Wissenschaft

Warnstreiks legen Nahverkehr am Dienstag und Donnerstag lahm

Busse und Stadtbahnen bleiben vielerorts in NRW in den Depots. Und das nicht nur an einem Tag in dieser Woche. Auf diese Situationen müssen sich viele Pendler in diversen Städten erneut einstellen.

Von dpa

16.03.2026

Flaggen weisen vor dem Betriebshof Nord der Kölner Verkehrs-Betriebe auf einen Warnstreik hin. (Archivbild)Henning Kaiser/dpa

Flaggen weisen vor dem Betriebshof Nord der Kölner Verkehrs-Betriebe auf einen Warnstreik hin. (Archivbild)Henning Kaiser/dpa

© Henning Kaiser/dpa

Keine Stadtbahnen und nur wenige fahrende Busse am Dienstag und Donnerstag: Gleich an zwei Tagen in dieser Woche müssen Fahrgäste im kommunalen Nahverkehr Nordrhein-Westfalens mit deutlichen Einschränkungen rechnen. Die Gewerkschaft Verdi ruft für Donnerstag (19. März) in allen Regionen Beschäftigte von Nahverkehrsbetrieben zum Warnstreik auf. Busse und Stadtbahnen stünden in den bestreikten Betrieben von der frühesten Frühschicht bis zur spätesten Spätschicht weitgehend still. 

Donnerstag Höhepunkt der Warnstreikwelle 

Bereits an diesem Dienstag (17. März) werden voraussichtlich vielerorts Bahnen und Busse in den Depots der Nahverkehrsbetriebe bleiben. Denn für diesen Tag hat die Gewerkschaft Fahrerinnen und Fahrer im kommunalen Nahverkehr zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Verdi bestreikt in dieser Woche zunächst Teilbereiche der Nahverkehrsbetriebe, bevor am Donnerstag alle Beschäftigten zum Warnstreik aufgerufen sind. Auf diese Weise solle deutlich werden, welche Berufsgruppen täglich dafür sorgten, dass der Nahverkehr funktioniere. 

Auch Werkstätten werden bestreikt 

Die neue Warnstreikwelle im NRW-Nahverkehr ist am Montag (16. März) in den Kundenzentren und Verwaltungen von etlichen Nahverkehrsbetrieben gestartet. Am Dienstag (17. März) folgen mit dem Fahrdienst die Fahrerinnen und Fahrer. Am Mittwoch (18. März) sind nach dem Gewerkschaftsplan viele Werkstätten von Nahverkehrsbetrieben an der Reihe. Höhepunkt der neuen Warnstreikwelle in dieser Woche soll dann der Donnerstag (19. März) sein mit dem Streikaufruf an alle Teilbereiche von Nahverkehrsbetrieben in Nordrhein-Westfallen. 

 

Am Dienstag und Donnerstag sind landesweit Warnstreiks in Nahverkehrsbetrieben geplant. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

Am Dienstag und Donnerstag sind landesweit Warnstreiks in Nahverkehrsbetrieben geplant. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

© Federico Gambarini/dpa

Welche Verkehrsalternativen gibt es? 

Erfahrungsgemäß fahren einige Busse privater Subunternehmer. Außerdem sind S-Bahnen und Regionalzüge nicht von dem Tarifkonflikt im kommunalen Nahverkehr von NRW betroffen und können etwa innerhalb der Großstädte genutzt werden, um ein großes Stück voranzukommen. Der ADAC rät in solchen Fällen zu Fahrgemeinschaften und für kurze Strecken zum eigenen Fahrrad oder zu Sharing-Angeboten, etwa Leihräder oder Elektroscooter. 

Müssen Schulkinder trotzdem zur Schule? 

Das NRW-Schulministerium hatte bei vorangegangenen Warnstreiks im Nahverkehr darauf hingewiesen, dass Schulpflicht besteht: „Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin.“ 

Warum werden Verkehrsbetriebe bestreikt? 

Der Tarifkonflikt dreht sich um die Arbeitsbedingungen der etwa 30.000 Beschäftigten in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in NRW. In den bislang zwei Verhandlungsrunden ist keine Einigung erzielt worden. Aseag in Aachen ist eines der wenigen Unternehmen, das nicht Teil dieses Tarifkonflikts ist. 

Verdi NRW will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzen. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll außerdem von 10 auf 11 Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen. 

Die Schranke bleibt unten. Verdi hat landesweit erneut zum Warnstreik in Nahverkehrsbetrieben wie der KVB aufgerufen. (Archivbild)Henning Kaiser/dpa

Die Schranke bleibt unten. Verdi hat landesweit erneut zum Warnstreik in Nahverkehrsbetrieben wie der KVB aufgerufen. (Archivbild)Henning Kaiser/dpa

© Henning Kaiser/dpa

Arbeitgeber halten Forderungen für überzogen 

Der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen wirft Verdi seit Wochen vor, die Augen vor der desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe zu verschließen. Die Tarif- und Entgeltbedingungen hätten sich schon deutlich verbessert, der Nahverkehr biete bereits attraktive Arbeitsplätze. Die Tarifverhandlungen werden ab dem 24. März in dritter Runde fortgesetzt. 

Viele Betroffene 

Warnstreiks legten bereits in den vergangenen Wochen große Teile des kommunalen Nahverkehrs landesweit oder zuletzt regional lahm. Nach einer früheren Einschätzung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen befördern die kommunalen Nahverkehrsbetriebe in NRW pro Tag im Durchschnitt etwa fünf Millionen Fahrgäste. Da es oft Hin- und Rückfahrten sind, könnten es etwa 2,5 Millionen tägliche Nutzer im Nahverkehr sein.

Hinweise auf den Warnstreik an Fahrgäste. (Archivbild)Henning Kaiser/dpa

Hinweise auf den Warnstreik an Fahrgäste. (Archivbild)Henning Kaiser/dpa

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