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Fernwärmepreise stabil – doch Versorger warnen

Fernwärme heizt jeden vierten Haushalt im Land. In Magdeburg und Halle bleiben die Preise stabil. Doch beim weiteren Ausbau sehen die Versorger Risiken.

Von dpa

08.08.2026

Die Fernwärmepreise in Halle und Magdeburg sind zuletzt weitgehend stabil geblieben. (Symbolbild) Marijan Murat/dpa

Die Fernwärmepreise in Halle und Magdeburg sind zuletzt weitgehend stabil geblieben. (Symbolbild) Marijan Murat/dpa

© Marijan Murat/dpa

Stabile Preise, aber Unsicherheit beim weiteren Ausbau: Die Fernwärmepreise in Halle und Magdeburg haben sich zuletzt kaum verändert. In Halle sind sie seit Anfang 2024 nahezu konstant, in Magdeburg lagen sie zuletzt sogar leicht unter dem Niveau von Ende 2024. Zugleich warnen die Stadtwerke vor schwierigen politischen und finanziellen Rahmenbedingungen. 

In Halle sind die Fernwärmepreise nach Angaben der Stadtwerke seit Januar 2024 im Wesentlichen konstant. Lediglich einzelne, staatlich bestimmte Preisbestandteile hätten für geringfügige Schwankungen gesorgt. In Magdeburg werden die Preise zwar regelmäßig angepasst, insgesamt seien sie zuletzt aber leicht niedriger gewesen als Ende 2024. 

Bundesweiter Trend zeigt sich auch im Land 

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hatte zuvor auf bundesweit stabile Fernwärmepreise verwiesen. Der durchschnittliche Preis lag laut einer von Branchenverbänden getragenen Transparenzplattform zum 1. April bei 15,6 Cent je Kilowattstunde brutto und damit auf dem Niveau des Vorjahres. 

In Magdeburg schlagen Schwankungen an den Energiemärkten nach Angaben der Stadtwerke nur gedämpft auf die Fernwärmepreise durch. So seien die drastischen Preissprünge am Gasmarkt während der Energiekrise bei der Fernwärme nicht in gleicher Weise angekommen. 

Versorger beklagen Verunsicherung 

Sorgen bereiten den Stadtwerken die politischen Rahmenbedingungen. Hintergrund ist unter anderem das im Juli beschlossene neue Gebäudemodernisierungsgesetz. Damit fällt die bisherige Vorgabe weg, wonach neu eingebaute Heizungen grundsätzlich zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden sollten. Künftig können auch neue Gas- und Ölheizungen eingebaut werden. Sie müssen allerdings schrittweise einen zunehmenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe nutzen. 

In Halle sei die Bereitschaft, von Erdgas auf Fernwärme, Wärmepumpen oder andere Alternativen umzusteigen, bereits deutlich gesunken. Die Botschaft, dass Gaskessel auch nach 2045 betrieben werden könnten, sei „mehr als kontraproduktiv“, hieß es. 

Auch die Stadtwerke Magdeburg berichten von Verunsicherung bei Investitionsentscheidungen. Das Interesse an Fernwärmeprojekten sei zwar weiterhin hoch. Fehlende verlässliche Fördermechanismen könnten jedoch künftig zu höheren Preisen führen und Ausbauziele gefährden. 

Jeder vierte Haushalt heizt mit Fernwärme 

Laut Zensus 2022 wurden in Sachsen-Anhalt rund 25,6 Prozent der Haushalte mit Fernwärme beheizt. Nach Angaben des Energieministeriums gab es 2024 insgesamt 181 Fernwärmenetze mit einer Trassenlänge von 1.520 Kilometern. 

Der Ausbau geht weiter. In Halle wurden innerhalb der vergangenen zwölf Monate Verträge für Immobilien mit rund 1.500 Wohnungen geschlossen. Eine neue Großwärmepumpe soll dort Wärme aus Abwasser nutzen. Auch Abwärme spielt bei den Ausbauplänen eine Rolle. In Magdeburg setzen weitere Projekte neben Biomasse und Solarthermie ebenfalls darauf. 

Abwärme gilt im Land als wichtiger Baustein der Wärmewende. Ein großes Projekt entsteht derzeit zwischen Leuna und Leipzig: Künftig soll industrielle Abwärme aus dem Chemiepark Leuna über die Landesgrenze nach Leipzig gelangen und dort zur Versorgung von rund 100.000 Wohnungen beitragen. 

Land fordert verlässliche Förderung 

Das Energieministerium sieht Fernwärme als zentralen Baustein der Wärmewende. Viele bestehende Netze seien allerdings veraltet und nutzten noch große Anteile fossiler Energieträger. 

Ministerium und Versorger fordern eine langfristig verlässliche Förderung für Umbau und Ausbau der Wärmenetze. Man teile die Einschätzung des VKU, dass das BEW-Programm  für effiziente Wärmenetze aufgestockt werden müsse, teilte das Ministerium mit. Eine ausreichende Finanzierung sei nötig, um Investitionssicherheit zu schaffen und die Wärmewende bezahlbar zu halten.