Politik Inland

Steinmeier nennt Dialog entscheidend für unsere Demokratie

Drei Tage lang ist der Bundespräsident in Hattingen mit den Bürgern auf Tuchfühlung gegangen. Diese Bereitschaft zum Gespräch auf Augenhöhe ist ihn mehr als nur ein Zeitvertreib.

Von dpa

24.09.2026

Austausch ausdrücklich erwünscht: Steinmeier suchte vor Ort immer wieder das Gespräch, hier mit einer Ladeninhaberin. Christoph Reichwein/dpa

Austausch ausdrücklich erwünscht: Steinmeier suchte vor Ort immer wieder das Gespräch, hier mit einer Ladeninhaberin. Christoph Reichwein/dpa

© Christoph Reichwein/dpa

Zum Abschluss seiner dreitägigen Reise nach Hattingen im Ruhrgebiet hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu gesellschaftlicher Dialogbereitschaft aufgerufen. „Dass wir als Gesellschaft wieder miteinander ins Gespräch kommen, das ist entscheidend für unsere Demokratie“, sagte das Staatsoberhaupt laut vorab verbreitetem Redemanuskript bei einer Ordensverleihung an engagierte Bürgerinnen und Bürger der Region. Austausch meine mehr als schnellen, digitalen Austausch aus der Distanz. Er brauche Nähe, Begegnung und Zeit, so Steinmeier weiter. 

Er sei überzeugt: „Wenn Perspektiven aus dem ganzen Land in die Bundespolitik einfließen, dann verbessert das die Entscheidungen, es erhöht ihre Akzeptanz, und es stärkt das Vertrauen in unsere demokratischen Institutionen.“

In der Kontroverse das Verbindende suchen

Mit der Ordensverleihung endet Steinmeiers ausgedehnter Besuch im Ruhrgebiet, und damit auch sein letzter Besuch im Rahmen der Reihe „Ortszeit Deutschland“. Mit dem in der Corona-Zeit entstandenen Format wollte sich der Bundespräsident abseits der großen Metropolen Zeit für den Austausch mit den Menschen nehmen, um Spannungen in der Gesellschaft entgegenzuwirken.

Kartoffelsuppe stand auf dem Plan bei einem gemeinsamen Kochnachmittag mit Jugendlichen.Christoph Reichwein/dpa

Kartoffelsuppe stand auf dem Plan bei einem gemeinsamen Kochnachmittag mit Jugendlichen.Christoph Reichwein/dpa

© Christoph Reichwein/dpa

Drei Tage lang hatte er seinen Amtssitz für seine zwanzigste und letzte „Ortszeit“ in die 56.000-Einwohnerstadt Hattingen verlegt, hatte unter anderem mit Jugendlichen gekocht, mit Kommunalpolitikern und Bürgern debattiert. Bei einem Ruderausflug auf der Ruhr, einem Abend mit Kneipenquiz und Gängen durch die Innenstadt hatte Steinmeier immer wieder auch spontane Gespräche mit Bürgern zugelassen. 

„Auch bei kontroversen Themen das zu stärken, was uns verbindet - das steht wie eine unsichtbare Überschrift über meinen Ortszeiten“, resümierte Steinmeier nun in seiner abschließenden Rede. Hattingen habe er dabei als Stadt erlebt, die den Strukturwandel geschafft habe und den Wandel weiterhin gestalten wolle. 

Die pittoreske Altstadt von Hattingen lockt viele Besucher - nicht nur wenn der Bundespräsident da ist. Tourismus ist längst ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Stadt. Christoph Reichwein/dpa

Die pittoreske Altstadt von Hattingen lockt viele Besucher - nicht nur wenn der Bundespräsident da ist. Tourismus ist längst ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Stadt. Christoph Reichwein/dpa

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