Eis auf den Wasserstraßen legt Schifffahrt lahm
Eisbildung behindert den Schiffsverkehr: Teile des Mittellandkanals und des Elbe-Seitenkanals sind gesperrt, allenfalls Eisbrecher sind noch unterwegs. Welche weiteren Sperrungen bevorstehen.
Immer mehr Eis auf den Wasserstraßen: Weitere Sperrungen am Mittellandkanal angekündigt. (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa
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Eis auf den wichtigen Wasserstraßen in Niedersachsen führt zu immer mehr Einschränkungen für die Binnenschifffahrt. Am Freitag ab 18.00 Uhr werde der Mittellandkanal zwischen Minden in Nordrhein-Westfalen und der Schleuse Anderten in Hannover gesperrt, teilte die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mit.
Seit Mittwochabend gesperrt sind der Abzweig Stichkanal Salzgitter und der Abzweig Elbe-Seiten-Kanal. Seit Dienstag gesperrt ist der Stichkanal Hildesheim. Den Angaben zufolge waren in dieser Woche mehrere Eisbrecher im Einsatz.
Der Elbe-Seitenkanal sowie der Mittellandkanal von der Schleuse Sülfeld
bei Wolfsburg bis Magdeburg wurden schon am 30. Januar für den Schiffsverkehr gesperrt, wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Uelzen mitteilte. Seit Mittwochabend gilt das auch für den Abschnitt zwischen Sülfeld und der Schleuse Anderten.
Westlich von Minden gibt es den Angaben zufolge bei Eisdicken von rund fünf Zentimetern bislang keine nennenswerten Einschränkungen für die Schifffahrt. Die Eisbrecher sollten mit Beginn der Sperrungen in Richtung Minden verlegt werden. Steigen die Temperaturen dauerhaft, soll das Eis von Minden aus in Richtung Osten aufgebrochen werden.
VW verlagert Transporte von Schiff auf Lkw
Bei VW in Wolfsburg hat die Sperrung des Mittellandkanals, der direkt ans Stammwerk angrenzt, keine größeren Auswirkungen. „Überseecontainer, die normalerweise per Binnenschiff nach Wolfsburg kommen, werden derzeit per Lkw angeliefert“, sagte ein Sprecher. „Die Sperrung von Binnenschifffahrtswegen hat also keine Auswirkungen auf die Fahrzeugproduktion des Werks Wolfsburg.“
Das Gleiche gelte auch für die Auslieferung von Autoteilen an andere Standorte. „Auch diese Transporte sind auf LKW umgestellt worden.“ Die Binnenschifffahrt spiele bei der Versorgung des Werks jedoch generell „nur eine untergeordnete Rolle“, so der Sprecher.
Salzgitter-Stahlwerk setzt auf die Bahn
Auch der Stahlkonzern Salzgitter AG sieht keine Beeinträchtigungen. „Wichtige Güter wie Erze, Stahlschrott und Kohle erreichen das integrierte Hüttenwerk in Salzgitter und das Stahlwerk in Peine per Bahn“, sagte ein Sprecher. Auch die Auslieferung von Stahlprodukten an Kunden erfolge hauptsächlich über Lkw und Bahn.
„Produktion und Kundenlogistik der Salzgitter Flachstahl GmbH sind aktuell nicht beeinträchtigt.“ Gleichwohl bringt die aktuelle Wetterlage Herausforderungen mit sich, so der Sprecher weiter.