Politik Inland

SPD fordert Erhebung und Erstattung: Was kosten Schulkinder?

Mehr als 300 Euro für die Erstausstattung, bis zu 20.000 Euro für die gesamte Schulzeit: Die SPD in NRW fordert, dass der Staat mehr Kosten für Lernmaterialien und Klassenfahrten übernimmt.

Von dpa

26.08.2026

Nach den Sommerferien beginnt nächste Woche wieder der Unterricht in Nordrhein-Westfalen. (Symbolbild)Hendrik Schmidt/dpa

Nach den Sommerferien beginnt nächste Woche wieder der Unterricht in Nordrhein-Westfalen. (Symbolbild)Hendrik Schmidt/dpa

© Hendrik Schmidt/dpa

Der Staat sollte aus Sicht der SPD-Opposition in Nordrhein-Westfalen weitaus mehr Kosten für Lernmittel der Schüler übernehmen als bislang. „Lernmittelfreiheit im Jahr 2026 bedeutet mehr als kostenlose Schulbücher“, sagte die schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Dilek Engin.

„Alle Schülerinnen und Schüler müssen unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern das bekommen, was sie für erfolgreiche Bildung benötigen: Schulbücher und notwendige Arbeitsmaterialien, digitale Endgeräte, notwendige Software“, forderte sie in Düsseldorf. „Und auch bei Klassenfahrten darf der Geldbeutel der Eltern nicht darüber entscheiden, ob ein Kind dabei sein kann.“

Von Atlas bis Zeichenblock: Tausende Euro Schulkosten

Allein für die Erstausstattung eines Grundschulkindes gäben Eltern durchschnittlich mehr als 300 Euro aus. Beim Wechsel auf eine weiterführende Schule kämen neue Kosten hinzu. „Für Klassenfahrten zahlen Familien während der Schulzeit eines Kindes durchschnittlich circa 2.000 Euro“, rechnete Engin vor. 

Klassenfahrten reißen in so manches Familienbudget ein empfindliches Loch. (Symbolbild)Hauke-Christian Dittrich/dpa

Klassenfahrten reißen in so manches Familienbudget ein empfindliches Loch. (Symbolbild)Hauke-Christian Dittrich/dpa

© Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die gesamte Schulzeit eines Kindes könne eine Familie bis zu 20.000 Euro kosten. Genau wisse das aber niemand. Daher fordert die SPD von der schwarz-grünen Landesregierung eine konkrete Erhebung. Die hatte in ihrem Koalitionsvertrag avisiert, die sogenannte Lernmittelfreiheit weiterzuentwickeln.

Taschenrechner müssen selbst bezahlt werden

Laut NRW-Schulgesetz sind Kindern und Jugendlichen an öffentlichen Schulen und Ersatzschulen die dort eingeführten Lernmittel grundsätzlich kostenlos zur befristeten Nutzung zu überlassen. Nicht dazu gehören etwa Hefte, Zeichenblöcke und Taschenrechner. Überdies kann die Schule Eltern verpflichten, Lernmittel aus eigener Tasche zu finanzieren - bis zu einem Drittel der Gesamtkosten.

Wie viel Geld haben Eltern eigentlich konkret für die gesamte Schulzeit eines Kindes zu berappen? Die SPD in Nordrhein-Westfalen will das ganz genau wissen. (Symbolbild) Monika Skolimowska/dpa

Wie viel Geld haben Eltern eigentlich konkret für die gesamte Schulzeit eines Kindes zu berappen? Die SPD in Nordrhein-Westfalen will das ganz genau wissen. (Symbolbild) Monika Skolimowska/dpa

© Monika Skolimowska/dpa

Vor der Sommerpause hatten die Regierungsfraktionen von CDU und Grünen im Landtag bereits einen SPD-Antrag abgelehnt, diesen Eigenanteil in einem ersten Schritt zu streichen. Schritt für Schritt müsse es echte Lernmittelfreiheit geben - analog und digital, sagte Engin.

Lehrerverband: zu viele Aufgaben für zu wenig Personal

Eine Woche vor Beginn des neuen Schuljahres forderte die SPD darüber hinaus mehr Anstrengungen der Regierung gegen Unterrichtsausfall, gegen den Lehrkräftemangel und für eine konsequente frühkindliche Förderung schon in den Kitas - statt in von Schwarz-Grün geplanten, kostspieligen „Parallelstrukturen“ sogenannter ABC-Klassen. 

Der Verband Bildung und Erziehung mahnte, zu viele neue Aufgaben träfen auf zu wenig Personal. Das betreffe den ab sofort schrittweise greifenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule ebenso wie die ab 2029 startenden ABC-Klassen. Für letztere müssten schon jetzt vor allem sozialpädagogische Fachkräfte gewonnen werden, empfahl die Landesvorsitzende Anne Deimel.

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