„Bisschen erhöhte Nachfrage“ nach Amthor-Strandkorb-Debatte
Philipp Amthors Strandkorb soll Berlin wieder verlassen. Beim Hersteller melden sich schon Interessenten für das Exemplar. Eigentlich wäre so ein Korb auch im Kanzleramt nützlich, sagt ein Experte.
Dirk Mund hat Staatsminister Philipp Amthor (CDU) seinen Strandkorb persönlich ins Kanzleramt gebracht.Stefan Sauer/dpa
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Die Debatte um den Strandkorb von Staatsminister Philipp Amthor (CDU) hat bislang nicht zum Ansturm bei dem Hersteller des Möbelstücks geführt. „Es ist ein bisschen erhöhte Nachfrage, aber wir können das noch nicht einordnen“, sagte Vertriebler Dirk Mund der Deutschen Presse-Agentur. Bei der Manufaktur auf Usedom hätten sich aber bereits zwei Interessenten gemeldet, die Amthors Korb haben wollten.
In der zweiten Staffel der Doku-Serie „Inside CDU“ des ZDF ist Mund bei der Anlieferung zusammen mit Amthor im Bundeskanzleramt zu sehen. Die Szene hatte teils Spott und kritische Reaktionen in den sozialen Netzwerken ausgelöst. Ein Regierungssprecher hatte später erklärt, Amthor nehme die Kritik sehr ernst und habe deshalb entschieden, den Strandkorb abtransportieren zu lassen. Er soll demnach wieder zurück nach Mecklenburg-Vorpommern.
Nach Aussage Munds will Amthor den Strandkorb spenden. Wo konkret er hingehen soll, blieb zunächst unklar. Eine entsprechende Anfrage an die Bundesregierung blieb zunächst ohne Antwort.
Amthor hatte sich für das Modell „Original Heringsdorfer“ entschieden.Stefan Sauer/dpa
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Mund bezeichnete die Aufregung erneut als übertrieben. Amthor, der aus Vorpommern stammt, habe sich ein Stück Heimat an seinen Dienstort holen wollen, sich ein einfaches Modell ausgesucht und dieses privat bezahlt. „Er wollte einen ganz schlichten Korb haben.“
Strandkorb musste durch Sicherheitscheck
Mund hatte den Korb nach eigener Aussage selbst nach Berlin gebracht. „Da soll ja nun keine Beule drin sein oder so. Ich habe das auch keinem Spediteur übergeben.“ Er habe das Möbelstück mit seinem eigenen Bus transportiert. „Und da musste ich auch durch die Sicherheitsschleuse.“ Für 15 bis 20 Minuten habe er das Auto verlassen müssen. „Das Auto und der Strandkorb sind gescannt worden.“ Er selbst sei auch gescannt worden, und erst danach ging es weiter ins Kanzleramt.
Der Hersteller, der nach einigen Neuaufstellungen als Korbwaren 1925 Usedom GmbH & Co. KG firmiert, ist laut Mund die weltweit älteste Strandkorb-Manufaktur. „Wir können jede Form und Art von Strandkorb bauen“, so Mund. Von dem Hersteller stammte auch der sechs Meter lange Riesenstrandkorb für den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm. Auf ihm hatten die Mächtigen der Welt zusammen mit der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel Platz genommen.
In Ückeritz auf Usedom werden Strandkörbe nach den Vorstellungen der Kunden gefertigt.Stefan Sauer/dpa
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Mund erinnerte sich auch an einen Strandkorb für den Schauspieler, Maler und Schriftsteller Armin Mueller-Stahl: „Ein sehr angenehmer Mensch und auch so von der Bestellung her ein bisschen was anderes.“
Mund beschert sein Auftritt und der des Strandkorbs in der ZDF-Doku-Serie unterdessen viel Aufmerksamkeit. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ etwa veröffentlichte jüngst ein Interview mit ihm. Darin sagt er, die erste Funktion des Strandkorbs sei der Windschutz. „Und im Kanzleramt weht der Wind im Augenblick ja ziemlich hart.“