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Druck auf Wegner - Welche Chance hat die Expo-Bewerbung?

Wird es noch was mit einer Bewerbung für die Weltausstellung Expo 2035? Berlins Wirtschaftssenatorin will nicht aufgeben. Und sie hat dabei nicht nur die SPD an ihrer Seite.

Von dpa

07.03.2026

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sind beim Thema Expo nicht immer einer Meinung. (Archivbild) Bernd von Jutrczenka/dpa

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sind beim Thema Expo nicht immer einer Meinung. (Archivbild) Bernd von Jutrczenka/dpa

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey hat die Hoffnung auf eine Bewerbung um die Weltausstellung Expo 2035 nicht aufgegeben. Die Variante, als Metropolregion Berlin-Brandenburg ins Rennen zu gehen, hat zwar einen Dämpfer erhalten, weil die neue rot-schwarze Landesregierung in Potsdam dem Thema keine Priorität beimisst. Giffey will das Thema aber nicht zu den Akten legen: „Wenn es mit Brandenburg nicht geht, dann darf Berlin diese Zukunftschance nicht verschenken, sondern muss einen eigenen Weg gehen und jetzt noch einmal neu denken“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. 

„Dafür gibt es auch in der Stadtgesellschaft und aus der Wirtschaft viele sehr engagierte Akteure, die das mit der Politik gemeinsam vorantreiben können“, so die Wirtschaftssenatorin. „In einer Vier-Millionen-Metropole - der größten und innovativsten Stadt Deutschlands - muss es möglich sein, geeignete Orte und Konzepte für eine Expo 2035 zu finden und zu erarbeiten“, forderte sie. „Das bedeutet auch Verantwortung für die Zukunft unserer Stadt.“

Giffey gilt seit langem als überzeugte Expo-Befürworterin, anders als der in dieser Hinsicht eher zaudernde Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der sich zuletzt zwar zustimmend geäußert hatte, aber nun zunehmend unter Druck gerät. 

Auch SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach nimmt ihn sich vor: „Nach seinem mehrfachen Hin und Her dachte ich zuletzt, dass er sich endlich hinter die Expo-Initiative gestellt hat. Aber seit seiner letzten Pirouette hört man nichts mehr aus dem Roten Rathaus“, kritisierte Krach, der die SPD in die Wahl zum Abgeordnetenhaus führen soll. 

Muss die Weltausstellung Chefsache werden?

„Ich erwarte von einem Regierenden Bürgermeister, dass er zu seinem Wort gegenüber der Stadtgesellschaft steht und sich wirklich dahinterklemmt.“ Er habe den Eindruck, dass Kai Wegner diese Zukunft verspiele. „Das darf nicht passieren“, forderte Krach. „Eine Weltausstellung muss doch Chefsache sein - und ich erwarte jetzt von Kai Wegner einen Lösungsvorschlag.“

Ähnliche Einschätzungen kommen aus der Berliner Wirtschaft: Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK), Sebastian Stietzel, hat den Senat bereits aufgefordert, die bisherige Haltung zu überdenken und für die Hauptstadt ins Rennen zu gehen. 

Zur ungewöhnlichen Koalition der Berliner Expo-Freunde gehört auch die Grünen-Fraktion. Deren Vorsitzende Bettina Jarasch forderte jüngst ein „klares Bekenntnis zur Expo in Berlin“, ebenfalls mit viel Kritik am Regierenden Bürgermeister. „Genug gezaudert, Kai Wegner. Berlin muss endlich seinen Hut in den Ring werfen“, sagte sie. „Es kann nicht sein, dass Berlin eine solche Chance liegen lässt, weil dem Regierenden der Mut fehlt.“ 

Wegner wollte sich auf dpa-Anfrage nicht äußern. 

Eine Bewerbung für eine Expo in Deutschland müsste die Bundesregierung beim Bureau International des Expositions (BIE) in Paris einreichen. Nach Angaben der Expo 2035 Berlin GmbH muss das im Laufe dieses Jahres passieren. 2028 werde die BIE-Generalversammlung dann über den Austragungsort der Expo 2035 entscheiden.

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