Die DLRG-Wachsaison an den Küsten beginnt
Von Borkum bis Usedom: Gut 7.000 DLRG-Rettungsschwimmer sorgen im Sommer für sicheren Badespaß an den Küsten – einige Stationen sind schon besetzt. Der Dienst unterscheidet sich von dem am Badesee.
Die Wachsaison an den Küsten hat wieder begonnen. Frank Molter/dpa
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Sicherer Badespaß an den Stränden von Borkum bis Usedom: An den Küsten von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern starten die Rettungsschwimmer der DLRG nach und nach in die diesjährige Wachsaison.
Seit wann sind die ersten Stationen besetzt?
Auf Borkum und Langeoog sowie in Hohwacht öffneten die DLRG Stationen am 25. April. An den ersten beiden Wochenenden im Mai kamen weitere hinzu. Bis Ende des Monats werden rund drei Viertel der 81 DLRG-Stationen mit rund 100 Badestellen ihren diesjährigen Betrieb aufgenommen haben. Der Rest folgt im Juni und Juli, wie DLRG-Sprecher Martin Holzhause sagte.
Wie lange dauert die Saison?
Auf Borkum ist die DLRG sogar bis Mitte Oktober im Einsatz. (Archivbild)Jens Büttner/dpa
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Nach dem Ende der Sommerferien schließen die ersten Stationen. Den September über wird noch vielerorts bewachtes Baden angeboten. Anfang Oktober beenden die Rettungsschwimmer auf Langeoog ihren Dienst. Für Borkum ist der Saisonabschluss sogar erst für den 17. Oktober geplant.
Worauf muss ich beim Baden und Schwimmen im Meer achten?
Die DLRG weist darauf hin, dass das Baden und Schwimmen im Meer meist gefährlicher ist als in Binnengewässern. So kann sich innerhalb kurzer Zeit der Untergrund ändern: Tiefen entstehen, Sandbänke bilden sich oder verschwinden ganz. Wind und Strömung, gutes und schlechtes Wetter beeinflussen permanent das Wasser. „Ein ruhiges Badegebiet kann durch einen umschlagenden Wind oder eine ungünstig laufende Strömung innerhalb weniger Minuten zum tosenden Meer werden“, sagt Holzhause.
Wie kann ich erkennen, ob der Strand bewacht ist?
Schwimmerinnen und Schwimmer sollten auf die Fahnen am Strand achten.(Archivbild)Hauke-Christian Dittrich/dpa
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Schwimmer und Badegäste - egal ob am Meer oder See - sollten nach Angaben der Experten möglichst immer bewachte Badestellen aufsuchen. Diese erkennt man an den Strand-Sicherheitsflaggen. Ist an den Stationen eine gelb-rote Flagge gehisst, sind Rettungsschwimmer im Dienst. Hängt zusätzlich eine gelbe Flagge, ist das Baden und Schwimmen für unsichere Schwimmer und Nichtschwimmer gefährlich. Weht am Mast nur eine rote Flagge, sollte niemand ins Wasser. Dann besteht auch für Geübte Lebensgefahr.
Wie viele Rettungsschwimmer werden an den Küsten gebraucht?
Vergangene Saison waren mehr als 7.000 Rettungsschwimmer im zentral organisierten Wasserrettungsdienst der DLRG an Nord- und Ostsee im Einsatz – in der Hochsaison während der Hauptferienzeit bis zu 850 gleichzeitig.
Wichtiger als die reine Anzahl der Rettungsschwimmer ist nach Angaben der DLRG deren durchschnittliche Einsatzzeit. „Und diese geht leider zurück“, sagt Holzhause. Die Ehrenamtlichen können sich heute durchschnittlich nicht mehr ganz so viel Zeit nehmen. „Deshalb müssen und wollen wir die Aufgabe auf mehr Schultern verteilen.“
Zum Vergleich: Waren die DLRG-Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer vor Jahren im Durchschnitt noch knapp 14 Tage im Einsatz, sind es derzeit weniger als zehn Tage. Demnach würden mehr Personen gebraucht, um die gleiche Leistung zu erbringen. „Die gute Nachricht: Das gelang zuletzt gut.“
Gibt es bereits genügend Personal für alle Stationen?
Vor allem in der Vor- und Nebensaison werden noch Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer gesucht.Frank Molter/dpa
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Nein. Die DLRG ist mehr als fünf Monate hinweg an sieben Tagen in der Woche an Stränden von Nord- und Ostsee präsent. „Wir können nahezu überall – in unterschiedlichen Zeiträumen – noch mehr Rettungsschwimmer einsetzen, insbesondere in der Zeit von jetzt an bis Mitte Juli“, sagt Holzhause. Eine Station, die über die gesamte Saison hinweg bereits personell besetzt ist, gibt es den Angaben zufolge praktisch nicht.
Für die Hauptferienzeit im Juli und August sieht es laut DLRG wieder gut aus und es gibt oft mehr Bewerber, als eingesetzt werden können. „Bis dahin können wir jedoch noch viele Freiwillige brauchen und freuen uns über jede kurzfristige Bewerbung“, sagte Holzhause.
Wie alt müssen Rettungsschwimmerinnen und -Schwimmer sein?
Bewerberinnen und Bewerber müssen mindestens 16 Jahre alt sein und benötigen das Rettungsschwimmabzeichen Silber. Mehr als die Hälfte der Rettungsschwimmer ist unter 26 Jahre alt. Die jüngsten Teilnehmer am Dienst an den Küsten sind 16 Jahre, die ältesten über 70, teilte die DLRG weiter mit. „Aktuell in der Vorsaison sind viele der Bundesfreiwilligendienstleistenden an der Küste im Einsatz. Sie verpflichten sich zu zwei Einsätzen an den Küsten während ihres Dienstes.“
Nach wie vor sind die Rettungsschwimmerinnen im Wasserrettungsdienst an der Küste absolut gesehen in der Minderheit. Die Frauen holen jedoch auf: In der Altersklasse 16 bis 24 Jahre waren zuletzt fast genauso viele Rettungsschwimmerinnen im Einsatz wie Rettungsschwimmer.
Gibt es viele „Wiederholungstäter“?
Ja. „Nach wie vor sind rund 70 Prozent der Rettungsschwimmer auch in der nächsten Saison wieder dabei“, sagte DLRG-Sprecher Holzhause. „Während die einen gern zum selben Ort zurückkehren, nutzen andere die Gelegenheit, um jedes Jahr neue Orte kennenzulernen.“ Manche engagierten sich bereits seit Jahrzehnten. Viele DLRG Ortsvereine organisieren Jahr für Jahr Gruppen, die geschlossen den Wachdienst an einer Station übernehmen.