympiastadion hat Innensenatorin Iris Spranger (SPD) Gespräche mit dem Verein angekündigt.Andreas Gora/dpa

Nach Gewaltvorfällen am Samstag im Berliner Olympiastadion hat Innensenatorin Iris Spranger (SPD) Gespräche mit dem Verein angekündigt.Andreas Gora/dpa

© Andreas Gora/dpa

Nach den gewalttätigen Vorfällen beim Zweitliga-Topspiel zwischen Hertha BSC und dem FC Schalke 04 will Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) rasch den Dialog mit der Hertha-Führung und der Polizei aufnehmen. Mitte der Woche werde sie mit Club-Geschäftsführer Peter Görlich und Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel zusammenkommen, teilte Spranger mit. 

„Die Vorkommnisse während des Spiels Hertha BSC gegen FC Schalke 04 müssen aufgeklärt werden“, sagte Spranger. „Berlin ist ein sportbegeisterter und rechtsstaatlicher Ort. Fußball lebt von Leidenschaft, nicht von Gewalt“, hieß es in einem Statement der Innensenatorin. Das nächste Heimspiel der Hertha findet am 1. Februar gegen Darmstadt 98 statt. 

Gegenseitige Vorwürfe von Polizei und Fans

Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen am Samstag zwischen Anhängern des Berliner Vereins und der Polizei wurden im Stadionumlauf 21 Beamte und 31 Fans verletzt. Die Polizei nahm fünf Fans fest. Polizei und Fan-Vertreter warfen sich anschließend gegenseitig Provokationen, übertriebene Härte und Gewaltbereitschaft vor. 

Mittlerweile wurden auch Vorwürfe von Schalker Fan-Vertretern gegen die Berliner Polizei laut. Im Internet kursieren zahlreiche Videos, die die Polizeigewalt zeigen sollen. 

Die Hertha-Führung verurteilte nach einer Krisensitzung von Präsidium und Geschäftsführung jede Form von Gewalt, kritisierte aber auch ungewohnt deutlich das Vorgehen der Sicherheitskräfte. In einem Statement wurde ein Dialog aller Beteiligten eingefordert. Diesem Wunsch kommt Spranger nun schnell nach. Ob auch Vertreter der organisierten Fan-Szene gehört werden, war zunächst unklar. 

Auch Hertha-Mitarbeiter verletzt

Die Hertha bestätigte einen Online-Bericht der Fanhilfe-Organisation, dass bei dem Vorfall auch Mitarbeiter des Vereins verletzt wurden. „Wir können bestätigen, dass im Zuge des Einsatzes auch Mitarbeitende von Hertha BSC, die versuchten, die Situation zu entschärfen und zu schlichten, betroffen waren und Reizgas abbekommen haben“, teilte der Verein auf Anfrage mit. 

Es handelte sich um „leichte Beeinträchtigungen, die keine medizinische Behandlung erforderlich gemacht haben“, hieß es. Weitere Details zur Art der Verletzungen oder zur Anzahl der Personen würden nicht gemacht.

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