Sportpolitik

Nahost-Konflikt: Keine Versöhnungsgeste bei FIFA-Kongress

Beim FIFA-Kongress wird die große Kluft zwischen Israel und Palästina auch im Fußball deutlich - trotz Appells von Präsident Infantino an beide Fußballverbände.

Von dpa

30.04.2026

Auf der Kongressbühne stehen sich die Vertreter aus Israel und Palästina gegenüber. FIFA-Chef Infantino will vermitteln. Darryl Dyck/The Canadian Press/AP/dpa

Auf der Kongressbühne stehen sich die Vertreter aus Israel und Palästina gegenüber. FIFA-Chef Infantino will vermitteln. Darryl Dyck/The Canadian Press/AP/dpa

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FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Vertreter der Verbände Palästinas und Israels beim Kongress des Fußball-Weltverbandes nicht zu einer Versöhnungsgeste bewegen können. Nach den Reden von Dschibril Radschub, dem Präsidenten des Palästinensischen Fußball-Verbandes (PFA), und Bassim Scheich Suliman, dem Vize-Chef des Israelischen Fußball-Verbandes (IFA), bat Infantino beide Funktionäre gemeinsam auf die Bühne in Vancouver. 

Während Infantino und Radschub ein intensives Gespräch führten, stand Scheich Suliman einige Meter entfernt und beobachtete die ungewöhnliche Szene. „Wir werden zusammenarbeiten, lasst uns zusammenarbeiten, um den Kindern Hoffnung zu geben“, sagte Infantino, nachdem beide mit einigen Metern Abstand die Bühne wieder verlassen hatten.

Palästinensischer Verband zieht vor Sportgerichtshof

Zuvor hatte Radschub angekündigt, dass die PFA vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen werde, um eine Entscheidung des FIFA-Councils anzufechten, Israels Fußball-Verband nicht wegen angeblich diskriminierender Handlungen gegen palästinensische Fußballer zu bestrafen. 

Die Auswirkungen des politischen Konflikts auf den Fußball beschäftigen die FIFA schon lange. „Beide Verbände haben die gleichen Rechte und Pflichten“, versicherte Infantino. Noch unter Ex-Präsident Joseph Blatter, der vor mehr als zehn Jahren aus dem Amt schied, war eine Task Force gegründet worden. 

Beide Parteien beschuldigen sich seit Jahren gegenseitig, die Entwicklung des Fußballs der anderen Seite zu behindern. „Wir verlangen von der FIFA nicht, einen politischen Konflikt zu lösen, wir verlangen, Fußball zu organisieren“, sagte Radschub.

FIFA-Council unternahm keine weiteren Schritte

Zuletzt hatte der palästinensische Verband die FIFA aufgefordert, die Teilnahme israelischer Teams, die angeblich auf palästinensischem Gebiet ansässig seien, an israelischen Wettbewerben zu untersuchen. Das FIFA-Council entschied jedoch im März, keine weiteren Schritte zu unternehmen, „da der endgültige rechtliche Status des Westjordanlands gemäß Völkerrecht nach wie vor eine ungelöste und äußerst komplexe Sachfrage darstellt.“

In einem anderen Fall hatte die FIFA den israelischen Verband unter anderem wegen Verstößen eines Clubs gegen Anti-Diskriminierungsregeln bestraft. Die IFA muss deshalb unter anderem eine Geldstrafe in Höhe von 150.000 Schweizer Franken zahlen.

FIFA-Präsident Infantino (l.) und Generalsekretär Grafström (r.) sitzen auf dem Podium. Darryl Dyck/The Canadian Press/AP/dpa

FIFA-Präsident Infantino (l.) und Generalsekretär Grafström (r.) sitzen auf dem Podium. Darryl Dyck/The Canadian Press/AP/dpa

© Darryl Dyck/The Canadian Press/AP/dpa

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