Autofahrer fahren Bauern bei Straßenblockaden an
Traktoren blockieren Autobahnen, die Stimmung ist aufgeheizt - auch wegen der Verkehrsbehinderungen. Bei den Protesten gegen ein Handelsabkommen gab es in Brandenburg Verletzte.
Bauern protestieren gegen ein geplantes Handelsabkommen: Sie blockierten am Donnerstag Autobahn-Auffahrten in Brandenburg und lösten Verkehrsbehinderungen aus.Soeren Stache/dpa
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Bei den Protesten von Landwirten mit Straßenblockaden sind in Brandenburg Teilnehmer von Autos angefahren und leicht verletzt worden. In drei Fällen wurden Strafanzeigen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr aufgenommen, wie die Polizei nach den am Donnerstag organisierten Bauern-Protesten mitteilte.
Mit Traktoren blockierten Landwirte an elf Orten Auffahrten zu den Autobahnen 10, 11 und 24 sowie Bereiche an der Bundesstraße 96 bei Oranienburg. Sie lösten damit Verkehrsbehinderungen und Staus aus. Die Bauern protestierten gegen den Mercosur-Handelsdeal der EU mit vier südamerikanischen Staaten, weil sie unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe fürchten.
Leichtverletzte und abgetretener Außenspiegel
An der Anschlussstelle Wittstock (Kreis Ostprignitz-Ruppin) fuhr ein Auto am Donnerstag beim Wenden zwei Versammlungsteilnehmer an - laut Polizei versehentlich. Einer der Demonstranten wurde leicht verletzt. Anschließend trat ein Teilnehmer des Bauern-Protests den Außenspiegel des Wagens ab.
Auf der Bundesstraße 96 fuhr ein Auto eine Versammlungsteilnehmerin an, die leicht verletzt in ein Krankenhaus kam. In Finowfurt (Kreis Barnim) durchfuhr ein Autofahrer einen wegen des Protests gesperrten Bereich. Ein Teilnehmer habe nach eigenen Angaben nur durch einen Sprung zur Seite eine Kollision verhindern können, so die Polizei. Zudem waren zwei Versammlungen nicht angemeldet, so dass die Polizei ermittelt.