Gladbachs Matchwinner Diks supercool: „Er pinkelt Eiswürfel“
Lange müssen die Gladbach-Fans auf den Sieg warten. Chancen vergeben, Tor nicht anerkannt - doch dann trifft der Spezialist kurz vor Schluss. Für seinen Trainer ist es eine besondere Erleichterung.
Sieg in der Nachspielzeit für Borussia Mönchengladbach.Fabian Strauch/dpa
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Nach einer Woche mit mächtig Druck auf dem Kessel war Eugen Polanski die Erleichterung deutlich anzumerken. „Ich bin schon froh, hier mal nach einem gewonnenen Spiel zu sitzen“, befand Borussia Mönchengladbachs Trainer nach dem Ende der Negativserie von sieben sieglosen Spielen.
Nicht nur seine Position war bedroht, der ganze Club war alarmiert nach dem Absturz in den Tabellenkeller. „Wir sind stolz darauf, dass wir an dem Druck nicht zerbrochen sind“, sagte Sportchef Rouven Schröder nach dem verdienten, aber erst in letzter Minute gesicherten 1:0-Erfolg gegen Union Berlin.
Veränderungen im Ablauf
Manchmal sind es im Fußball die kleinen Dinge und Veränderungen auch neben dem Platz, die Einfluss nehmen auf den Teamspirit und die Leistung. Begonnen hatte die Woche für die Borussen mit einer emotionalen Rede des Präsidenten Rainer Bonhof, dann wurde eine Trainingseinheit überraschend erstmals in Stadion verlegt. Und die Nacht vor dem Spiel verbrachte das Team gemeinsam im Hotel. Und dann stellte Polanski auch noch den 17 Jahre alten Wael Mohya erstmals in die Startelf. Das war ganz nach dem Geschmack der Fans, die ihr Team schon beim Aufwärmen intensiv und lautstark anfeuerten.
Diese Symbiose zwischen den Anhängern und dem Team prägte den überzeugenden Auftritt. „Man hat es schon beim ersten Tor, was aberkannt worden ist, gemerkt, was im Stadion los ist. Ich habe selten einen so lauten Jubelschrei gehört“, sagte Polanski.
Elfmeter-Spezialist Diks sichert den Erfolg.Fabian Strauch/dpa
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Die Geschichte des Spiels hat natürlich einen Protagonisten: Kevin Diks. Er hatte in der 65. Minute schon die 1:0-Führung erzielt, doch der Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung nach Videobeweis nicht anerkannt. Zuvor hatte der Abwehrspieler mit einem Kopfball das leere Tor nicht getroffen. „Eine hundertprozentige Torchance“, wie Polanski anmerkte.
Spezialität Elfmetertore
Und dann verwandelte der 29 Jahre alte indonesische Nationalspieler den Strafstoß zum Sieg in der vierten Minute der Nachspielzeit. Sein Trainer lobte die Nervenstärke seines Elfmeterspezialisten, der seine vier bisherigen Strafstöße alle verwandeln konnte. „Wenn es einen Elfmeter gibt und Kevin steht auf dem Platz, dann nimmt er sich den Ball und schießt ihn rein. Einer sagt, er pinkelt Eiswürfel“, sagte Gladbachs Trainer: „Am Ende ist es Kevin, der die Qualität hat, so nervenstark zu sein.“
Für Diks selbst war es irgendwie selbstverständlich, dass er etwas gutmachen wollte nach der vergebenen Großchance. „Ich fühlte mich schuldig wegen der verpassten Chance. Ich habe mir gesagt, dass ich es wieder versuchen will und dass die nächste Chance kommen wird“, sagte der Defensiv-Allrounder nach seiner Achterbahn der Gefühle.
Nun geht’s zum Rekordmeister
Durch die Siege der Konkurrenz war der Gladbacher Erfolg umso wichtiger. Zumal es am nächsten Freitag zum designierten Meister FC Bayern München geht. Doch auch die anstehenden Spiele vor eigenem Publikum gegen weitere Abstiegskonkurrenten haben es in sich. „Wir werden noch ganz harte Heimspiele haben“, befand Schröder.
Die Gladbacher bejubeln den wichtigen Heimsieg.Fabian Strauch/dpa
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