Wissenschaft

Luxuszug für Konferenzen in Duisburg abgefahren

Von Duisburg nach Xi’an in China: Ein Konferenzprojekt bringt Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zusammen - in einem Zug. Nun hieß es: Abfahrt.

Von dpa

18.10.2026

Unternehmerin Jovanka Porsche hat das Prohejt initiiert. Sascha Thelen/dpa

Unternehmerin Jovanka Porsche hat das Prohejt initiiert. Sascha Thelen/dpa

© Sascha Thelen/dpa

Eine Bar, ein Piano und ausgewählte Passagiere: In einem Luxuszug ist in Duisburg ein ungewöhnliches Konferenzformat auf die Schienen gegangen. Am Sonntag brach Unternehmerin Jovanka Porsche zusammen mit weiteren Gästen zu einer Reise unter dem Motto „Wege in die Zukunft“ auf. Bei dem Projekt sollen bis zum 4. November kluge und einflussreiche Köpfe meist per Bahn von Duisburg bis nach Xi’an in China reisen. Los ging es am Sonntag. 

„Das ist ein Projekt, das Künstler, Unternehmer, Politiker und Wissenschaftler zusammenbringt“, sagte Porsche vor der Abreise am Duisburger Hauptbahnhof. „Was ich zeigen möchte, ist, dass wir auch mobil sind, dass wir auch eine Energie haben und nicht nur mit uns beschäftigt sind.“

Ein Wagen sei zu einem Konferenzraum umgebaut worden. Dort werde dann gemeinsam diskutiert - über Künstliche Intelligenz und Lebensmittelsicherheit etwa, aber auch über Themen wie „Space Economy“. „Das Thema steht hier noch gar nicht so auf der Agenda, in anderen Ländern, vor allen Dingen auch wieder in China, sehr wohl.“ Die Unternehmerin hat lange Zeit in Asien gelebt und 2022 den in Wien beheimateten Thinktank Global Neighbours gegründet.

Der Zug, in dem die Beteiligten reisen, ist sehr gut ausgestattet. Einer der Waggons glänzt mit einer Bar und einem Piano. Es gibt teils goldene Waschbecken. Es lässt sich stilvoll und äußerst komfortabel reisen.

Die Route orientiert sich an der legendären Seidenstraße

Das Pilotprojekt finanziere sie aus eigener Tasche, so Porsche. „Wir haben die Leute eingeladen, weil wir denken, die haben einen interessanten Beitrag zu leisten“, sagte sie. Einkaufen könne man sich in den Zug nicht - es gehe nur auf Einladung. Auf der Liste der Teilnehmenden standen kurz vor Beginn rund 80 Namen. 

Für die Fahrt nach Asien nutzen die Teilnehmer mehrere Luxuszüge. Von Duisburg geht es zum Start bis nach Istanbul. Nach einem Flugtransfer ins usbekische Samarkand rollt der nächste Zug bis nach Almaty in Kasachstan. Von der chinesisch-kasachischen Grenzstadt Khorgos aus erreichen die Zuggäste schließlich Xi’an in China, das für seine Terrakotta-Armee bekannt ist. Die Route orientiert sich an der legendären Seidenstraße, die einst eine zentrale Ost-West-Achse war.

Der Zug ist bestens ausgestattet.Sascha Thelen/dpa

Der Zug ist bestens ausgestattet.Sascha Thelen/dpa

© Sascha Thelen/dpa

Sie hoffe durchaus auch auf Kontakte auf wirtschaftlicher Ebene, sagte Porsche. Vielleicht kämen dabei sogar Joint Ventures heraus oder man entdecke Investitionsmöglichkeiten.

Zukünftig strebt die Unternehmerin nach eigenen Angaben ein Geschäftsmodell wie beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos an. Dort kostet die Mitgliedschaft hohe Summen und die Teilnahmegebühr bewegt sich oft im fünfstelligen Bereich. 

Für 2027 ist bereits eine weitere Zugfahrt geplant. Dann soll es zum Nachdenken und Debattieren im Zug durch Kenia gehen.

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